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Neue jüdische Monatshefte · 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 209

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 9-10 (10.2.1920)
Article
Ein Siedlungshaus für Palästina
Date
1920-02-10
Page
Seite 209 (sequence 2)
Language
German
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209 Techniker, die sich mit Siedlungsfragen beschäftigen, versuchen immer wieder durchäusserst« Raumbeschränkung, billige Materialien, neue ökonomische Arbeitsmethoden, die Herstellungskosten der Gebäude für Siedler zu verbilligen. Die von deutscher Seite für, Palästina prof jektierten kleinen Siedlerhäuser haben ausser Küche, Veranda undNebengelass je nach dem* Umfang der Familien einen Wohnraum und 1, 2 »oder 3 Schlafzimmer, ja die kleinsten Typen haben sogar nur Küche, iVeranda, Nebengelass und einen gemeinsamen Wohn- und Schlafraum. Die amerikanischen zionistischen Fachmänner verblüffen uns! Das kleinste der in ihrem Programm angeführten Siedlerhäuser Jiat 5 Zimmer (rooms). 'Also die Zimmerzahl, die in den Plänen deutscher Architekten' für Siedlerhäuser nur in seltenen Ausnahmefällen erreicht wird, ist für die Amerikaner das Minimum! Ihr Programm sieht 5—8-zinrmerige Häuser vor, und will prozentual zur Einwandererzahl überwiegend Siebenzimmerhäuser gebaut wissm. Solche;RaumfüIle für eine Siedlerfamilie hat im ersten Augenblick etwas Bestechendes. ^Aber wieviel kostbarer Grund und Boden geht durch* derartig grosse Grundstücke verloren und. wieviel Kraft wird nicht durch die Aufbringung1 einer auch nochi so massigen Verzinsung des Baugeldes und durch die Pflege eines so grossen Gebäudes absorbiert. Gewiss ist es sozial herrlich gedacht, jedermann, auch den ärmsten Familienvater, zum Besitzer oder Erbpächter eines Fünffzimmerhauses zu machen; aber für viele wird ein solches Haus' ein Danaergeschenk sein. Deshalb glauben wir deutschen zionistischen Techniker bei aller Anerkennung, die dieses grosszügige amerikanische Programm wegen der Zusammenfassung aller Erfordernisse der Massenbesiedelung Palästinas verdient, den realen Möglichkeiten mehr Rechnung zu tragen, wenn wir von vorne herein die Ansprüche der Ansiedler in bezug auf ihr Heim auf ein Mass führen, das, wie die Amerikaner grundsätzlich verlangen comfort and convenience gewährleistet, aber! sich in Grenzen' hält, die eine Kreditgewährung und die Möglichkeit einer mässigen Verzinsung des Baugeldes nicht von vorne herein ausschlössen. Mancherlei Gedanken kämpfen in Koj>f und Herz der Architekten, Einerseits weiss er: je billiger und je kleiner das einzelne Siedlerhaus' projektiert wird, desto mehr Häuser können für die zur Verfügung stehende Gesamtsumme hergestellt werden, also desto mehr Ansiedler finden Unterkunft und Heim. Er versucht mit den zur Verfügung stehenden Mitteln dem Siedler das grösstmögliche Mass von Raum, von 'Bequemlichkeit, Zweckmässigkeit, ja auch von Komfort zu verschaffen; er überlegt ferner, dass er aus hygienischen Gründen und aus Gründen der Volksmoral eine gewisse Grösse irnd eine bestimmte Zahl der Räume nicht unterschreiten darf und schliesslich kämpft er einen dauernden Kampf zwischen Baukosten und Qualität, das' heisst er versucht mit allen Kräften das Ziel „billig und gut" zu erreichen, das

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