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Neue jüdische Monatshefte · 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 190

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 9-10 (10.2.1920)
Article
Die Nemesis des deutschen Antisemitismus
Date
1920-02-10
Page
Seite 190 (sequence 2)
Language
German
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190 Neben 40 600ermittelten polnischen und deutschen Handwerkern gab es 6100 jüdische, die unter den ermittelten 70 515 Juden mehr als ein Vierte] der Erwerbstätigen darstellen. Es gab ganze Gewerbe, in denen nur deutsche und jüdische Mitglieder sich vorfanden. Die überaus starke Vermehrung: der Juden Hess es zu, dass1 die Städte mit der Zeit eine noch stärkere jüdische Vormachtstellung im ganzen Wirtschaftsleben bekommen Ihätten, so wie wir es noch 'heute inf manchen gattzisclwn und russischen Städten antreffen. Saloniki und Newyork mit ihren grossen Arbeitermassen bezeugen die Möglichkeit einer normalen Verteilung der Erwerbstätigkeit unter den«. Juden. Die Judenpolitik Preussens war von Anfang an eine brutale und unkluge. Schon Friedrich II. wollte den Netzedistrikt eiligst von den Juden säubern. Seine, Administratoren aber lehnten sich dagegen auf, da sie die wirtschaftliche Schädigung klar vor Augen hatten, die eine überstürzte Massrcgel mit sich bringen musstc. Aber eine besondere Liebe sprach sich aus den weiteren Edikten auch nidlit aus, Selbst als in Preussen 1S12 allen Konfessionen gleiche Staatsbürgerrechte eingeräumt wurden, blieben die Ostjuden in einer Ausnahmestellung. Kabinettsordres zeigten den Juden deutlich den Kurs. Nur die reichen Juden wurden naturalisiert, die armen blieben geduldete". Das heisst, sie waren rechtlos, selbst in ihrer Freizügigkeit beschränkt und durften u. a. ihren Wohnsitz nicht nach ausserhalb verlegen. In jener Zeit beginnt bereits die wirtschaftliche Bedeutung, welche die Juden in den polnischen und gemischten Gebieten Deutschlands nehmen. Das Salzbergwerk in Hoihensalza ist durch Michael Levy, die Kalkwerke in Wapno durch) seinen Sohn Julius begründet. Die Pioniere des Erzbergbaues in Oberschlesien sind vorwiegend Juden. Moriz Friedr länder, Sinai iLevy und David Löwenfeld errichteten zur Verhüttung ihrer eigenen Erze die Hochofenwerke „Friedenshütte", die später in die oberschlesische Eisenbedarfsgesellschaft umgewandelt wurde und heute den grössten Hochofen und das bedeutendste Stahlwerk Oberschlesiens darstellt. Später entstanden mit jüdischen Gründern die weltberühmte „Bismarckhütte" (Elias Sachs und Samuel Hammer), die bedeutende Kohlengrube „Heinitz" von Otto Friedländer, wie die Friedländers und Guttmanns u. a. mit den Rothschilds die Kohlengruben im Rybniker Distrikt erschlossen. Spiritusbrennereien (u, a. Kautorowicz), chemische Fabriken (Milch) und viele andere grosszügige Unternehmungen sind durch die Juden entstanden. Das alles ist nicht so bedeutsam als der erwähnte Umstand, dass; die Juden in den Landstädten zusammen mit den Deutschen den. Charakter der Orte bedingten und dass erst unter dem preussis che n R e - gime und unter seinem Einfluss — welcher Kontrast — die Städte der vorherrschend polnischen Einschlag bekamen, den sie unter polnischer Herrschaft noch nicht hatten. Einen kleinen Ueberbliek vermittelt eine Statistik der Anzahl der Juden in einigen der Städte der Ostmark, .

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