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Menorah · 1924-05-01 · Heft 5 (Mai 1924) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 5 (Mai 1924)
Article
Die wahre Würde
Date
1924-05-01
Page
Seite 5 (sequence 1)
Language
German
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M E N O RAH ILLV5TRATED MONTHLY FOR THE JEWI.TH HOME Illujtr.MonatctchriftFür Die Jüdltche Fanilie V\\T ERLAG II. R Kl) AKTION: VV1KN (VIKNNA). V\ II. .lAHItCAXG t/1 AIJONNKM KXTS- U. I X S E R A T K N A U F T H Ä G K £/£ V\ IX. MEZ., BKKGGASSK 31 / TKI.KIMIOX 11-2-11 V\ MAI 1924 t/t NIMMT IHK AI>.M1XISTIIAT10\ VY1KX t/£ V\ DRUCK : »KLBKMÜI1L-, WTEX. IX.. l'.KR(i(.i. 31 V\ XR. o f/t IX., l'.EKGGASSE 31. EXTGEGKX / TKK. W-'l-wt/t DIE WAHRE WÜRDE Die Zeit scheint glücklich vorbei, da ein fanatischer Nationalismus sein höchstes Ziel darin sah, das jüdische Volk als eine den anderen Nationen gleichartige und gleichwertige Nation anerkannt zu sehen und um diesen Preis bestrebt war, selber alles auszurotten, wodurch das eigene Volk in das Schema der übrigen europäischen Völker sich nicht einfügen ließ. Während man also beispielsweise nationale Dichtung und nationales Theater mit übertriebener Beflissenheit hochzuzüchten begann, weil man diese Künste bei den anderen Nationen als hauptsächliche Kulturfaktoren preisen hörte, trachtete man ängstlich, möglichst alle Spuren der alten nationalen Gläubigkeit zu verwischen. Denn der Nationalbegriff der umliegenden Völker, der Reformation und Revolution entstammend, war ausgesprochen aufklärerischer Natur und konnte den einzelnen Völkern wohl jeweils besondere Veranlagungen zuschreiben — etwa den Engländern für Staatskunst oder den Deutschen für Musik — konnte aber unmöglich anerkennen, daß ein Volk in seiner ganzen Anlage von allen anderen Völkern der Welt grundverschieden sein könne. Und weil ganz und gar materialistisch fundiert, konnte dieser oberflächliche Nationalbegriff unmöglich irgendeinem Volke das Recht zuerkennen, von sich auszusagen, daß es zu anderem Zweck da sei, als nur eben dem des zwecklosen Existierens: so daß die Überzeugung von einer besonderen Mission Israels unter den Völkern jenen jüdischen Anhängern des animalischen VoiksbegrifTes als lächerliche Narrheit erscheinen konnte, die man dem eigenen eingebildeten Volke mit Hohn und Haß verleiden mußte. So ergab sich ein seltsames Schauspiel nationaler Würdelosigkeit neben übertriebenstem Nationalstolz; denn während diese nationalistischen Kreise alles daransetzten, der Welt ihre Ebenbürtigkeit zu beweisen, indem sie in das neuheidnische Kunstgeschrei und demokratischeGeschwätz einstimmten und indem sie jede Dummheit der anderen Völker mitmachten, bis herab zu Sport und Körperkultur, waren ebendieselben Kreise krampfhaft bemüht, gerade jene alten jüdischen Eigenschaften aus der Welt zu spotten und zu schelten, ja zu lügen, in denen Israel seit jeher allen anderen Völkern überlegen gewesen war. Juden waren es großenteils, die mit tollem Eifer sich bemühten, die großartigen sozialen Vorschriften der Bibel, die in Wahrheit dem uralten jüdischen Glauben an Gottes Gerechtigkeit als an die Grundlage der Welt entsprangen, auf babylonisch - assyrische Kulturclcmente zurückzuführen — Juden großenteils, die mit lächerlicher Freude jeden neu ausgeschaufelten Tonrcherben begrüßten, der ihnen noch einmal beweisen zu können schien, daß Israels Religion nicht originell-jüdisch sei, sondern eigentlich doch nur ein Ableger babylonischen Tiefsinns — Juden großenteils, die das ganze riesenhafte Gebäude jüdischer religiöser Literatur als mittelalter- MOSES ERSCHLÄGT DEN ÄGYPTER Veröffentlicht mit Genehmi^im« des Thyisos-Verlages, Leipzig und Wien, dein biblischen Zyklus in fünfzig farbigen Bildern: „M oses' entnommen

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