Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 1 (1923)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Fashion Notes ; Modebericht
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 1)
- Language
- German
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21 MENORAH cSFasßion SVotes I SYlodeSevicßt Abendmantel aus Persianer mit Affenhaar verbrämt Evening coat of persianer with apc-skin Wenn wir die Mode formen der letzten zehn oder fünfzehn Jahre an uns vorüberziehen lassen, so kommen wir trotz der stets wiederkehrenden Behauptung des „nie dagewesenen Luxus unserer Tage" zu dem Ereignis, dafi die Mode einfacher geworden ist. Einfacher ist aber nicht gleichbedeutend mit weniger kostbar und hei fit auch nicht weniger kostspielig. Die trübe Stimmung der letzten Jahre hat uns gelehrt, dunkle, unauffällige Farben und einfache Formen zu wählen, eine Wahl, die die wirklich elegante, geschmackvolle Frau schon früher getroffen hat. Ist es nun die Gewöhnung dieser Jahre oder hat ein Teil der Frauen die immer latent gewesenen Forderungen endlich begriffen, Tatsache bleibt, daf.i die Einfachheit als oberstes Gesetz anerkannt ist und vor allem im Stil der Straf.icnkleidung beinahe ausnahmslos befolgt wird. Oft machen sich für kurze Zeit fremde Einflüsse fühlbar, aber das Auffallende kann sich nur schwer halten und verschwindet, ehe es sich noch recht durchgesetzt hat. Einfachheit fordert vor allem dunkle, gedämpfte Farben, ruhige Linienführung uhd diskrete Verwendung aller betonenden Verzierungen. Die Verbrämungen dei Straficnkostüme sind bescheidener geworden, aber vielleicht kostbarer, weniger reich, aber wertvoller im Material. Ein schwarzes Perlainekostüm mit Breitschwanzverbrämung, ein 1 uchkostüm in braun oder tope mit Zobel oder bräunlichem Oppossum, grauer Shetland mit I" lattcrfuchs, das sind einige Beispiele von vielen, die den Grundsätzen der geschmackvollen Frau entsprechen, vorausgesetzt, daf.i die Linienführung jene Einfachheit aufweist, die das grölitc Geschick des Schneiders erfordert. Es gibt Frauen, die nie modern gekleidet wirken, und andere, die immer is schwarzem Panne mit Strairiieiiplatten Trottcuruf blackpannc with Ostrich. I eathers schick aussehen, trotzdem die erstcren vielleicht öfter ein Kleid aus einem ersten Salon bezichen und die anderen ihren Toilettenaufwand mit Flilfc eines kleinen Schneiders und einer unbedeutenden Schneiderin bestreiten. Elegant wird nur die Frau sein, die die Mode ihrem persönlichen Geschmack anpal.it, nie aber che, die sich jeder Modeströmung restlos unterordnet. Viele entscheidende Modebestrebungen lassen sich auf den Einflufi eines entscheidenden persönlichen Geschmackes einer einzelnen Frau zurückführen. So dürfte es auch ihrem feinen Gefühl für Nuancen gelungen sein, die Anschauung, dafi der grol.ie Pelz kein Alltagskleid ist, populär zu machen und gleichzeitig die Mode der kurzen Pelzjackc zu lancieren. Die Mode wird nicht nur von den Schneidern gemacht und diktiert. Jede Frau mit dem Sinn für das Schöne, mit Geschmack begabt, arbeitet bewuf.it oder unbewuf.it mit an allen Erscheinungen der Mode. Irgend eine Laune des Augenblicks, wie sie den Schleier steckt, eine Blume trägt, wie sie das Kleid an der DIE GUTE NÄM5EI MEZVÄf EU Einfaches Abendkleid aus grauem Crepe salin F.vening-dress made of grey crepe salin Schulter mit einem Schmuckstück befestigt, wie sie den Gürtel wegläfit oder einen Ledcrgürtel trägt, das alles aus einer momentanen Empfindung heraus, das alles hat Einflufi und ist mit ein Quell, aus dem die Schneider ihre Anregungen schöpfen. Die kurze Pelzjacke, von der vorher die Rede war, die man mit einem in der Farbe zum Fell gestimmten Rock aus stärkcrem Wollstoff schon vergangenen Winter trug, erfreut sich weiter grolier Beliebtheit, weil dieser Anzug für den Vormittag geeignet ist. und alles Praktische hält sich trotz der Laune der Mode länger. So bleibt der grof.ic Pelzmantel für den Nachmittag und Abend. Die Sitte, den Mantel nicht wie früher abzulegen, sondern im Theater, sogar im Gesellschaftsraum damit zu erscheinen, hat zwar auch ästhetische Gründe, läf.it sich aber auf di;> einfache Ursache zurückführen, nämlich auf die Tatsache, clali die Zeit nicht ferne ist, da nu.i. lür sein Eigentum fürchten mulite, und daher aus der Not eine lugend machte. Die reizvolle Wechselwirkung, wenn die Trägerin den Mantel ein wenig von den Schultern gleiten läf.it, der weiche Glanz des Felles, das kapriziöse Seidenfutter, die Farbe und Linienführung des Kleides