Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 3 (1925)
- Issue
- Heft 3 (März 1925)
- Article
- Gottesdienst und Kunst im Judentum
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 51 (sequence 1)
- Language
- German
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ME N O R AH iLLViTTRIERTE MoNATXTCHRIFT FVbl Die Jvdis-che Familie WIEN^FRANKFVRT a.M. III. JAHRGANG MÄRZ 1925 NR. 3 GOTTESDIENST UND KUNST IM JUDENTUM Von NATHAN BIRNBAUM Das ganze Leben des Menschen sollte ein einziger ununterbrochener Gottesdienst sein. Jeder Augenblick soll ihn erinnern: „Wisse, vor wem du stehst." Jede seiner Taten und jede seiner Unterlassungen soll er frommen Gemütes üben. Das ist eine elementare Wahrheit — das Judentum hat sie zuerst verkündet — aber sie muß auch unbefangenen Herzens aufgenommen und ohne jene gewisse polemische Note gegen gottesdienstliche Veranstaltungen weitergegeben werden. Denn das Leben als Gottesdienst macht den Gottesdienst im besonderen Sinne des Wortes nicht überflüssig. Wer nicht vor sich und vor anderen großtun will, weiß, wie schwer es auch dem gottergebensten Menschen wird, sein Leben zu einem durchaus Gott dienenden zu gestalten, wie er darum ringen muß und wie oft und wie leicht er in diesem Kampfe gegen die Verengung seines religiösen Horizonts durch allerlei untermenschliches und auch menschliches Gewölke unterliegt. Und wer das weiß, der weiß auch, daß der besondere Gottesdienst nicht nur nicht überflüssig ist, sondern im Gegenteil der religiösen Not des Menschen entgegenkommt, seinen Schrei nach Stunden ungestörter Versenkung in Gott, die ihm auch erst Kraft für den Lebensgottesdienst mitgeben soll, erhört und, wenn er von Haus aus zu dürftig an Gottessehnsucht ist, ihn ein Stück über diese seine Armut erhebt. Das ist auch der Standpunkt des Judentums und es besitzt sogar in der lebenbegleitenden gottesdienstlichen Tat (Mizwaus maassiaus) eine ihm eigentümliche, unendlich feine Form des besonderen Gottesdienstes, die eine Art Brücke von diesem zum Leben als Gottesdienst bildet, pflegt aber auch den Gottesdienst im Sinne der den Alltag unterbrechenden Anbetung Gottes nach bestimmten Regeln und Vorschriften. Zwischen Gottesdienst und Kunst bestehen enge Beziehungen. Selbst eine gehobene Art des Lebens als Gottesdienstes, hat sie sich an der gottesdienstlichen Veranstaltung emporgerankt und ist in ihrer Vollendung berufen, sie zu erhöhen. So wie sich das Leben als JOZEF ISRAELS ALTER MANN Gottesdienst in der Kunst emporsteigert, so auch die Aus ih-umnm si.mk: u.- Kunst .Us R;.uVi<-ns (i'..vii o.ss,m v.ri..^. iwiin)