Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 3 (1925)
- Issue
- Heft 4 (April 1925)
- Article
- Eine späte Haggadahbilderhandschrift
- Date
- 1925-04-01
- Page
- Seite 80 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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80 M E N O R A H AUS DER DARMSTÄDTER HAGGADAH touche" zu dem Typus der Jagdszene. Der „A uszug der Israeliten" ist kaum noch mit dem Amsterdamer Original verwandt, auf Farbengebung und Anordnung scheint eine holländische Rokokoarbeit eingewirkt zu haben. „Belsazars Mahl" könnte einem Schüler des Rubenskreises entlehnt sein, es wirkt in Farbengebung und Gesten sehr stark Rokoko; im Amsterdamer Original ist dieses Bild nicht vorhanden. Die dort befindliche ,,D arstellung Jerusalems" hat nichts mit unserer Fassadenkulisse zu tun, die scheinbar ein Schloß der Zopfzeit wiedergibt. Neu ist die Komposition, die das „L i e d vom Lämmchen" illustriert, hier scheint ein barockes Tableau der Niederlande zugrunde zu liegen; die Vereinigung aller Vorgänge auf einem Bild ist sonst in den Nachbildungen der Amsterdamer Ausgabe nicht üblich. Die Szene des Todesengel und Gottes fehlen hier ausnahmsweise. Die Arbeit als Ganzes ist die Schöpfung eines durchaus bewanderten Illustrators, der neben dem Amsterdamer Druck eine Reihe von barocken, niederländischen Bildern kannte, deren Eindruck ihm möglicherweise durch Stiche vermittelt wurde, weil er in der Farbengebung durchaus den Charakter des Rokoko herrschen läßt. Am frischesten wirken die Bildchen des Typus der Jagdszene, die vielleicht seine eigenen Erfindungen waren. Diese Bildchen weisen den Meister ans Ende des Rokoko in den deutschen bürgerlichen Schulkreis, der uns in Chodowiecky am besten verkörpert wird. Die ausdrücklich erwähnte Herkunft aus Lissa nahe bei Breslau stimmt zu diesem Befund. Der uns bisher unbekannte Jehuda Lob b. Elijahu Hakohen ist ein in Qualität und Erfindungsgabe seine Genossen weit überragender Illustrator der späten Haggadahhandschriften. „FAMILIE AM SEDERTISCH" CK N. BIALIK: Aus den ^$7i uteri i e dem IV. Pack' mich, Frost, erfasse mich! Senge, funkle, lodere, stich! Hämmere meines Hauches Glut! Gieß dein Eisen in mein Blut . . . Komm und feile, feil' mich neu, Mach' ein Schwert mich stark und frei . . . Und mit Eisen schmied' die Brust, Denn sie birst vor Kraft und Lust. Wüte Frost, und schüttle mich! Senge, funkle, lodere, stich! Spanne meine Hand und stähle, Schließ den Atem meiner Kehle . . . Und im Sonnenstrahlenstaub, Glitzere Frost, und übe Raub! (Nachdichtung aus dem Hebräischen von Isaac Schreyer.) AUS DER DARMSTÄDTER HAGGADAH „DAS LIED VOM LÄMMCHEN"