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Neue jüdische Monatshefte · 1919-10-25 · Heft 2-4 (25.10.1919) · p. Seite 87

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 2-4 (25.10.1919)
Article
Fünf Jahre jüdischer Verlagsarbeit
Date
1919-10-25
Page
Seite 87 (sequence 3)
Language
German
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87 Nationen angesehen wurden. Eine zweite Zeitschriften-Gründung schloss sich nn; Jerubbaal von Dr. S i e'gfri ed ' Bern f cid geleitet, trug dem Aufblühen der Jugendbewegung Rechnung, die in der Schrift Das jüdische Volk und seine Jugend des gleichen Verfassers ihr Programm mit visionärer Kraft gestaltet finden sollte. Dass ein jüdischer Verlag sein Hauptaugenmerk dem Fluss der politischen Strömungen zuwenden muss, ist selbstverständlich. Die bisher erschienenen politischen Bücher des R. Löwit-Verlages bilden erst die Einleitung zu einer Reihe von Schriften zur Diskussion des jüdischen Problems, die in Vorbereitung stehen: Heinrich Margu. Ii es grosszügig angelegte Kritik des Zionismus, Jgnanz Zollschans Revision des Nationalismus und R a f a e 1 S e I i g m a n n s Probleme des Judentums werden in Kürze als neue Beitrüge zur Losung zahlreicher offener Fragen die Oeffentlichkeit beschäftigen. Die Geschichtsschreibung ist mit dem Hauptwerk des grossen Historikers H. Oraetz Geschichte der Juden vertreten. Mit dieser Erwerbung und den darauf verwendeten Arbeiten, die Neuauflagen des vergriffenen Werkes in würdiger Form publizieren zu können, wird vielen Wünschen nach Popularisierung des Werkes entsprochen werden. Auch, die Jüdischen Handbücher des Verlages haben mit der koinpendiösen Anordnung historischer Untersuchungen Anklang gefunden. Den bibliophilen Neigungen wurde durch eine kleine Reihe von Liebhaberausgaben Rechnung getragen, die, wenn es die schwierigen Herstellungsverhältnissc erlauben, ihre Fortsetzung finden wird. Nicht alles, was der Erwähnung wert wäre, kann in dem Rahmen dieser gedrängten Uebersicht besprochen werden. Es soll nur vom Prinzipiellen des Geleisteten und der Zukunftsarbeit die Rede sein. Ins allgemeine zurückkehrend sei festgestellt, dass es die politischen Verhältnisse bisher nicht erlaubte«, die Lage Wiens als natürliche Brücke zwischen Ost und West in vollem Masse zu verwerten. Die Kämpfe im Osten erschweren noch immer den Austausch der geistigen Werte. Wenn diese Schranken fallen, wird dem jüdischen Buch durch neue, noch unbekannte Helfer eine Aera erstehen, die dem Verlage ein Höchstmass von hoffnungsreicher Arbeit bringen wird. Darin mag er seine Aufgabe für die Zukunft sehen, zu deren Uebernahme er sich durch das verflossene Quinquennium das Mandat zweifellos bereits erworben hat. Der Welt-Verlag .Von C. Z. Klötzel, Berlin nter den jüdischen Verlagsunternehmungen im deutschsprachigen Gebiet ist der Welt-Verlag das jüngste, hat aber bereits in den wenigen Monaten seines Bestehens durch zielbewusste Initiative sich eine achtenswerte Stellung erworben. Er betrachtet es als seine Aufgabe, uneingeengt von irgendwelcher Parteischablone, aber aufbauend auf der Grundlage nationaljüdischer Anschauungen, sowohl jüdische Zeitschriften herauszugeben, als im ausgedehntesten und weitherzigsten Mass jüdische Bücher zu publizieren.

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