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Menorah · 1923-01-01 · Heft 5 · p. Seite 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
1 (1923)
Issue
Heft 5
Article
Der Aufbau des jüdischen Palästina
Date
1923-01-01
Page
Seite 16 (sequence 2)
Language
German
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16 MENORAH befragt, zur Antwort gab: „Die alten Griechen hatten nur eine Frau und dies wurde — Monotonie genannt." In Palästina leiden wir sicherlich nicht an Monotonie, und der Landpfleger von Palästina hat im politischen Sinne wenigstens zwei Frauen, wenn nicht mehr, sicherlich aber zwei Erste Gemahlinnen, nämlich die arabische und die jüdische Bevölkerung, und seine Bemühungen, die beiden zu veranlassen, in Frieden miteinander zu leben, sind, wie ich leider gestehen muß, nicht immer erfolgreich. Die Juden von Palästina, die Juden der Welt sind nicht anti-arabisch, und sie werden nie dulden, daß ihnen eine derartige Haltung aufgezwungen werde. Denn sie haben für die Araber, diese alte, begabte und ihnen verwandte Rasse, Achtung und Freundschaft, und tatsächlich ist die Kampfstellung der Araber in diesem Augenblick ein eifriger, kräftiger und leidenschaftlicher Widerstand gegen einen Angriff, der in Wahrheit gar nicht versucht wird. Ich bemerke, daß in einer kürzlich im House of Lords gehaltenen Rede Lord Islington die Regierung in Palästina mit folgenden Schlagworten bezeichnete: „diese Zionistische Regierung", „dieses Zionistische Verwaltungssystem", „diese Zionistische Bureaukratie". Ich zählte nicht weniger als zwölf derartiger Ausdrücke in dem wörtlichen Bericht. Es gibt keine zionistische Regierung in Palästina, noch auch gibt es eine zionistische Bureaukratie. Unter den Stellungen von größter Verantwortlichkeit, welche sehr zahlreich sind, werden nur zwei von Juden bekleidet: der Oberste Bevollmächtigte (High Commissioner) und der Kron-Anwalt (Attorney General). Auch die Aufsicht über eines der kleineren Departements, das Arbeitsdepartement, ist in den Händen eines Juden. Aber hiervon abgesehen sind alle Beamten in leitender und verantwortlicher Stellung Engländer und Christen. Wir hoffen nun einige muselmännische Mitglieder der Regierung einzuverleiben. Nicht einer der Leiter der Departements ist ein Jude, kein Distriktsleiter, kein Distriktsleiterstellvertreter, kein Distriktspolizei^ chef, und doch wird es dargestellt, als sei die ganze Verwaltung in den Händen leidenschaftlicher Zionisten. Die Juden wünschen keine bevorzugte Stellung. Es wurde kürzlich in der Presse der Auszug eines Dokuments zitiert, welches die zionistische Organisation dem Völkerbund überreicht, als das Mandat für Palästina zur Diskussion und vor der Veröffentlichung stand. In diesem Dokument heißt es: „Die Juden verlangen keine Vorrechte, es sei denn das Vorrecht, aus eigener Kraft und Opferwilligkeit ein Land wieder aufzubauen, welches einst der Sitz einer blühenden und schöpferischen Zivilisation war, und welches nun seit langem der Verlassenheit preisgegeben war. Sie erwarten keine bevorzugte Behandlung in bezug auf politische oder religiöse Rechte. Sie nehmen es als selbstverständlich an, daß alle Einwohner von Palästina, seien sie nun Juden oder Nichtjuden, in jeder Hinsicht eine völlige Gleichberechtigung genießen werden. Sie streben keinen Anteil an der Regierung an, außer jenem, zu welchem sie die Verfassung als Bürger des Landes berechtigt. Sic wünschen keine Bevorzugung. Kurz, sie verlangen nicht mehr als die gesicherte Möglichkeit, ihre nationale Heimat friedlich wieder aufzubauen." Dies ist eine kluge und staatsmännische politische Erklärung, welcher, wie ich hoffe, Männer aller Parteien zustimmen können. Das nationale Ideal der Araber ist eine Tatsache, eine schöne Tatsache, die man achten und fördern muß, aber auch das nationale Ideal der Juden ist eine Tatsache, eine schöne Tatsache. Und während die Araber viele Länder haben — unter ihnen auch Palästina — welchen ihre Gefühle gelten, findet das jüdische Nationalgefühl als solches seinen stärksten Ausdruck in Palästina und nur in Palästina. Deshalb sollten die Araber diesem Gefühl seine Befriedigung nicht mißgönnen, so lange diese Befriedigung sich nicht zu ihrem Schaden betätigt, und es wurde ihnen feierlich und immer wieder versichert, daß es nicht zu ihrem Schaden sein würde. Welchen politischen Standpunkt immer man in dieser Angelegenheit einnehmen mag, niemand kann die Tätigkeit in den jüdischen landwirtschaftlichen Ansiedlungen in diesen letzten 40 und in erhöhtem Maße in den letzten vier Jahren ohne Sympathie und Bewunderung sehen. Das Werk der Kolonisten und das Werk der Pioniere, der Clialuzim, ist in der Tat jedes Lobes wert. Mit wie viel Opfern und Entbehrungen, mit welchem Einsatz aller Kräfte wurden diese Siedlungen gegründet! Und die Entwicklung neuer Siedlungen schreitet erfolgreich im ganzen Lande vorwärts, täglich wachsen heue empor und versprechen schöne Erfolge für die Zukunft. Ich hatte den Vorzug, vor einigen Wochen den ersten Spatenstich zu tun bei einer neuen Ansiedlung in nächster Nachbarschaft des alten Gezer, in Gesichtsweite der Geburtsstättc der Makkabäcr, dieser heroischen Familie, deren Namen dieser Klub trägt. Diese Kolonie ist besonders bedeutungsvoll, weil es die erste britisch-jüdische Kolonie in Palästina ist. England — Palästina — das jüdische Volk, welche Namen sind das! Welche Erinnerungen wecken sie! Welchen Platz nehmen sie in der Geschichte, in dem Bewußtsein der Menschheit ein! Was mich betrifft, so habe ich den liefen Glauben, daß die Vereinigung der drei Begriffe England, »Palästina und Judentum durch eine geheimnisvolle Alchimie ein geistiges Produkt von höchstem Wert der Menschheit schenken wird. ' 3 D r "i 1 3! ist n $ 9 5 n i v ö Si j'civdis un arpent de sol . . . Soulary Vn^rn ik ddi by_ ,pDj? 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