Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 3 (1925)
- Issue
- Heft 4 (April 1925)
- Article
- Von der Chibath Zion (Zionsliebe) des Ramban
- Date
- 1925-04-01
- Page
- Seite 76 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2912821-2912840-2912845-2915448--01699-2915514- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
76 M E N O R A H Vo n der Chibath Zion (Z ionsliebe) (Mit einigen seiner Jerusalemer Briefe) VON ALEXANDER KR1STI AN POLLER des Ramban Moses ben Nachman, bekannt als der „R amban" hatte überragenden Einfluß auf den Geist und das Leben der Juden seiner Zeit und auch der späteren Generationen. Aber wie geläufig auch dem Kundigen der Name „Ramban" sein mag, in der Beurteilung seiner Bedeutung und Wirksamkeit sind die Historiker verschiedener Meinung; sie sind der geschichtlichen Größe seiner Persönlichkeit nicht ganz gerecht geworden. Vielleicht hängt dies mit der Tatsache zusammen, daß man Nachmani die Hinneigung zur Kabala, deren Hauptstütze er wurde, nicht verzeihen wollte. Um Tätigkeit und Wirksamkeit des Ramban richtig würdigen zu können, ist es notwendig, die Lage der Juden seiner Zeit in kurzer Übersicht zu streifen. Naclimanides, der um das Jahr 1 294 in Gerona geboren wurde, lebte zu einer Zeit, auf die der Vers zutrifft: „Draußen rafft hin das Schwert und im Hause der Tod". Es war eine Periode, in der das jüdische Leben, durch äußere und innere Verhältnisse bedrängt, fast zu ersticken drohte. Immer mehr zeigen sich die schrecklichen Folgen der Judenhetzen der Kreuzzügler; die Verfolgungen dehnen sich auf immer größere Landstriche aus. Selbst Spanien, das von den großen Verwüstungen verschont geblieben war, wird nach und nach heimgesucht. Das Papsttum, insbesondere seit Innozenz III. (1 198—1216) hatte sein scharfes Augenmerk auch auf diesen für die Juden verhältnismäßig ruhigen Winkel gerichtet und sandte giftige Pfeile des Hasses gegen die Juden, zunächst in scheinbar arglosen und religiösen Disputationen. Ein Kampf ohnegleichen beginnt, das Judentum sollte vertilgt werden und wurde mit allen Mitteln der Unterdrückung verfolgt. Der geistlichen und der von ihr inspirierten weltlichen Gesetzgebung müssen sich von nun ab auch die stolz einherschreitenden Juden Spaniens fügen. Zu dieser äußeren Unbill kam, was vielleicht noch viel verhängnisvoller war, die Uneinigkeit im Judentum selbst, sie machte die äußeren Feinde noch mutiger und verzögerte die Abwehr. Es ist eine Ironie des Schicksals: Gerade Maimuni, der mit Leib und Seele dahinstrebte, das Judentum vor Zerfleischung zu schützen und die Einheit aller jüdischen Parteien anzubahnen, wurde die Ursache großer Zwistigkeiten. Vr> jny* y-^o >r> >\y>^ -mdhv do y~*i)">„-OVibrt „">V»* *V*Vu T\r^Vi."My H»y piu -.0^3 j*y\AT>V>ri t*vm?» tO<n>:> :\p^r» V'Jbo -Ö'*Ji»fl «i» 'NUJ* *0ii>3 «U> TiTO^ivoa?o ^oW,ft •^*,T, i^W? c0> r»-<v^ r>\yi?v^ nvav« T>V»VO yv>?>t> ,D7>) T3-i>l>r> V±>> ■»*"V^-"VT< >'JO "Dl» i<P>?t> "*$V*7> 7V\iÜ»d ) ">^WJ „-sWO* J*t \l>*o wo* *o*un? «np ^oa nvjxy twjK y) W>"i> "iJö^ rtMu>j >v** m>s* -ü—0^ «9JJO« 119 JW17> "^XO> «ti"\5»l -5 7^\.>n -oi>u nv»t05 ii* ^u»* y> -o^hvw ->>7i?r ■onVv"» s>&3 7>t "V* *i *"v? WZ)?>r s>\x^ t^$* ">>v>:> y\r ->v --^s«A rö* >f \ro voi** yj ~>*\i> —^ to^T) >p »»)fw "jiw )v?j-n>93> j?>o-u>3 <x>« y^j»* y*>y>.»ow r> yna'w» "O'i-öfl -vu "»t* ywwia» w -v)t> )V»t» W)Jl> wJv nnw w. ro^^^ %h nwn&i >i)WJpv»s -n* y^n ">•>:> ">jw -i» \?« 'aanvps tynj ■>» flV j&h yjjj 3>b?> AUS DER DERASCHA DES NACHMANIDES ZU KOHELET (hebr. Handschrift aus dem 1 4. Jahrh., Biblioteca Casanatense Rom) In Spanien wie in Frankreich, den zwei Zentren, in denen das jüdische Leben am meisten pulsierte, spalteten sich die jüdischen Gemeinden in die feindlichen Lager der Anhänger des großen arabisch-jüdischen Philosophen Maimonides und seiner Gegner, welche begründete und unbegründete Anschuldigungen und Verdächtigungen einander entgegenschleuderten. Die Verbitterung in den Gemeinden wuchs von Tag zu Tag immer mehr an, bis es zum Verrat kam: die maimunischen Schriften wurden bei den Dominikanern denunziert und unter Zustimmung und Mitwirkung derselben verbrannt. Diese Periode des Ringens zwischen den beiden Weltanschauungen wäre für das Judentum noch viel verhängnisvoller geworden, wenn nicht Männer, wie David Kimchi und Moses ben Nachman dem wilden Treiben entgegengetreten und das Werk der Versöhnung unternommen hätten. Da war ein Mann wie Nachmanides notwendig, er, der trotz aller religiösen Strenge doch eine gewisse Unabhängigkeit des Urteils und einen freien Blick bewahrte. Nachmani hatte es verstanden, ohne einen Schritt zurückzuweichen, den von außen eindringenden Feind zurückzudrängen und das Judentum und seine Söhne gegen öffentliche Angriffe zu verteidigen; er besaß auch Mut und Kraft, die Flammen des Zankes innerhalb des Judentums zu löschen. Nachmanides hat zwar die Geister nicht revolutioniert, er hat seinem Zeitalter sein Gepräge nicht vollkommen aufgedrückt, wie wrir es etwa von Maimonides (Maimuni) sagen können. Er verstand es aber, die im Laufe der Jahrhunderte geschaffenen Güter des jüdischen Geistes in sich zu verarbeiten, in origineller Weise dem natürlichen jüdischen Wesen anzupassen und sie weiterzuleiten. Nachmanides ist nicht ein Mann, der kritiklos alles bejaht. Ein blindes Festhalten an den Ansichten großer Männer kann ihm keinesfalls vorgeworfen werden. Er selbst hat seinen diesbezüglichen Standpunkt in seiner Einleitung zur Kritik des maimonidischen Buches der Gesetze „Sefer ha Mizwoth" präzisiert. „Stets", sagt er, „wird es meine Lebensaufgabe sein, die Werke der Alten gegen jeden Angriff zu verteidigen, besonders aber tut dies in in der letzten Zeit not, da sich haufenweise Nörgler mehren, um mit überlautem Geschrei den hochragenden Weisheitsbau der Lehre einzureißen ... Wenn ich aber eine Stütze der Alten bin, so will ich doch nicht, einem Esel gleich, ihre Bücher tragen. Wo es notwendig ist, werde ich ohne Rücksicht der eigenen Einsicht folgen, meine Selbständigkeit weder verleugnen noch aufgeben. Ich werde, wo es das Verständnis der Lehre gilt, kein Ansehen der Person berücksichtigen." Er ist aber ein glühender Verehrer des Maimonides, trotz seiner halachischen Auseinandersetzungen und Einwendungen und trotz der grundsätzlichen Differenzen. Schon in seiner Jugend fand der tiefsinnige Nachmani Gefallen an der Lehrweise der französischen Schule, besonders der Tosafisten. Er stand unter ihrem Einfluß und verwies gleich ihnen auf die lebensvolle Vielseitigkeit des Halacha, in der stets frisches, bewegliches Leben herrscht. Seine Talmuderklärungen (Chiduschim) sind ungemein scharfsinnig und originell gehalten. Nach- "i3*> i»*9M>^J>»<3) :nu»ttfcj J5>mW!» v*) r>H 3>>>\i>3 rj y» -9 r^sta» -"w o»V5vai ^«>ax».-> „-i^?o.i wo ümi.vn >jit>\»3 „-»on 'na v-^t T>*T>\y ^üj' \vcd>> .rtaj\>T>ju J->S?»J> T^n'Ci "V»y) Jt» T^Tip ■>H>}>03 )\D'V>pro r\ro -o^-oy» yy» *oi>^ j^>t "iu> -33«"» —p t>v,^v» *W>? y o-i ^u>v> *\5o^ pyr -)U> ^ODNi» ,r>>»3T»r> i^h «)« 'S iv»H<\ii3' -D-^v^ ^--» ">5>n> yH> "ojj^ «ain nH^J «an *v>v -Q^>1 *p>/Y?r>V» TCf^T) -iü s^i*>ir> 'iw 'S "oni »'i«»>J "wi -—t\yi;>5) O'V^H'Ja y-V> or>^ VJmi -»Orttt» 3->'TD \y^"J>>3 )9) 0))J 7)^9"»^ ->Vsrj> r»^W5^U3 M?nj-. ~i*»i> JUh ••»• r»H^vy »> f )^->i r»v>i\y -ivi^\3 ^wvon .3 -o&* jttf sw> ■oi^r) yji» tmt "oi)ü^ s^s>J*a J^WM JiU*>i t-nxaw '^o^ ^33")V93 ^wr^v juhdo^ Tv»r» tv* )>Kih y^ti -5>>Mw )b» y*>an yaaJ -WM* >-»*P'J iw>9« V-O'W *Jt5 '.">17'ft) ^>B «»V»^ m'T») «v^ft «'«v^Vi vo*; "u^co rr^Hn