Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 2 (1924)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1924)
- Article
- Illustrierte Haggadoth
- Date
- 1924-06-01
- Page
- Seite 5 (sequence 3)
- Language
- German
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MENORAH 5 Bevor wir die weitere Entwicklung verfolgen, soll noch einiges über die in Prag verwandte Type gesagt werden. Diese ist ein in den Druck übertragener aschkenasischer Duktus der Renaissance, der noch deutlich die für die Federschrift charakteristische Unterscheidung von feinen uad dicken Zügen aufweist. Die Type zeigt durch die genau senkrechte Führung der nach unten gehenden Striche ihren renaissancistischen Stil, der durch die besondere Betonung und durch die Länge der genau wagrechten Querbalken unterstützt wird. Diese Type, die der Gersonidischen Druckerei eigen ist, stammt von der Schreibart der Aschkenasim ab. Sic zeigt. Dort läßt sich gegen die erste bereits ein Fortschritt feststellen, die Umrahmung ist beim Mazzothbacken hinzugefügt, und der Chamez suchende Mann ist in die seitliche Randleiste gerückt.) Das Gesamtbild der umrahmten Seiten der Mantuaner Haggadah mit den kräftigen Buchstaben läßt einen ruhigen, disziplinierten Künstler erkennen, dessen Namen wir allerdings nicht erfahren. Der Druckvermerk gibt nur Itzchak Bassan ben Schmuel, Synagogendiener bei Isaak Cohn in Porto (oder Isaak Port) an. Bassan druckte seine Haggadah 1560 (2. Auflage 1568) bei Giacomo Ruffinello in Mantua. £y*nn WS D5T3 naVprii crr^jw Dn~on o^inr? 'Vhn Tj^n rom STICH AUS DER ILLUSTRIERTEN HAGGADAH, AMSTERDAM, GEDRUCKT BEI WESEL, 1693 Nacli dem Originale im Besilxe der Bibliothek der isr. Kultus»einemde in Wien im 14. und 15. Jahrhundert die schräge (links oben nach rechts unten) Richtung mit Schwingung im mittleren Teil, die zuerst vielfach in den Druck übernommen wurde. Vom 16. Jahrhundert an wandelt sich die Schrift in der Kunstauffassung der Renaissance zum Typus der Prager Drucke. Mit dem Vordringen der sefardischen Typen, die auf die stets gleich dicke Kalamusschrift (Schreibrohr Kalamus) zurückgehen, verschwinden die aschkenasischen Formen mehr und mehr, wenngleich sich noch geraume Zeit in Oberitalien beide Typen nebeneinander finden. (Unsere heute üblichen hebräischen Typen gehen übrigens auf eine Mischung beider Formen zurück, jedoch dominiert das sef ardische Element.) Nicht nur in der Form der Buchstaben, sondern auch im Zusammenhang der Bilder erweist sich die Mantuaner Ausgabe der Haggadah als eine Nachfolgerin der Prager. Dennoch darf man die eine nicht als eine glatte Kopie der anderen betrachten, denn abgesehen von der Benützung italienischer Vorbilder, von denen der Jeremias aus der Sixtinischen Decke mit einem Judenhut bekleidet, am bekanntesten ist, sind die Typen zum Teil doch nicht gleich. Zweifelsfrei kannte der Meister der Mantuaner Ausgabe diejenige aus Prag und formte im Geist seiner Zeit und seines Kunstkreises die Vorlagen um, erfand Neues hinzu und schuf damit ein neues Kleid für die alten Inhalte. Bemerkenswert ist das Verlangen, nun jede Seite zu umrahmen, es geschieht mit Fruchtkränzen, in denen spielende Putti sitzen. Das seitlich in den Text geschobene Bild tritt zugunsten der unten und oben, gelegentlich auch in die Seitenleiste eingeschobenen Darstellungen zurück. Nur beim Mazzothbacken und beim Einzug Elias ist die alte, wie eine Randzeichnung wirkende, ungerahmte Illustration beibehalten. (Schwarz bildet die zweite Ausgabe ab, was allerdings nur aus dem stark verkleinerten und deshalb unleserlichen Faksimile des Titelblates hervageht, weil jede diesbezügliche Angabe fehlt. Im Bildschmuck fast identisch mit der Mantuaner Haggadah ist die Venediger, die 1599 bei dem Nichtjuden Juan di Gara. auf Veranlassung von Salomoh Chajim und dessen Sohn Abraham erschien. Dieses Exemplar lehnt sich eng an die bei Schwarz abgebildete (2. Auflage) der Mantuaner an, zeigt alle Bilder fest umrahmt, auch das Mazzothbacken und den Elia, und hat nun alle an den Rand oder nach oben und nach unten verschoben. Die Randleisten sind schlichte Arabesken im Stil der Zeit, die Bilder stilistisch ein wenig verändert, zum Teil etwas klarer, das Ganze jedoch hat viel von seiner ursprünglichen Vornehmheit eingebüßt. Abgesehen von dem Format, das in kleinem Halbquart gegen die Mantuaner Folioform abweicht, sind die kleinen Typen, im Mischungstyp zwischen sefardisch und aschkenasisch, wohl leichter lesbar, aber weniger splendid. Immerhin ist die kleinere Venediger Schwester eine sehr gute künstlerische Leistung, die in zeichnerischen Einzelheiten sogar die größere Mantuaner übertrifft. Eine Nachfolgerin dieser Venediger Ausgabe erschien 1662 in Amsterdam, sie ist noch kleiner, Breitoktav, aber ausgezeichnet durch Klarheit der Zeichnung und Sauberkeit des Drucks. (Fortsetzung und Schiuli folgl im nächsten Helte.) n$evicl)tigu7ig DAS PESSACHFEST. In dem Beitrag „Das Pessachfest" von Erich T o e p 1 i t z, dessen erster Teil in Nr. 4 erschien, haben sich einige Druckfehler verirrt. Seite 4, Spalte 1: Zeile 12, von unten, entfallen zwischen „Sedcrordnung" die beiden Komma (Beistriche); Spalte 2: Zeile 4, von unten, „Chaurausecth" statt Charauseth; Zeile I, von unten, „Lcvie" statt L c v i. Seite 3, Spalte 2: Zeile 26, von oben, „Merauer" statt Moraur; Zeile I, von unten, „Sajin" statt J a j i n. S e i t e 6, S p a I t c 1 : Zeile 5, von unten, „schel" statt schcl; Zeile 3, von unten, „Rav" statt R a w; Spalte 2 : Zeile 2, von oben, „Mainemdes" statt M a i m o n i d c s; Zeile 10, von oben, soll es heißen „im Rahinen des allgemeinen Kunstempfindens der Entstchungszeit: Zeile 6, von unten: Das kurze P e s s a c h-