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Menorah · 1923-01-01 · Heft 5 · p. Seite 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
1 (1923)
Issue
Heft 5
Article
Fashion Notes ; Modebericht
Date
1923-01-01
Page
Seite 21 (sequence 1)
Language
German
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21 MENORAH <5Fasßion SVotes I SYlodeßevicßt Alljährlich versucht eine Reihe der führenden Modcateliers in Paris, vom Stilkleid aussehend, der Silhouette die charakteristische Linie von anno 1830 oder noch früher, weit, gebaucht, breit ausladend, zu verleihen und sogar Krinolincn werden lanciert. Auch dieses Jahr gab es einen stillen Kampf zwischen „breit" und „schlank", dann ein Nebeneinander, bis schließlich die schlanke Linie einen endgültigen Sieg davongetragen hat. Weite, gebauschte Röcke bleiben dem Stilkleid allein vorbehalten, dem Stilkleid, das eigentlich nur für den Abend und die Bühne bestimmt ist und dann immer ein wenig kapriziös wirken wird, daher es nur wenige Frauen werden tragen können. Das besagt zwar nicht, daß es nicht viele tragen werden, denn über Tragen können und Tragen werden, da ließe sich noch manches sagen. Auf wenigen Gebieten ist der Mangel an Selbstkritik so offensichtlich, wie auf dem der Mode. Das war immer und wird so sein, solange es überhaupt eine Mode gibt, und den Mode» narrheiten verfallen die Männer nicht weniger als die Frauen, nur mit dem Unterschied, daß die Männer womöglich noch lächerlichere Figuren machen, weil sie sich so erhaben dünken über derlei Nichtigkeiten. Es gibt eine Menge interessanter Zeichnungen und Stiche, zum Beispiel eine Serie aus dem 1 7. Jahrhundert, die in Straßburg erschienen ist und die Männer- und Frauenerwicsen. es genügt eine leise Andeutung in Form eines kleinen Volants) und voilä das Abendkleid. Aber nicht nur die Abendkleider aus Moire, Panne, verschiedenen Lamestoffen werden so bearbeitet, auch bei Sloffkleidern, Mänteln, sogar bei Pelzen bleibt die „Schlangenlinie" gewahrt. Das wäre so das, was man trägt, wer aber kann es tragen? Seinen Körper so zur Schau zu stellen, wie es bei diesen engen Kleidern der Fall ist, wo Arme, Schultern und 1 lals frcibleiben, und der den Körper straff umspannende Stoff die Formen nachdrücklich betont, das können sich nur gut gebaute, schlanke krauen erlauben. Ist der Körper schön, dann gibt es nichts indezentes. Wehe aber, wenn ältliche, dicke, mit den leider recht verbreiteten, ein wenig zu kurz geratenen Beinen m solchen Gewändern erscheinen, dann ist dasselbe, das bei der gut gewachsenen Frau schlimmsten Falles „apart" gewirkt hat, indezent und vor allem unästhetisch. Und wie unrecht tun diese krauen in ihrem eigensten Interesse. Dieselbe Frau, die in solchem engen Futteral unvorteilhaft, oft sogar lächerlich aussieht, könnte in einem, die Formen nur ein wenig kaschierenden Kleid jugendlich und hübsch aussehen. Doch sie hat in einem Modebericht gelesen „eng", daher muß sie der Mode folgen, gleichgültig, ob es ihrer Erscheinung von Vorteil ist oder nicht. Wie wenige Frauen wissen, welche Farben sie wählen Cape aus Seidenbrokat mit Gold franse Cape of silk-brocade with goldenfringes klcidung in Wort und Bild karikiert. Jeder Zeichnung, die irgend eine besonders auffällige Modenarrheit verspottet, folgt eine ausführliche, in Versform gehaltene lächerliche Beschreibung. Ähnliche Karikaturen finden sich zahlreich in allen Epochen, und auch die heutige Zeit wäre nicht arm an Stoff für ähnlichen Spott. Die schlanke Linie hat einen so endgültigen Sieg errungen, daß die Frau, die dem Modediktator sich streng unterwirft, ein Kleid nicht mehr anzieht, sondern sie nimmt ein Stück schmiegsamsten Materials und umwickelt damit ihren Körper so straff sie kann, schließt die seitliche Raffung mit einer Schnalle (Ärmel haben sich beim .Abendkleid als überflüssig, respektive hinderlich DIE GUT E NÄH 5 E Reisckoslüm aus braunem, kariertem Homespun 1 ravelling-costume of checked brown home-spun MEZ VATER Einfaches Wollstoffkleid mit Stickerei Simpie dress of wollen malerial with so nie

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