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Menorah · 1925-04-01 · Heft 4 (April 1925) · p. Seite 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 4 (April 1925)
Article
Unsere Mutter
Date
1925-04-01
Page
Seite 95 (sequence 3)
Language
German
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MENORAH 95 tag war der beste Tag, den der selige Vater seit Wochen hatte. Von Sonntag ab war er apathisch, aber noch immer sah man keine Gefahr. Als der 1. Moritz sie erkannte und Dr. Sch. es bestätigte, war es zu spät! Minna und Anna, die dann kamen, waren wohl an seinem Bett, er hat sie auch erkannt, aber nur wenige Worte mit ihnen gesprochen — wozu sollte ich Dich also kommen lassen? Im ganzen war der Arme nur vier Tage krank; niemand, auch die Ärzte nicht, hat es erwartet . . . Willst Du also kommen, mein Kind, das heißt, glaubst Du nur so Dich beruhigen zu können, so komm! Ich fürchte nur, es wird Dir dann die Abreise so schwer werden — wir sind so verlassen! Man wußte gar nicht, wieviel mit dem schwachen Kranken verloren geht, es ist, als ob alles ausgestorben wäre, und schon beneide ich ihn um den Vorzug . . . Heute bin ich erst um halb vier ein wenig eingeschlafen; bis dahin habe ich mir das Gehirn zermartert, wie es einzurichten wäre, daß die 1. Laura nicht gar so allein ist. Ich habe aber keinen Ausweg gefunden. Die arme Jenny schreibt und schreibt, daß einem das Herz blutet; sie hat eine Ahnung, was uns betroffen hat. Willst Du, 1. Sidderle, ein folgsames Kind sein, so sage Dir: Bei meinem Mann und Kind bm ich zu Hause, gegen die habe ich Pflichten. Gehe Deiner Arbeit nach und beruhige Dich. Damit geschieht Deiner Mutter der allergrößte Gefallen. Kannst Du Dich aber nicht überwinden, so komme und der 1. Gott gebe, daß wir es nicht bedauern müssen. Die 1. Minna ist verkühlt zu Bett, die l. Anna war bis heute zu Bett -— was habe ich, was hat der arme Vater davon? Elure treue Mutter Klara." (Fortsetzung folgt.) FRI:IBURG I. B. Tel. 2SS1 Goetliestm|;e 5 T,|. zss 1 TÖCHTI:RPI:NS1ÜNAT «OTM^^^ COHN-BI;KNS]T;IN Höhere Tüd.tei- und l'onl.iklun-^hul,'. Yorl.rrn-.unp für C iviniLisiuni und Ahuunrntm. LVn<- Villa mit Gonrn. IV<t<- W, pj!,-,,^. SCHACH Geleitet von Ric/iard Re'ti Aljechin hat sich vor einiger Zeit in Paris ansässig gemacht und ließ sich sogar als Franzose naturalisieren. Er wird künftighin auf dem internationalen Schauplatz Frankreichs Farben vertreten. Am I. Februar hat er bereits als Franzose in Paris seine erste schachliche Großtat vollbracht. Er spielte in der großen Halle des „Petit Parisien" gleichzeitig 28 Partien ohne Ansicht des Brettes und überbot damit seinen eigenen Wellrekord, den er nach Schluß des New-Yorker Turnieres mit 26 Partien aufstellte, um ein Bedeutendes. Nicht nur, daß er um zwei Partien mehr spielte, wobei man berücksichtigen muß, daß die Schwierigkeit, die Partienanzahl zu erhöhen, von Stufe zu Stufe progressiv wächst, sondern er erzielte auch prozentuell ein weit besseres Ergebnis. In New-York hatte er von den 26 Partien 5 verloren und 5 remisiert, diesmal hatte er aber unter 28 Partien nur 3 verloren und nur 3 remisiert. Dabei hat er noch eine gewallige Erschwerung auf sich genommen: den Gegnern war gestattet, die Partie nach Belieben einem Nachfolger zu übergeben, so daß Aljechin 1 3 Stunden lang (die Vorstellung währte von 1 0 Uhr vormittags bis I 1 Uhr nachts!) gegen stets frische Kräfte anzukämpfen hatte und auf diese Art über 100 Partner bewältigte. Über die Noblesse mit der Aljechin zu Werke ging, sei hier schließlich ein kleiner Vorfall erwähnt. Der Meister stellte auf einem Brette die Dame ein. Die Gegner vermuteten eine geniale Kombination und wagten die Dame nicht zu schlagen. Als man nun dem Blindspieler den nächsten Zug ansagte, bemerkte er den begangenen Fehler und rief ganz entsetzt aus, er habe ja doch mit dem letzten Zuge die Dame eingestellt. Als man ihn dann aufklärte, warum die Dame nicht geschlagen wurde, gab er die Partie verärgert auf, obwohl er sie nun wahrscheinlich gewonnen hätte. Im nachstehenden bringen wir eine anläßlich dieser Veranstaltung gespielte Partie. ALJECLUNS VERTEIDIGUNG. Weiß: Aljechin. Schwarz: Potemkin. 1. e2 —c4 Sg8 [6 Aljechin wird mit seiner eigenen Waffe bekämpft. 2. Sb 1 - c3 .......... Vermeidet alle die komplizierten und unklaren Spiele, die sich aus den mit 2. e 5 beginnenden Widerlegungsversuchen ergeben. 2........... d7--d5 Mit e 5 kann hier Schwarz in die Wiener Partie einlenken. 3. c4> d-> .......... Auch hier ist e 3 von fraglichem Wert. Es können Varianten der französischen Partie entstehen, die eher der Anziehende zu fürchten hat. 3........... Sf6VcB 4. Lf I -c4 Sd 5 b6 Vorzuziehen ist c 7 — e 6. Hiemit bezeugt das endesgefertigte Bezirks- Rabbinat, daß das Kokosfett ,,K u n e r o 1" mit Ostersiegel, unter strenger Aufsicht erzeugt wird und daher jedem strenggläubigen Juden mit ruhigem Gewissen in den Osterfeiertagen verwendet werden kann. Mattersdorf, 1. Adar 5685. S. B. Ehrenfeld, Sohn des Rabbiners Samuel Ehrenfeld, Verfasser des Werkes Chok Sofer und Enkel des Chsam Sofer. — (Entgeltlich.) 5. Lc4 -b3 c 7 c 5 6. d2 - d 3 Sb8 - c6 7. Sgl -13 S c 6 - a 5 8. S(3 — cd! S a 5 )< b3 9. a2 \'b3 Sb6 - d7 Bess mit 9. ■r wäre — c 6. die Forlsetzung der Entwicklung Sd7b6 Tempoverlust; aber auf e6 war 11. I.f4 sehr stark. 11. Lei 14 Sb6 b5 Dr.ROSENTHALS SANATORIUM VILLA HELENE BADEN-BADEN Und jetzt war e6 wegen 12. Sb 5 nicht angängig. 12. Sc3;<cl5 Dd8;<d5 13. 0-0 .......... S b 6 wäre jetzt wegen der Antwort D X g 2 nicht günstig. 13........... b 7 - b 5 Parier» die Drohung Sb 6. Etwas besser war aber sofort De 6 um auf 14. Te 1, womit S d 6 X droht, L e 6 zu spielen. Weiß gewinnt nun in wenigen kräftigen Zügen. 14. Sc4 e3 Dd5— c6 15. d3 — d4! e7 —e6 16. d 4 - d 5 e 6 X d 5 17. Se3Xd5 L(5—d6 18. Tf 1 —e 1 -f- Lc8 - e6 19. Lf4Xd6 Dc6Xd6 20. Ta 1 — a6! Dd6~-d8 21. Ta6Xe6 +! f7Xe6 22. Tel Xe6 r Ke8 f 7 Falls Kd 7 so gewinnt 23. Dg 4, falls Kf8 so 23. Df 3 X nebst Se 7 X. 23. Te6 e7r D d 8 X e 7 Erzwungen. Auf K g 8 folgt 24. Dg 4 mit der undeckbaren Doppeldrohung D X g 7 und De 6 X. 24. Sd5Xe7 Kf7Xe7 25. Ddl —e2+ Ke7 — f 7 26. De2—h5-h K(7-f6 27. Dh5Xc5 Th8-e8 28. g2-g4 Schwarz gibt auf. Etwas frühzeitig zwar, denn er hat zwei Türme für die Dame, aber mit Recht. Er verliert noch ein bis zwei Bauern und der König bleibt Angriffen ausgesetzt. SCHACHNACHRICHTEN Mitte Mai soll in Marienbad ein internationales Meisterturnier beginnen. y. Im Sommer wird in Breslau ein Kongreß des „Deutschen Schachbundes" stattfinden, in dessen Rahmen ein internationales Turnier geplant ist. * In Paris hat im Palais Royal ein doppelrundiges Fünfmeisterturnier stattgefunden. Aljechin wurde mit 6'Ii Punkten erster, Dr. Tartakower mit 4 ' -j zweiter. Snosko-Borowski und Opocenski mit je 4 dritter und vierter, Colle, der belgische Vorkampfer mit einem Punkt letzter. * Das diesjährige Turnier um die französische Vorkämpferschaft wird in Nizza stattfinden. Gegen Ende dieses Jahres planen französische Schachkreise die Veranstaltung eines Wettkampfes zwischen Aljechin und Marshall. * Dr. Rueb, der Vorsitzende des vor kurzem gegründeten ,,Amateurweltschachbundes", hat das Protektorat über den Wettkämpf Dr. Lasker— Dr. Vidmar übernommen. Die Vertretung der „Menorah" in Lettland hat die Buchhandlung W. Löwenberg, Riga, Marstallstraße 1, übernommen. Nebst aiien FrühjahrsneuMten hochfeine Herren- und Damen- Stoffreste in allen Längen, alle Seidenstoffe und Leinenwaren unerreicht preiswert bei Kann&Fried WIEN, VI., Linke Wienzeile 40 (im Hofe).

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