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Neue jüdische Monatshefte · 1919-10-10 · Heft 1 (10.10.1919) · p. Seite 17

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 1 (10.10.1919)
Article
Rasse und Kultur
Date
1919-10-10
Page
Seite 17 (sequence 7)
Language
German
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17 stalten. Gestalten wie die jüdischen Propheten und jüdischen Weisen, wie Mose, Hillel, Jesus'Spin oza, Ma,rx sind nur in der Menschengruppe denkbar, die wir die judische nennen; und sie sind im tiefsten miteinander verwandt, in einer Tiefe, die wir Rasse nennen. Hier fühlt man, das* Rasse und Kultur zusammengehören. Wir würden einem Werke wie dem von Hertz unrecht tun, wenn wir nur Kriük an ihm üben wollten. Auch wo man ihm nicht folgen mag, fesselt es durch reiches und interessantes Material, durch schlagende Polemik und vielseitiges Wissen. Aber wir müssen es bedauern, dass all dieser Scharfsinn vielfach ein Fechten in leerer Luft ist, weil der grundden jüdischen Einstellung? hervorgegangen, ihn nicht zu einem positiven Weltbild in der Rassenf rage gelangen lässt. Kritik des Zionismus Von Heinrich M a rg u 1 i e s, Wien soeben -erscheint im. Verlage R. Low it, Wien, der erste Band der „Kritik des Zionismus" von Heinrich MarguUes. Er trägt den Titel: Volk und Gemeinschaft und enthält eine umfassende theoretische Klarstellung derjenigen gesellschaftlichen und nationalen Grundbegriffe, deren willkürliche Vermengung eine grosse Verwirrung innerhalb der zionistischen Bewegung angerichtet hat. Das Buch, welches zum ersten Mal eine theoretische Fundierung der zionistischen Ideologie gibt, wird ohne Zweifel klärend und befreiend wirken. Es beginnt mit einem „Aufruf zur Kritik", dem wir mit Erlaubnis des Verlages folgende Absätze entnehmen: er Zionismus wirkte auf die erste junge Generation, die sich ihm hingab, wie eine Erlösung aus bitterer Not. Es war ein Geschlecht selbstquälerischer Zweifler, zermürbt von Wurzcllosigkeit, haltlos zwischen den Rassen* und zwischen den Geistern stehend, und ohne Kraft, sich zu entscheiden. Ein Geschlecht der Dekadenz, der Schwäche, des Verfalls — und darum der Sehnsucht nach einfacher, unbefangener Klarheit. Die Problematik, die auf diesen jungen Menschen lastete, zermürbte ihnen Herz und Seele, sie hungerten nach Befreiung, Läuterung und Unbefangenheit. Sie erstickten in ihrer Verworrenheit und strebten darum nach Eindeutigkeit Sie litten an der Unnatur ihres Schwankens und träumten daher zurück zur Natürlichkeit. Was aber mochte natürlicher sein, als diesen Weg zurück wie einen Weg zu betrachten, der aus dem Labyrinth geistiger Mischung zurück zur eigenen Geistigkeit führte! Gab es eine einfachere Lösung als die der rückhaltlosen Ueberwindung alles Fremden und Bunten durch den Willen zu sich selbst? In zunächst noch recht mechanischer Auffassung sttWto man sich das Kulturchaos dar als eine nur physische Mischung zweier Dinge: Judentum1 und Deutschtum. Waren sie noch keine chemische Verbindung eingegangen, konnte man sie wohl noch leicht voneinander scheiden. Musste es also nicht möglich und einfach sein, sich abzukehren von dem Einen, um sich ganz für das Andere zu entscheiden? Und wenn es möglich war — wessen bedurfte es dazu? Nur eines klar erkennenden Willens. Ein Entschluss, geboren in drangvoller Erfassung des Chaos, das einen umjing, ein

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