Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 1 (1923)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Fashion Notes ; Modebericht
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2912821-2912822-2912823-2913075--00094-2913145- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
M E N O R A H Vom Frühjahrs- und Sommerhut 20 dazu gearbeitete» Jacken oder Capes geben dem Bilde das Vollkommene und Zweckdienliche. Kein Wunder, daß sich diese Kleidart so rasch beliebt machte, -weil man gerne zweckmäßig und schön gekleidet sein will, und beides zu verbinden, war nicht leicht zu treffen. Glatte Stoffe für ganze Kleider, Capes und Jacken — die sich nach langer Pause wieder unentbehrlich machen wollen — werden mit Lingcriesäumchcn, Röhren, auch mit Plissccs ausgestattet. Auch Stoffblendcn und Stufenvolants werden viel verwendet. Stoffkleidcr mit bunter Stickerei oder bedruckter Seide in geraden Linien sind sehr beliebt. Auch der Bluse gelang es rasch, sich wieder beliebt zu machen. Jumper, Kasaquc — verlängerte Taille, über die Brust eng geschnitten — mit dem ganz kurzen Ärmel oder aber Variationen bis zum ganz langen, der zur Hand reich gebauscht ist, ganz darnach geschaffen, wieder ein unentbehrliches Kleidungsstück zu weiden. Das Sommerkostüm, besonders für Kurorte und Strandbäder, will nebst dem Weißen auch das Zweifarbige neben sich haben und läßt jeder Dame ihre Farbenfreude laut oder leiser bekennen. Die Hauptsache ist die Anmerkung der Modefarbe überhaupt. In diesem Falle: kirschrot, mandelgrün, marineblau oder schildpattgelb. Tuch und Alpaka ist hierzu das geeignete Material. Sehr gut wird sich auch der blaue Sergerock mit rotem Tuch oder Duvctynccape oder Jacke bei Jungmädchen oder Backfischen ausnehmen. Für Strand und Promenade kommt noch eine neuartige Musterung in Eponge und Leinen als gern verwendetes Material in Betracht. Für den spateren Sommer sind die reizendsten Musselin- oder Organditoiletten stark im second empire gehalten. Flache Taillen, kleine, flügclartig wirkende Ärmel stimmen damit gut überein. Oft hat man jetzt zwischen Cape und Mantel zu wählen. Das Cape, welches in seiner anspruchsvollen Eleganz glauben macht, die Dame wäre eben aus dem Wagen gestiegen oder dieser fahre langsam nach, ist begreiflicherweise nicht für alle Damen das erwünschte Kleidungsstück. Da eine Umhülle für Frühjahr- und Sommerabende unerläßlich scheint, schuf man etwas, was zwischen Cape und Mantel liegt: einen Mantel, capeartig gearbeitet, mit weiten, großen Flügclteilen seitlich oder nur über den Rücken hängend. Wem Crepe de Chine zu pompös ist, der wählt den seidig wirkenden Wollkrepp oder das dünne, glänzende Damentuch, das diskret und doch so elegant wirkt. Schwarz, dunkelblau, ein helles Grau, auch tobe und blau sind hierzu die vorherrschenden Farben. Viel Überraschungen und Änderungen dürften kaum mehr zu erwarten sein, und die Vorbestellungen können sicher gegeben werden. R. L. Der Hut ist gewiß ein Lieblingskind der Mode, weil es schmeicheln kann wie keines sonst und den Eindruck krönt. Die erste Bedingung eines schönen Hutes ist, sich dem Gesamtbilde anzupassen, die zweite, fast noch wichtigere, gut zu Gesichte zu stehen. Schon bei Saisonbeginn steht uns eine Idcenfülle an Formen und Materialien zur Verfügung, die bis zum individuellen Hut greifen lassen, was besonders bei großen Hüten der Fall sein wird. Schönheit, Schwung und Farben könnten Maler einladen, Frauenbildnisse wieder mit Flüten zu malen. Auch bei kleinen Hüten, zu Troltcurs, ist die Wahl der Hutlinien fast unbegrenzt und genügen modernes Material und Andeutung der Linien, um nicht unmodern zu wirken. Blumen, als Bukett, oder in flachem Arrangement schillernde Rosen mit dunklem Kern, Früchte, Kränze aus weichen Blättern, sind bei Stroh und Filz der häufigst verwendete Putz. Ramagc, Pigot, Pcristroh — und für leichte Hüte der transparente Roßhaarstoff — sind das gefügigste Material der fast unerschöpflichen I'ormen. Auch der Florentiner wird nach neuesten Aussagen wieder in Vorschlag gebracht. Beinahe hätte ich auf die noch immer beliebten Crepe de chine und Crepe Georgette vergessen. Auf kleine Überraschungen müssen wir uns noch gefaßt machen. Denn, wie gesagt, der Hut ist ja ein Lieblingskind, an dem die Mode immer noch etwas zurcchtzurichtcn hat und den sie immer besonders bewundert wissen will. 4 5 6 4. Cape-Kostüm mit Bluse. — Cape-costume and blouse. 5. Weiß-gelbes Strandkostüm. — White-jellow strand-costume. 6. Schwarz-blaues Trotten)-. — Blue-black trotteur Die hier abgebildeten Modelle stammen aus dem Hause C. B o j k o, W i e n, I., Meysedergasse 2, dessen Besuch keine Frau, die Wert darauf legt, mit erlesener Eleganz gekleidet zu sein, versäumen soll. Wiens vorbildlicher Geschmack ist mit diesem Hause eng verknüpft und ein internationaler Ruf eilt ihm voraus. R. L. Eigentümer. Vvrlci;vr und JJcrausKcbcr: Verla« der Monatsschrift „MENORAH", Wien, I., Fieliteyassc f>. - Verantwortlich für die Redaktion: KARL TAUDES, Wien, XXI.. ShuttlewortlistraBu 2.',. - Druck: ELBEAUUIL, Wien, IX., Beisasse 31