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Menorah · 1924-12-01 · Heft 12 (Dezember 1924) · p. Seite 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 12 (Dezember 1924)
Article
Elektrizität in Palästina
Date
1924-12-01
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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14 M E N O R A H .sjgöi^fe** * Abb. 3 Abb. 5 Abb. 4 TYPEN VON-TRANSFORMATORENSTATIONEN UND DES LEITUNGSNETZES IN TEL-AVIV Energie wird durch zwei Drehstromkabel für 6000 Volt Spannung, mit einem Querschnitt von je 3 X 25 mm2, in das Versorgungsgebiet übertragen. Die Kabel führen zu Transformatorstationen, die die Spannung von 6000 Volt auf die. Niederspannungen von 380/220 Volt herabsetzen. 380 Volt, die verkettete Spannung, dient für motorischen Antrieb, während 220 Volt, die Phasenspannung, für Beleuchtungszwecke verwendet wird. Der auf Niederspannung herabgesetzte Strom wird von den Transformatorstationen aus auf Freileitungen die Straßen entlang geführt. Von den Straßenleitungen zweigen die Hausanschlüsse zu den Wohnungen und Werkstätten der Konsumenten ab. Größere Kraftstromabnehmer werden übrigens direkt mit 6000 Volt beliefert. Abb. 5 zeigt einen Knotenpunkt des Niederspannungs-Freileitungsnetzes in Telaviv. Der Knotenpunkt liegt an der Ecke des Rothschild-Boulevards und der Allenbystraße. Die Gesamtanlage der Zentrale wie des Netzes wurde größtenteils mit jüdischen Kräften ausgeführt. Eine ähnliche Dieselmotorenstation mit einer Leistung von 1 200 Pferdestärken ist zur Zeit in H a i f a im Bau begriffen, eine kleinere wird in T i b e r i a s errichtet. Das junge Elektrizitätsunternehmen in Jaffa-Telaviv, das jetzt wenig über ein Jahr im Betrieb ist, weist eine rasch wachsende Stromabgabe auf. Bemerkenswert ist die Nachfrage nach Kraftstrom für gewerbliche Zwecke, eine Erscheinung, die den Kenner der Verhältnisse nicht in Erstaunen setzt. Als Abnehmer für Kraftstrom kommen jetzt und in Zukunft hauptsächlich in Frage: Fabriken aller Art; Wasserwerke und Irrigationsanlagen, die für das südliche Land sehr wichtig sind; die Eisenbahn, die auf den gebirgigen Strecken viel Strom verbrauchen wird; mehrere noch zu erbauende Straßenbahnen und die Hafenanlagen in Haifa und in Jaffa. Daneben findet die Elektrizität steigende Verwendung für Beleuchtung sowie für Kochen und Heizen. Natürlich werden alle die genannten Stromabsatzgebiete erst nach dem Ausbau der Jordananlage voll befriedigt werden können. Die bisherige Entwicklung des Elektrizitätswerkes Jaffa- Telaviv bestätigt die Vermutung, daß die Rutenberg-Anlage sich als ein rentables Unternehmen herausstellen wird. Das ist ein Moment, das nicht nur die Aktionäre der Gesellschaft angeht. Kolonialländer wie Palästina bedürfen zu ihrem Aufbau der weitgehenden Mitwirkung des europäischen und amerikanischen Kapitals. Eine Finanzierung ist aber bekanntlich nur durchführbar, wenn eine ausreichende Verzinsung zu erwarten steht. Indem das Elektrizitätsunternehmen eine Rente abzuwerfen verspricht, lockt es Kapital nach Palästina und trägt damit bei zur Erschließung und zum wirtschaftlichen Aufstieg des Landes. ALLTAG IN ZION Notizen aus meinem Tagebuch VON WOLFGANG WEISL Diese Tagebuchblätter beinhalten die Impressionen eines nach Krez Jisracl ausgewanderten und dortselbst bereits seit Jahren ansässigen jungen Wiener Arztes. Es ist Angelegenheit des Autors, für die Stichhaltigkeit seiner Ausführungen einzutreten. Die Redaktion. Nachdruck verboten Copyright, 1924 by Habrith-Verlag, Vienna DER NEUE STAAT Neujahr 5685. Wir werden in ein paar Wochen die palästinensische Staatsbürgerschaft bekommen: bombensicher. Oder fast bombensicher. Oder vielleicht dauert es doch noch ein paar Monate? Immerhin, ich kann aus bester Quelle verraten, daß die geheime Sehnsucht aller europäischer Juden, die nicht nach Palastina auswandern wollen, in Erfüllung geht und daß die neuen Pässe schon gedruckt sind. Hochelegant, ganz wie englische Pässe, nur daß eben nicht England, sondern das Government of Palestine die Urkunden herausgibt. Nun, die Staatsbürgerschaft werden wir bald haben. Aber — Staatsbürger noch lange nicht. Es ist das schrecklich, ganz schrecklich bedauerlich — in den Augen aller europäischer Zionisten, die nicht nach Palästina auswandern wollen, aber es ist Tatsache: der palästinensische Jude steht „seiner" Regierung genau so gegenüber, wie etwa der zaristischen. Er gehorcht ihr mehr oder weniger widerwillig, betrachtet aber im übrigen die palästinensische Regierung als — feindliche Behörde, der er mißtrauisch, ungläubig und furchtsam ausweicht, wo er nur kann. Noch mehr: für viele Juden war der bisherige völkerrechtliche Zustand wirklich eine Qual: vor allem für die polnischen, russischen, asiatischen Einwanderer, die mangels ordentlicher Papiere nicht einmal auf Besuch nach Europa reisen konnten. Aber — die große Mehrzahl der hiesigen Juden besaß glücklich zwei Staatsbürgerschaften: dem Ausland gegenüber galten sie nach Wahl als Palästinenser, der palästinensischen Behörde als Ausländer — oder umgekehrt. Und waren damit sehr zufrieden. Man soll darüber nicht die Achseln zucken: es hat diese doppelte Staatsbürgerschaft ihre gesunde Ursache — die Angst vor den arabischen Behörden. Der einfache Jude sieht im arabischen Beamten seinen Feind, vor allem im arabischen Richter. Und die arabischen Richter, Gouverneure, Bürgermeister sind noch in überwältigender Majorität, man ist ihnen auf Gnade und Ungnade ausgeliefert. Die zionistischen Zeitungen mögen darüber soviel schreiben, als sie wollen: der einfache Jude sieht noch keinen palästiuensi-

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