Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 2 (1924)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1924)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 1)
- Language
- German
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2 M E N O R A H EREZ JISRAEL Laut den im palästinensischen Amtsblatt erschienenen Zahlen sind im Laufe des August aus Palästina 74 Leute ausgewandert, darunter 40 Christen, 5 Mohammedaner und nur 29 Juden. — Die in Konstanlinopel tagende Finanzkommission zur Festsetzung des Kriegsschuldenanteiles der früher zum ottomanischen Reiche gehörenden Länder beendete am 9. November ihre Arbeiten. Fünf Millionen türkische Pfund sind als palästinensischer Anteil an der ottomanischen Staatsschuld festgesetzt worden. — Scherif Sidi Ahmed, der „große Scheich" der Senussi des Sudan, ist am 12. November aus Damaskus in Jerusalem eingetroffen. Die Senussi sind eine mohammedanische Sekte, die ähnliche Glaubensdogmen besitzen, wie die Wahabiten. Beide gehören der als „Ikhwan" bekannten mohammedanisch-religiösen Bewegung an. — Sir Herbert Samuel, der britische Oberkommissar für Palästina, der sich im Zusammenhange mit der Tagung der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes in Genf aufhielt, hat am 2. November Genf verlassen, um nach Palästina zurückzukehren und dort sein Amt als Oberkommissar wieder anzutreten. GALUTH Die jüngst in Paris stattgefundene außerordentliche Jahresversammlung hat eine Neuwahl des Zentralkomitees der „Alliance Israelite" vorgenommen. Die ausgeschiedenen Mitglieder sind wieder gewählt worden. Es sind dies die Herren: Präsident Sylvain Levy, die Vizepräsidenten Dr. Arnold Netter und Eugene See; Schatzmeister Raoul Montefiore. — Der neuen englischen Regierung gehören zwei Juden an und zwar Major Sir Philipp Alberl Gustavo David Sassoon, der das Unterstaatssekretariat für das Luftwesen leiten wird und Herr Arthur Michael Samuel, der das Amt des parlamentarischen Sekretärs für das Übersee-Handelsdepartement übernimmt. — Die „Jüdische Volksbank" in Rumänien hat beim rumänischen Finanzministerium die Erhöhung ihres Grundkapitales von fünf Millionen Lei auf 25 Millionen Lei angesucht. — Der Lemberger Stadtrat hat auf die Intervention assimilatorischer Kreise hin, die bei den im Juni dieses Jahres stattgefundenen Wahlen in die jüdische Gemeinde keinen einzigen Vertreter durch- /.ubringen vermochten, diese Wahlen annulliert. — Auch in Lemberg wurde eine Beth-Jakob- Schule zur religiösen Erziehung der Mädchen gegründet. — Ein jüdisches Städtchen bei Minsk, Kaidanow, ist vollständig abgebrannt. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE Bis zum September dieses Jahres zählte die Gesellschaft für jüdischen Gesundheitsschutz „Ose" 1 54 medizinisch-hygienische Anstalten, darunter allein 59 in Rußland. — Das Mitglied der Zentralverwaltung der Gesellschaft für jüdischen Gesundheitsschutz „Ose", Dr. A. Rosenthal, ist nach Palästina abgereist, um die Tätigkeit des von der „Ose" gestützten Pasteur-Institutes, sowie die allgemeine sanitäre Lage der jüdischen Bevölkerung in Palästina zu studieren. — In der letzten Sitzung des Direktoriums der Emigranten-Hilfsgesellschaft „Hias" wurde Dr. James Bernstein zum Leiter der europäischen Hilfsarbeit der „Hias" ernannt. — Am 9. November begann in New York eine Konferenz der amerikanischen Gruppe des Verbandes zur Förderung des jüdischen Handwerkes und der jüdischen Landwirtschaft „Ort". — Am 5. November fand in Brüssel eine Sitzung der „American Joint Reconstruetion" statt, jener Wiederaufbauorganisation, die vom amerikanischen Joint Distribution Committee und der „Ica" ins Leben gerufen worden war, damit sie das Werk des Joint in Europa fortsetzt. — Auf die Intervention der französischen Regierung hin, hat sich die Schiffsgesellschaft bereit erklärt, den Hunderten jetzt im Hafen von Cherbourg weilenden jüdischen Emigranten, die durch das Inkrafttreten des Immigrations-Einschränkungsgcsetzes der Vereinigten Staaten nicht an ihr Reiseziel kommen konnten, die für die Überfahrt nach den Vereinigten Staaten geleisteten Gelder zurückzuerstatten. — Dieser Tage ist in Amerika die erste Gruppe jüdischer landwirtschaftlicher Arbeiter aus Rußland, Beßarabien und Polen eingetroffen. Sie sind gleich weiter nach verschiedenen Plätzen in Kalifornien und in das Orinzo-Gebiet abgereist. JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER Rabbiner Dr. S. Kornfeld, der vor kurzein sein Amt als Gesandter der Vereinigten Staaten für Persien niederlegte, traf dieser Tage in New ork wieder ein. Rabbiner Kornfeld wurde vor drei Jahren vom Präsidenten Harding zum Gesandten der Vereinigten Staaten für Persien ernannt. In Teheran hat Rabbiner Kornfeld sich oft für den Schulz der vom Pöbel bedrohten Juden eingesetzt. —- Am 29. Tischri 5685 wurde der neugewählte Rabbiner der orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde in Bonyhady, Rabbiner Ahron Preßburg, der bisher in Papa gewirkt hatte, in sein Amt eingeführt. — Großrabbiner Israel Friedmann ist nach einem mehr- ■........ÜM:":!-!^1 H'!:l!! i-1 IIK11'! I!.|!:....." II!- M: AN UNSERE LESER In dem steten Bestreben, unseren Freunden und Lesern eine möglichst weite Übersicht über jüdisches Wesen und Schaffen zu geben, haben wir unter schweren finanziellen Lasten den „SC HL EMI EL" jüdische Blätter für Humor und Kunst, der in den Nöten der Inflationszeit zum größten Bedauern der jüdischen Öffentlichkeil eingestellt werden mußte, zu neuem Leben erweckt. Angesichts der hohen Herstellungskosten können wir aber nur jenen Abonnenten diese Beigabe ohne weiteren Aufschlag auf den Abonnementpreis zugehen lassen, welche mindestens für ein halbes Jahr den Abonnementpreis voraus bezahlt haben. Mit Rücksicht darauf, daß mit vorliegender Nummer der zweite Jahrgang endet, werden wir in den nächsten Tagen alle P. T. Abonnenten, deren vorausbezahltes Abonnement abläuft, mit abgesondertem Schreiben zur Vorauszahlung auffordern und ersuchen im eigensten Interesse um prompte Einzahlung. Die Redaktion. J^!l|:i ,:! i:!,!;^!^^!!! ■Llhl' ,1,! wöchentlichen Aufenthalt in Polen, wo er die hohen Feiertage verbracht hat, nach Wien zurückgekehrt. — Aus Warschau lief die Beschwerde ein, daß der dortige Konsul 37 Rabbonim die Visa für Amerika verweigert hat und sie auf die allgemeine Quote verwies, obwohl Rabbiner außerhalb der Quote einreisen dürfen. — Die Hauptsynagoge in Odessa ist von den Behörden geschlossen worden. — Rabbiner A. J. Kook aus Jerusalem, sowie der Oberrabbincr aus Litauen und Rabbiner Epstein, das Haupt der Slobodkaer Jeschiwoth in Litauen, die seit mehreren Monaten in den Vereinigten Staaten weilen, um dort clic Kampagne des Zential-Relief-Komitees zugunsten der Jeschiwoth in Europa und Palästina zu fördern, treten m diesen Tagen die Rückreise in die Fleimatländer an. Durch die Bemühungen cler Rabbiner-Delegation ist eine Summe von 400.000 Dollar für den erwähnten Zweck aufgebracht worden. KUNST UND WISSENSCHAFT Die dänische Wissenschaft wird demnächst auf alten religionsgeschichllichen Stätten in Palästina Forschungen und Ausgrabungen unternehmen. In erster Linie sollen Nachgrabungen in der allen Residenzstadt des Königs Saul, in Silo, erfolgen. —- Am 8. November abends ist in London, der über die Grenzen Rußlands hinaus bekannte jüdische Gelehrte Dr. Alexander Braudo an Herzschlag verschieden. -— Dr. David Cohen wurde von der holländischen Regierung zum außerordentlichen Professor der klassischen Geschichte, insbesondere der hellenistischen Periode, an der Reichsuniversität zu Leyden ernannt. Durch ein Versehen ist in der letzterschienenen Nummer 1 1 bei dem Aufsätze des Herrn Rabbiners Dr. S. Kaatz: „Rabbi Akiba Eger huf dem alten Markte in Posen", der Vermerk übersehen worden, daß die dortselbst veröffentlichten Bilder „mit Erlaubnis des Verfassers dem Buche Arthur Kronlhals: .Werke der Poscncr bildenden Kunst', Berlin und Leipzig 1921, entnommen sind." Die Redaktion. Fl AB l.ISS E M ENT EDUARD SÄCH ER WIEN.I..OPERNRING 11-RENDEZVOUS DER VORNEHMEN WELT