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Neue jüdische Monatshefte · 1919-10-10 · Heft 1 (10.10.1919) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 1 (10.10.1919)
Article
Die Gestaltung der jüdischen Dinge in Posen
Date
1919-10-10
Page
Seite 11 (sequence 7)
Language
German
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11 trotz der Überrageinden Bedeutung der Juden im Getreidehande! in manchen Kreisen die jüdischen Kommissionäre ahne jeden sachlichen Grund ganz ausgeschaltet, in allen Kreisen ist ihre Zahl mindestens stark herabgesetzt worden. Der Ervverb von Grund und Boden ist an die behördliche Zustimmung geknüpft worden. Man wird mit Recht befürchten müssen, dass auch hier den Juden Erschwerungen im <Erwerb von Grundstücken bereitet werden sollen. Der Posener Jude ist wirtschaftlich tüchtig. Er fürchtet sich im Wirtschaftskamp! vor "keiner Konkurrenz. Er hat in der deutschen Zeit den Kampf gegen polnische und deutsche Genossenschaften aufgenommen und ihn erfolgreich durchgeführt. Auch staatliche Unterstützungen, die den wirtschaftlichen Konkurrenten der Juden oft zugeführt wurden, haben den Juden aus dein Wirtschaftsleben nicht verdrängt. Aber der Jude braucht 'wenigstens persönliche, wirtschaftliche Freiheit, um sich frei entfalten zu können. Wenn ihm die Gleichberechtigung versagt wird, wenn durch staatliche Massnahmen seinen Konkurrenten ihn, ausschliessende Rechte eingeräumt werden, dann ist der wirtschaftliche Kampf unmöglich. Dann gibt es nur einen Verzicht. Wiewohl den Posener Juden das Land teuer ist, auf dem sie geboren sind, und das die Gräber ihrer Väter trägt, wiewohl sie stets hier Heimatsgefphl hatten und betätigten, sind doch viele schon durch diese neuerlichen Massnahmen zur Auswanderung gezwungen worden. Sehr ungern haben sie die alte Heimat verlassen. Die Zurückgebliebenen werden ihnen nur folgen, wenn bittere Not sie zwingt. Sobald die wirtschaftlichen Verhältnisse wiederum einen friedlichen Wettbewerb zulassen, sobald die Gleichberechtigung auch auf wirtschaftlichem Gebiete wieder hergestellt ist, werden auch die Juden gern im Lande bleiben. Sie werden dem Lande treue Bürger sein, produktiv am Wohle von Staat und Volk mitarbeiten. Der Jüdische Volksrat hat nach Friedcnsschluss in einer Erklärung ausgesprochen: „Ueberall hat das jüdische Volk seinen Religionsgesetzen und seiner tausendjährigen Tradition folgend, seine Anhänger zur loyalen und treuen Befolgung der Staatsgesetze, zur Förderung des Staatswohles aufgefordert. Ueberall dort, wo die Juden sich wirtschaftlich und kulturell frei entwickeln, haben sie in hohem Masse zu den aufbauenden Kräften des Landes gehört, und sind ihm zum Segen geworclen." Mögen diese Worte auch auf der anderen Seite Verständnis finden. Rasse und Kultur Von Dr. Elias A u e rb a ch , Haifa, raf Gobineau hat mit seinem phantastisch-grossartigen Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen in die Geschichtsbetrachtung des IQ. Jahrhunderts einen neuen "fruchtbaren Gedanken geworfen: Dass ein vertieftes Verständnis des Geschichtsablaufs erst ermöglicht wird, indem als wichtigster aktiver Faktor der Geschichte der Mensch selbst und seine Eigenart erfasst wird. Und zwar nicht der Einzelmensch, sondern die natürliche Gruppe, die er als „Rasse" bezeichnet, welche durch ihre Wanderungen, Mischungen, Schichtungen, durch die Auswirkung ihrer inneren Veranlagung und Eigenart im Kampf

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