Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1919-1920
- Issue
- Heft 2-4 (25.10.1919)
- Article
- Der gegenwärtige Stand der jüdischen Bibliographie
- Date
- 1919-10-25
- Page
- Seite 41 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2908689-2908753-2908755-2912258--2807-2912314- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
4! Steinschneider und Zedner, auch wenn er ersteren oft tadeln zu müssen glaubt, mit Nutzen verwandt. Noch fehlt uns eine erschöpfende Bibliographie der Midraschliteratur. Was Zunz und in neuerer Zeit Theodor erforscht haben, hat Strack in der Real-Enzyklopädie für die Theologie und Kirche und nach ihm noch selbständiger und ausführlicher Theodor in der Jewish Encyclopedia zusammengestellt. Besser steht , es mit der hebräischen Grammatik. Steinschneider's Bibliographisches Handbuch (1859), zu dem er selbst gusätze und Berichtigungen geschrieben (1896), die von Porges vermehrt sind, enthalten wenigstens die Literatur bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts. Die Gcschichtsliteratur der Juden, von der nur die Abteilung: Bibliographie der hebräischen Schriften (1905) von Steinschneider mit Unterstützung von Marx und mir erschienen ist, erwartet von der Herausgabe des zweiten Teils, der die nichthebräischen Schriften umfasst, noch manche Förderung, Monographien für die einzelnen Länder, wie sie Cassuto für Italien veröffentlicht hat, würden der Geschichtsforschung ausserordentlich dienen. Für die Philosophie ist man ganz auf das angewiesen, was in den Anmerkungen zu Steinschneiders Meisterwerk „die hebräischen Uebersetzungen des Mittelalters'* zu finden ist. Die Literaturangaben in lieberweg-Heinze bieten kein ausreichendes Material. Eine Bibliographie der von Juden verfassten oder übersetzten medizinischen Werke wird noch immer gewünscht. Die Schriften über Medizin in Bibel und Talmud und ein Verzeichnis jüdischer Aerztc von Steinschneider sind Sammlungen, die nur noch vereinzelte Nachträge möglich machen. Die Mathematik und Astronomie hat Steinschneider in seiner erschöpfenden Art bibliographisch behandelt. Die halachische Literatur in ihrer Vollständigkeit zu bearbeiten, ist der Zukunft vorbehalten. Jellinek hat in seinen Kuntresim und ich selbst in zwei Einzeldisziplinen damit begonnen. Die arabische Literatur, ein von Steinschneider nach beinahe 60jährigem Sammeifleiss ausgearbeitetes Werk, hat durch Po z n a n s k i Nachträge und Berichtigungen erhalten. Die in Naumann' s Serapeum in den Jahren 1848—49 versuchte Bibliographie dpr jüdisch-deutschen Literatur hat der Verfasser selbst in seinem grossen Katalog der Bodleiana berichtigen können; aber von einzelnen Angaben in Grünbau in* s Chrestomathie und gelegentlichen "in der Zeitschrift für hebräische Bibliographie, ist hier auch nichts Nennenswertes geleistet worden. Besser steht es mit der Typographie. Hier sind so viele Vorarbeiten gemacht, dass man eine zusammenfassend«.* Geschichte des hebräischen Buchdrucks erwarten kann. Interesse für das jüdische Buch zu erwerben, soll die Aufgabe dieses Sonderheftes sein. Möge insbesondere die Bibliographie des jüdischen Buches davon Nutzen haben.