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Menorah · 1923-01-01 · Heft 6 · p. Seite 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
1 (1923)
Issue
Heft 6
Article
Fashion Notes ; Modebericht
Date
1923-01-01
Page
Seite 23 (sequence 3)
Language
German
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23 MENORAH Abendkleid aus weißem Samt, Fuchsbesatz Evening-dress of white velvet (Fortsetzung von Seite 20) digen, übermütigen Molly. Ihr ausgelassenes Temperament nimmt den armen Jungen oft zur Zielscheibe. Aber auch die anderen haben unter ihrer Spottlust zu leiden. Hat sie doch, als Chassidim in männliche Gewänder -verkleidet, im Chor der Chasen mitgesungen und dann den andern Sängern berauschende Getränke in Übermaß ausgeschenkt. Die ausgelassene Stimmung benülzte sie ^niiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiinitiM^ | „Osma", ehem. Werk G. m.b.H. 1 | Wien, IV., Margaretenstrafie 19 | | Erzeugung von: I 1 OSMA 1 | feine Toiletteseifen 1 | OSMANIT ] 1 Alaunsteine | I osmanor] Pudersteine | z7niiiiiiiiiii!iii!iiiiiiii:iiiiniuiiiiiiiiiiiiiuiiiiiMi:iniiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiniiniMi!iiiiiirrdann zu einem Shimmytanz mit dem Chassidim und man lacht und freut, sich über den gelungenen Scherz. Am Abend vor der Hochzeit ihrer Kusine führt Molly abermals einen tollen Streich auf, der sich aber in ein Erlebnis von verhängnisvollem Ernst verwandelt. Nachdem man ihr über die religiöse Zeremonie bei der Trauung erzählt hat, will sie sich den Vorgang vergegenwärtigen und selbst Braut spielen. Sie legt Kran/, und Schleier der Braut an und wählt den schüchternen Rüben zum Bräutigam; hat sie doch oft genug bei Tisch bemerkt, daß Ruhen mit schwermütigen, verliebten Blicken nach ihr geschaut hat. Der fromme Jüngling sträubt sich, diesen frivolen Spaß mitzumachen, er wird aber verspottet und ausgelacht und schließlich genötigt. Unter seltsamen Blicken auf das junge Mädchen faßt er einen grimmigen Entschluß. Das Hausgesinde spielt den Rabbi und die Trauzeugen und die Hausmagd besorgt einen Ring; Rüben ergreift Mollys Hand und schiebt den Goldreif auf den Finger und spricht mit tiefem E.rnst die vorgeschriebene Formel in heiliger Sprache. Gleich darauf erschallen unter Lachen die Rufe der Anwesenden: „Mascltow, Maseltow". Es ist geschehen, es ist geschehen. Durch die lärmende Heiterkeit werden nun auch die Familienangehörigen herbeigelockt und erkundigen sich nach der Ursache. Doch als sie erfahren, was hier geschah, verfinstern sich ihre Gesichter, denn sie Avissen, daß das Ritualgesetz sich nicht /u Scherzen mißbrauchen läßt. Die Trauung war vor zwei Zeugen den Vorschriften gemäß erfolgt, so gilt vor Gott und der Judengemeinschaft die Ehe als wirklich geschlossen und Molly ist die angetraute Gattin Rubens, über dem sich nun der Zorn des erregten Vaters und der Verwandten entlädt. Bestürzt erkennt Molly das angerichtete Unheil und bricht in Tränen aus, doch gibt sie der Wahrheit die Ehre und gesteht ein, daß sie allein an allem schuld sei und den armen Jungen in der Tat genötigt habe. Zunächst will man die wirkliche Hochzeitsfeier des nächsten Tage? nicht stören. Mit dem üblichen Gepränge und der gewohnten Freudigkeit spielt sich das Hochzeitsfest ab, aber Molly stiehlt sich immer wieder aus dem lustigen Kreis und beweint es. daß sie die Gattin eines Kaftanjuclcn mit Zierlocken ist. Was werden ihre Freundinnen in New York dazu sagen? Aber folgenden Tags wird vor dem Ortsrabbi Gericht gehalten. Dieser kommt zu dem Schluß, daß Rüben der rechtmäßige Gatte Molly? geworden ist, aber er macht es Rüben begreiflich, daß seine Tat moralisch verwerflich ist und er die großen Sympathien, deren er sich als frommer und gelehrter Jüngling erfreut hat. verscherzen werde, wenn er sich nicht zu einer freiwilligen Scheidung dieser Ehe bewegen lasse. Weder Zureden noch Drohungen, noch Versprechungen können aber Rüben bewegen, der Amerikanerin die gewünschte Scheidung in ritueller Form zu geben. Der Vater ist zu einem Gcldopfer bereit, das Rüben Zeit seines Lebens aller Sorgen entledigen würde, aber umsonst. Rüben liebt Molly und gibt nicht nach. Alle wenden sich entrüstet von Rüben ab, nur der alte Menasche bleibt ihm gewogen und nimmt ihn in sein Haus und schützt ihn vor den Insulten der andern. Auf sein Zureden nimmt Rüben die oft wiederholte Einladung eines Pelzmantel aus Nerz, orgineIlc weile Ärmel Fur-coat of Nerz wilh original wide sleeves reichen kinderlosen Onkels in Wien an, der schon oft dem begabten Brudersohn seine hilfreiche Hand bieten wollte. Der fromme Jüngling aber hatte immer befürchtet, daß er in Wien die ererbten Sitten aufgeben müßte und so hat er bis jetzt das Anerbieten ausgeschlagen. Nun ist er unter Menaschcs Anleitung zu der Anschauung gereift, daß die äußere horm sich nach der Umgebung richten müsse, wobei aber die F römmigkeit ^j!' II Ii Iii' illi i 'I!'! Iii :'|;': 'i!!;! II Ii!! II!!!!! II II II lil:ül!' i Ii III II Ii II IUI IIIIII II III II l^j 1 MODELLHAUS \ | Ida Reich it. Bruder, Wien | % Toiletten für die vornehme Dame § 1 17., MarMhüfetstr :<>) /., Kanunerstr. 19 | g IM HAUS!-;V Ii UM A X N % Detail En gros i;Y!lllltllllli:illlfll!ili!;i;i IHlllll!lllimHIIIII!l!lllll:l«lllllllll!l!illllllIllltllimimiltllllliiH

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