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Neue jüdische Monatshefte · 1919-09-10 · Heft 23-24 (10.9.1919) · p. Seite 527

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 23-24 (10.9.1919)
Article
[Rezension]
Date
1919-09-10
Page
Seite 527 (sequence 4)
Language
German
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müssen wir gerechterweise anerkennen.; All dies aber sind nur ein paar Tropfen aus dem gewaltigen Strome dieses Buches, Nur wa3 uns alsjuden angeht, sollte ja hier gewürdigt werden. Daneben aber erfahren wir Ricarda Muchs Ansicht über Staat und Volk, Krieg und Frieden, Mann und Weib, eigentlich über das ganze, vielverzweigte Oeflecht des Lebens, wie es der Forscherin, Denkerin, Künstlerin erscheint. Denn das Buch besteht im Orunde aus einer Reihe von Predigten, wie die Verfasserin selbst das Wesen einer Predigt erfasst; deren Kunst darin besteht, dass sie die gegenwärtige Wirklichkeit an der ewigen Wahrheit des Schrift Wortes misst. „Wendet die Lehre um und um, denn alles ist in ihr!" heisst es in den Sprüchen der Väter. Und diese neuartige Postille können auch wir uns wohl gefallen lassen. Bath Hille. 2uri, J. $.: Rabbi Jochanan, der erste Amoräer Galiläas. Berlin: M. Poppelauer 1918. 176 S. 8°. Nachdem Wilhelm Bacher die einzelnen Persönlichkeiten, die mit ihren Lehren und Wirken das talmudische Gebäude errichteten, uns in seinen Werken über die Agada so nahe gebracht hat, dass wir sie wieder lebendig zu sehen beginnen und sie nicht mehr als blosse streitende Lehrmeinungen empfinden, kommt die jüdische Literaturwissenschaft dazu, mehr und mehr ein lebendiges, in einander wirkendes organisches Ganze in dem talmudischen scheinbaren Durcheinander zur Darstellung zu bringen. Es ist notwendig,invonQraetzangedeuteten,von Bacher eingeschlagenen Richtung weiter fortzuschreiten. Die vorliegende Arbeit von Zuri über Rabbi jochanan ist ein solcher Schritt vorwärts auf dem betretenen Wege. Eine solche Einzclpcrsönlichkcit, die zugleich den Ausgangspunkt einer Schule bildet, wird in ihrer Eigenart so gezeichnet, dass dieses Bild Fleisch und Blut hat. Obvvohlder Verfassersich gewissenhc;2fe an seine Quellen hält und keine Thcsa aufstellt, von der er nicht glaubt, sie belegen zu können, nimmt er doch mit Recht seine reiche Phantasie zu Hilfe, um dem Abkömmling des Schmiedes, wie er im alten Schrifttums genannt wird, menschlich näher zu treten. Die Anordnung des Stoffes k'l geschickt gemacht. Leider hat aber der Autor weder auch nur ein Verzeichnis der Abschnitte noch ein Sachregister, das sehr erwünscht gewesen wäre, gegeben. Sehr störend wh;.'OT* zahlreiche Druckfehler, die auch :ti Kriegszeiten nicht so üppig hWzr* wuchern sollen. Welcher Qrun-S gor Autor bestimmt haben mag, sich vor hebräischen Buchstaben zu fürchten und auch hebräische Wörter und Verbindungen mit Frakturbuchstaben wiederzugeben, ist nicht zu erkennest. Das macht sich namentlich in dem überaus willkommenen Abschnitte „R. Jochanan als Bereicherer der hebräischen Sprache" geltend. H:cr giebt er einen sehr wertvollen kkfen Beitrag zur Geschichte der tal mudiöchcr Entwicklung der hebräischen Seligspräche. Es wäre sehr wünschenswert, wenn der Autor auf diesem von ihm mit solchem schönen Resul-^-e beschriftenen Wege weiter gehen würde und in ähnlicher Weise dl/i Persönlichkeit anderer tatmudfccher Grössen neu erstehen Hesse. Ii. L. Heinrich Eduard Jacobs Der Zwanr%- jährige. Verlag Georg Müller, München 1918. Leicht liest man diesen Roman nicht. Durchschnittspublikum also

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