Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 23-24 (10.9.1919)
- Article
- Ein Nachwort
- Date
- 1919-09-10
- Page
- Seite 510 (sequence 3)
- Language
- German
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510 auf dem wir als Juden und gerade als deutsche Juden fruchtbare und "irohvcfldlge Arbeit leisten können. Dass unsere Palästina - Arbeit etwas Anderes sein würde, wie die von ganz anderen Gesichtspunkten ausgehende zionistische. Palästina-Politik, war uns selbstverständlich und haben wir in den Verhandlungen mit den Zionisten wiederholt tum Ausdruck gebracht Wir wollen, sagte ich, nicht zionistische Politik, aber Palästina- Arbeit leisten. Im wesentlichen also dasselbe, was Goldmann sagt. Weshalb da der Vorwurf, dass die heutige Politik der jüdischen Mehrheit um zionistischer Schlag'worte wegein zu weit gegangen sei? 4. Danach simd zwischen meinem und seinem Standpunkte nur geringe sachliche Differenzen. - Was er über die Judenfrage sagt, teile ich vollständig. Die judisch-deutsche Jugend kann nicht national-neutral sein. Sie nusss zu der Hauptfrage der deutschen Judenheit Stellung nehmen. Gibt es zionistische, also jüdisch-nationale Jugendvereine, so muss es auch national-deutsche Jugendvereine geben, und die Neutralität darf daran nur der Boden für eine Arbeitsgemeinschaft zionistischer und nichtzionistischer Jugendvereine sein. Der neue*" Balkan Dr. H. K a d i s' c h , Vöslau *fT^ie politische Entwicklung in den Successronstaaten des alten Oe&terf-1 Jß reich-Ungarn hat den traurigen Nachweis erbracht, dass durch die Auflösung des Donaureiches das österreichische Problem nicht gelöst» sondern nur kompliziert wurde. In und zwischen den in Ost- und Mitteleuropa neuentstandenen sogenannten Nationalstaaten tobt viel intensiver als je der Nationalitäten kämpf zwischen Deutschen, Tschechoslowakei!, Magyaren, Polqn, Ukrainern, Rumänen, Serben, Kroaten, Slowenen, Italienern untereinander und zugleich gegen die Juden. Dieser Krieg aller gegen alle ist das positive Ergebnis des angeblichen „Friedens", des Schlussergebnisscs eines 5 jährigen Weltkrieges. Der einzige Ausweg aus?'diesem stets ärger werdenden Chaos bildet der von mir bereits im Heft 2 und 6 der Neuen Jüd. Monatshefte von 1918 geforderte föderative Zusammenschluss der neuen Nationalstaaten/sowie der Schutz aller nationalen Minoritäten. Dass er bisher noch! nicht betreten wurde, liegt die Schuld an dem Chauvinismus der führenden Parteien, der überall in Mittel* sowie Osteuropa einen von Tag zu Tag sich steigenden Antisemitismus und balkarische Zustände zpitigte. Wetun'in Wien deutschnational-antisemitische Chauvinisten das einemal tschechisch-nationale Socoln an einer Abfahrt nach Znaim hindern wollen, das anderemal aber gegen die Juden demonstrieren und ihren Hinauswurf aus der Hauptstadt der „Republick" Oesterreichfordern, a?3 Revanche dafür tschechische Chauvinisten in Brünn und % Lundem bü rg deutsche Fensterscheiben einschlagen, die Deutschen und Juden bedrohen, so sind dies schmachvolle Zustände für die beiden Kulturvölker der Deutschen und Tschechen