Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 3 (1925)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1925)
- Article
- Der Kampf um den Besitz Palästinas in ältester Zeit
- Date
- 1925-02-01
- Page
- Seite 31 (sequence 5)
- Language
- German
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M E N O R A H 31 KRIEGSGEFANGENE ASIATEN BEIM ZIEGELSTREICHEN Nrwh Spicuclbr.- wachte. Amosis I., der Begründer der 18. Dynastie und des Neuen Reiches, vertrieb sie (1580). Nach dem Fall ihrer Hauptstadt Avvaris verfolgte er sie bis nach Südpaiäsiina. Erst nach einer Belagerung von drei Jahren gelang es ihm, die stark befestigte Stadt Scharuhen, in die sich die Hyksos zurückgezogen hatten, zu erobern. Daß sie sich so lange in Palästina halten konnten, ist nur verständlich, wenn dieses Land ihnen gehört hatte. (Breasted- Ranke, Geschichte Ägyptens, S. 200.) Ein anderes Zeugnis hiefür sind die in Gezer aufgefundenen Skarabäen des Hyksoskönigs Chian. (Kittel, a. a. O., S. 88.) Da die Hyksos weiterhin in Syrien bis zum Euphrat feste Stützpunkte und überdies hier an den stammverwandten Völkern hilfsbereite Bundesgenossen hatten, so mußten die Ägypter, wenn sie jede Möglichkeit einer Wiederkehr der Fremdlinge ausschließen wellten, noch weiter nach Norden vordringen. Hiezu reizte nicht minder der Niedergang der babylonischen Macht. Die Kassiten, denen die nach Unabhängigkeit strebenden Assyrer mannigfache Schwierigkeiten bereiteten, konnten infolgedessen an der Peripherie ihrer Machtsphäre ihre Interessen und bisherigen Rechte nicht mit hinreichendem Nachdruck wahrnehmen. Um so mehr drängten sich den Ägyptern die gewaltigen politischen Vorteile auf, wenn es ihnen gelang, gerade jetzt in Palästina und Syrien die Erben Babylons zu werden. Vielleicht ist noch Amosis 1. oder bereits sein Nachfolger Amenophis I. (um 1550) in Syrien eingerückt. Sicherlich aber ist es von T u tmosis I. (um 15 30) erobert worden, der sich rühmt, hier ein großes Blutbad unter seinen Feinden angerichtet zu haben. Palästina und Syrien sind jetzt Ägypten tributpflichtig. Freilich sind sie noch keineswegs beruhigt. Von den Hyksos aufgestachelt, vereinigten sich die unterworfenen Fürsten, von den Mitani am mittleren Euphrat und wohl auch von den Kassiten und Hetitern unterstützt, zu einem Bunde gegen Ägypten. An der Spitze stand der König von Kadesch am Orontes. Bei Megiddo, also im Herzen Palästinas, warf sich die gesammte Heeresmacht der Verbündeten Tutmosis III. entgegen, wurde aber blutig zurückgeworfen und mußte sich in die Festung zurückziehen (1479). Durch Mangel an Nahrungsmitteln waren die Belagerten gezwungen, sich nach wenigen Wochen zu übergeben. Da der König von Kadesch, dem es gelungen war, zu entkommen, zu neuem Widerstand aufwiegelte, waren noch fünf Züge nach Palästina nötig, bis endlich auf einem sechsten Zuge Kadesch selbst belagert und im Sturm erobert wurde. Jetzt erst hatte Tutmosis freie Bahn, um ungehindert bis in das nördlichste Syrien und die Euphratgegend vorzudringen. Wohl unterwarfen sich nach hartnäckigem Kampf die Mittani, Babylonier und Hetiter, aber sie empörten sich bald wieder. Erst 1459 war ihr Widerstand endgültig gebrochen. Nicht weniger als 1 7 Feldzüge in 19 Jahren hatte 1 utmosis III., der Hyksosbefreier, unternommen, um Palästina und Syrien zu erobern. An der Tempelmauer von Karnak in Theben hat er eine Liste der von ihm unterworfenen palästinensischen Städte hinterlassen, unter denen sich aus der Bibel bekannte Ortschaften befinden, z. B. Akzib, Beth-Anoth, Gibea, Hazor, Jibleam, Megiddo, Ophra und als merkwürdigster Name Ja'kob-el. Auch der Negeb, der später zu Juda gehörende Südgau, wird erwähnt. Die babylonische Vorherrschaft ist beendet. Palästina ist im Jahre 1459 eine ägypti sehe Provinz geworden. SPRÜCHE SCHELOMOHS übertragen von Hermann Werl. ERSTES KAPITEL: 1. Sprüche Schelomohs, des Sohnes Davids, König über Israel. 2. Um zu erkennen Weisheit und Zucht, zu begreifen die Worte der Einsicht. 3. Zu erwerben edle Sitte; Gerechtigkeit, Recht und Gradheit. 4. Törichten List zu geben, Wissen und Vorsicht dem Knaben. 5. Noch der Weise kann es hören und an Geistesmacht gewinnen und der Einsichtige noch lernt neuen Rat. 6. Spruch zu begreifen und Gleichnis, der Weisen Worte und ihr Geheimnis. 7. Erstes Wissen ist Gottesfurcht, nur Toren verachten Weisheit und Zucht. 8. Höre, mein Sohn, die Mahnung deines Vaters und verlasse nicht deiner Mutter Lehre. 9. Denn eine Gnadenkrone sind sie um dein Haupt, für deinen Hals ein Prachtgeschmeide. 10. Mein Sohn, wenn Sünder dich verführen wollen, du kannst ihnen nicht folgen. 1 1. Sie werden sprechen: Komm mit uns, auf Blut wollen wir lauern, hinterhältig den Unschuldigen gefahrlos überfallen — 12. — wir wollen als eine Hölle die Lebendigen verschlingen und die Vollendeten wie Grabversunkene — 13. — viel köstlich Gut werden wir finden, füllen unsere Häuser mit Raub — 14. — mit uns anderen fällst du dein Los, ein Beutel wird für uns alle sein — 15. Mein Sohn, gehe nicht mit ihnen den Weg, hüte deine Füße vor ihren Pfaden. 16. Denn ihre Füße rennen zur Bosheit und sie eilen zum Blutvergießen. 1 7. Denn absichtslos scheinen die Netze gespannt allem, was Flügel trägt. 1 8. Und sie lauern doch nur auf ihr eigenes Blut, stürzen hinterhältig auf ihr eigenes Leber». 19. So ist das Schicksal jedes räuberischen Treibens, seinem Herren nimmt es das Leben. 20. Die Weisheit singt auf der Straße, in den Plätzen erhebt sie die Stimme. 2 I. An der Spitze der Menge ruft sie, in den Gängen der Tore, ihre Sprüche spricht sie in der Stadt. 22. Wie lange noch, ihr Toren, liebt ihr die Torheit, und Spötter ihr, begehrt ihr den Spott, und Narren ihr, haßt ihr das Wissen! 23. Übt Einkehr nach meiner Mahnung, seht, meinen Geist hauche ich euch zu, tue meine Worte euch kund! 24. Weil ich aber gerufen und ihr verweigertet euch, meine Hand gereicht habe und keiner hat es geachtet. 25. Und ihr habt verworfen all meinen Rat und meine Mahnung habt ihr nicht begehrt: 26. So lache bei eurem Falle auch ich, spotte beim Nahen eurer Ängste. 27. Beim Nahen wie Ungewitter eurer Ängste, euer Fall wie Wirbelsturm rast, beim Nahen euch Not und Gram. 28. Dann werden sie mich rulen, doch ich antworte nicht, mich erflehen und sie finden mich nicht. 29. Weil sie Erkenntnis gehaßt und Gottesfurcht nicht erwählt haben. 30. Meinen Rat nicht begehrt und verachtet haben all meine Mahnung: 31. Mögen sie die Frucht ihres Wandels nun essen, an ihrer Klügelei sich ersättigen. 32. Denn der Toren Übermut tötet sie jetzt, der Narren Trägheit erschlägt sie. 33. Und wer auf mich hört, wohnt sicher und geborgen vor des Bösen Angst.