Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1924-04-01 · Heft 4 (April 1924) · p. Seite 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 4 (April 1924)
Article
Max Reinhardt
Date
1924-04-01
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2912821-2912828-2912832-2913988--00707-2914043
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

18 MENORAH i "f *c i n GRABDENKMALE WULKAN & NEUBRUNN STADTSTEIN METZMEISTER WIEN ID RENNWEG 110 BADISCHER ANZEIGER NUR WER NICHT VERGISST IIIIIIIIIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIÜIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIÜIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII uns die AboiinemutitKchülir rechtzeitig einzusenden, kann mit der regelmäßigen weiteren Zusendung der AAenoraii rechnen. I Freiburg (Breisgau) Goethestraße 3. Eigene Vilta Töchterpensionat nebst Töchterschule und Haushaltungskurse Frau Ida Cohn u. Lotte Bernstein staatlich geprüfte Lehrerinnen Vorzügliche Ausbildung. Erstklassige Verpflegung. Beste Referenzen Freiburg nrr im Breisgau, Rhoederstraße 2 Restaurant Libanon einzig streng koschere, bürgerliche Küche Südbadens Restaurateurin Henny Schmuckler METHODE RITTER LEOPOLDSTR-1 AM KAISERPLATZ E ENGLISCH - FRANZÖSISCH ITALIENISCH-SPANISCH - PORTUGIESISCH - RASCHER SICHERER ERFOLG * DAS GANZE 3AHR GEÖFFNET ♦ Schulen: Karlsruhe, Leopoldssir. 1 Pforzheim, Baumstr. lO Bruchsal, in Eröffnung auszuschalten. Dann sagen die Menschen, die nicht wissen, was Führen und Organisieren ist: er nützt die anderen aus. Wie stark muß eine Persönlichkeit sein, daß sie ruhig alle fremden Ansichten anhören und prüfen kann und doch dem Ganzen ihre Linie, den unverkennbaren Zug ihrer Hand zu geben weiß! * * * Glück —? Er hat gearbeitet, wie ich nie einen Menschen arbeiten gesehen habe. Seine Nerven gehören zu seinem Personal; sie haben sich zu fügen. Er hat einmal in meiner Gegenwart ein Stückchen Arbeit geleistet, das festgehalten werden soll. Es erklärt ihn und seine strahlende Laufbahn. Es war in den Anfängen seines Theaters. Wir probierten eine Komödie von mir bis vier Uhr; dann wankten die Schauspieler müde nach Hause. Er zog sich mit mir in sein Bureau zurück, um einige Kürzungen zu besprechen. So wurde es fünf. Wir gingen schließlich in ein nahe gelegenes Restaurant. Aber bei Tische arbeitete er weiter. Um sechs stand er auf: „Ich muß jetzt ins .Deutsche Theater' hinüber: ich habe heute Abend den Mephisto." Ich starrte ihn an. Jetzt, nach dieser grandiosen Arbeitsleistung hatte er noch diese enorme Rolle vor sich —? Ein anderer schont sich den ganzen Tag, wenn ihn der Abend mit einer solchen Aufgabe erwartet! Und dann fuhr er fort: „Bitte, setzen Sie nach der Vorstellung, also für I 1 Uhr etwa, eine Dekorations- und Beleuchtungsprobe an. Vertreten Sie mich; ich komme hinüber, sobald ich drüben fertig bin." Und dann kam er, und es war 2 Uhr, als wir das Theater verließen. Und die Leute sagen, er hat Glück. * * * Die phänomenale Arbeitsleistung seines Lebens erklärt natürlich nur Eines: die sachliche Hingegebenheit. Er wirbt um eine Dichtung, wie man um eine geliebte Frau wirbt. Er fühlt, er will, er kennt nichts anderes als ihre Eroberung. Da vollbringt er Wunder der Tapferkeit, in jedem Sinne. Aber da läßt der Regisseur unter Umständen auch den Direktor nicht zu Worte kommen. Das erklärt die Schatten, die auf seinem Theater ruhen. Die gelöste Aufgabe interessiert ihn nicht mehr. Es ist fünf Uhr nachmittags; er probiert weiter. Der Flauptdarsteller meldet sich: „Herr Professor, ich kann nicht weiter arbeiten, ich habe heute Abend eine große Rolle." Reinhardt winkt ruhig einen seiner Helfer herbei. „Herr X. ist heute abend frei; sorgen Sie für Ersatz. Die Probe geht weiter." Da ereigneten sich dann die merkwürdigen Zwischenfälle, die sein Theater freilich auch berühmt gemacht haben. Am Abend tritt irgendein Herr auf, den der atemlose Dramaturg in einem Theatercafe, manchmal sogar auch erst an der Abendkasse, als er sich seine Freibilletts holen wollte, erwischte. Der fremde Herr stellt sich den Mitwirkenden während der Vorstellung in einem „bei Seite", mitten im Dialog des Stückes, vor. Reinhardt ist Wiener. Und er weiß, daß es zu den schönsten Traditionen des Wiener Theaters gehört, die fünfzigste Vorstellung auf dem Niveau der ersten, auf einem höheren Niveau, als es die erste zeigte, bieten zu können. * * * Er hat Glück; ja. Er hat das Glück, Max Reinhardt zu sein. tetf&i&l*.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.