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Neue jüdische Monatshefte · 1919-09-10 · Heft 23-24 (10.9.1919) · p. Seite 515

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 23-24 (10.9.1919)
Article
Tschechoslowakischer Brief
Date
1919-09-10
Page
Seite 515 (sequence 3)
Language
German
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515 . Und so wird der Präsident der Republik zu einem Problem. Wie, der Mann, der stets für Gerechtigkeit, Wahrheit und Recht eingetreten ist, unbeschadet, ohne Rucksicht auf seine Stellung als staatlicher Universitätsprofessor, kann es dulden, dass in der Republik, deren. lebenslänglicher Leiter er ist, soviel Korruption, soviel Bestechlichkeit, soviel Unwahrheit, Ungerechtigkeit und Gewalt geübt wird? Weiss Mas aryk von all dem nichts? ist es ihm nicht bekannt, dass (Wir Verkehrsverhälfcnisse haben, die an Zustände nach dem 30jährigen Kriege mahnen? Weiss er es nicht, class. die Lebensrnittel statt billiger stets teurer werden, dass der Kurs der tschechischen Krone sinkt, statt dass er steigt? Dass Juden und Deutsche zu Staatsbürgern zweiter Kategorie gemacht werden, wie woh! die Juden stets ihre Loyalität bekundet haben und wiewohl' »der Präsident den Vertretern des jüdischen Volkes im Juni dieses Jahres erklärte: sie könnten immer auf ihn rechnen? So wenden sich denn alle Blicke nach Versailres. Die jüdischen Vertreter auf dem Friedenskongresse lassen es aber an der) nötigen Energie und Tatkraft fehlen, denn sonst müssten polnische, ukrainische, tschechische Pogrome aufhören. Die Herren sollten bedenken, dass nur eine starke Gallith ein starkes Palästina schaffen kann. Dass alle Mittel versucht werden müssten, um auch die Lage der Juden in der Diaspora zu heben, dass auch die Juden hierzulande mehr demokratisches Empfinden, soziales Denken und Gefühl besitzen müssen, will man in Erez-Israel ein demokratisches, soziales Gemeinwesen errichten, will man vollends in Palästina die Freibürgerschaft erziehen, für die Franz Oppenheimer gessenheit zu geraten scheinen, da alles fasziniert ist von (amerikanischen unermüdlich kämpft, dessen Ideale in der zionistischen Welt leider in Ver- Geldsiicken, - denen die wahre Freiheit eines Volkes Humbug ist. Hammurapis Gesetzeskodex Ein Beitrag zu seiner geschichtlichen Würdigung Von Geheimrat Prof. Dr. Ed. König, Bonn Führend die deutsche Orientgesellschaft in den Ruinen Babylons ' eifrigst mit gutem Erfolge nach Denkmälern der Vergangenheit suchte und z. B. die glänzende Prozessionsstrasse aufdeckte, war auch der französischen Expecii'Jon, die jden heutigen Ort Schuster (in Persien) zu ihrer Operationsbasis gemacht hatte, ein bedeutender Fund beschieden gewesen. Es ist wieder einmal gegangen, wie es öfter zu gehen pflegt: Da, wo sie nicht direkt gesucht wurde, hat sich eine neue Lichtquelle für die babylonische Altertumskunde geöffnet. Unter der Leitung von J. de Morgan wurden nämlich in der erwähnten Stadt mehrere grössere Monumente ausgegraben, die von siegreichen Königen der Elamiter nach ihrer Rcsdienz Susa als Siegestrophäen.gebracht worden waren. Das wichtigste von diesen Denkmälern ist eine schwarze, ungefähr acht Fuss hohe Diorit-Säule, die König Hammurapi, der Hauptvertretcr der ersten babylonischen Dynastie, dessen Regierungszeit neucstens auf 1955—1912 angesetzt wird1), aufgestellt hatte. Eine Abbildung E. F. V/eidner in den „Mitteilungen der Vorderasiatischen Gesellschaft" (1917), S. 27.

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