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Neue jüdische Monatshefte · 1919-07-10 · Heft 19-20 (10.7.1919) · p. Seite 419

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 19-20 (10.7.1919)
Article
Die Hauptversammlung des Centralvereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Date
1919-07-10
Page
Seite 419 (sequence 2)
Language
German
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kann: entweder Klötzer referiert aus zweiter Handf, hat selbst der Versammlung nickt oder nur zu geringen Teilen beigewohnt, oder aber er gibt m seinem Bericht mit Vorbedacht nur einen abgegrenzten unvollständigen Ausschnitt aus den Verhandlungen, um einen bestimmten Zweck zu.erreichen, d. h. er Will subjektiv sein. Beides ist natürlich tm> vereinbar mit wirklich orientierender Berichterstattung. Der Klötzeische Bericht wird von dem Referat G log au ers im „Jüdischen Echo", das nicht einmal in der Form mehr den Hass verbirgt, der gewissen Kreisen des Nationaljudenturns dem Zentralverein gegenüber zur zweiten Natur geworden ist, noch übertroffen. I. Zunächst ist es sehr bezeichnend1, dass die beiden genannten Referenten alle Ereignisse und Beschlüsse der Tagung ausser der Kongressdebatte, die allerdings vielfach in eine grundsätzliche Abrechnung mit dem Nationaljudentum auslief, einfach totschweigen. Es wird verschwiegen, dass die Hauptversammlung — und zwar als ersten Punkt der Tagesordnung — ein grosszügiges, packendes Referat über den Antisemitismus hörte und sich nach der Erledigung des Kongresspunktes noch mit dem ungeheuer bedeutungsvollen „neuen Programm" des Zentralvereins beschäftigte. Hierüber hat Fuchs selbst ein Referat gehalten, das jedem nicht direkt Uebelwollenden zeigen musste, wie gewaltig die Entwicklung ist, die der Verein vom blossen „Denunzianten-" und „Beschwerdevercsn" an zum innerjüdischen Positivismus durchgemacht hat. Aber — man hätte dann von positiver Arbeit des Vereins, von dem starken jüdischen Wollen, seiner Mitglieder berichten müssen —, und das passte nicht in das Bild, das gegeben werden sollte, jenes alte Schreck- und Schandbild vom „Assimilantenverein" und seiner „unfruchtbar negierenden Tätigkeit", mit dem man im hebräischen Kindergarten schon die unartigen Kinder schreckt. II. Sehen wir einmal genauer zu! In fast neunstündiger Sitzung hat die Versammlung, von Fragen der Organisation, Propaganda und von Personalien abgesehen, zunächst das Holländersche Referat über Antisemitismus debattelos angehört, hat dann sich mit der Kongressfrage beschäftigt (Referenten Dr. Strauss- Frankfurt a. JVL und Dr. Wert hei m - Berlin). Man hat hierzu folgendes beschlossen: „Die Hauptversammlung des C.-V. begrüsst die Schaffung jüdischer Kongresse in Deutschland, auf denen die die deutschen Juden bewegenden Fragen von den gewählten Vertretern aller deutschen Juden behandelt werden. Die Versammlung erwartet vom Vorstand, dass der erste Kongress erst zu einer Zeit einberufen wird, in der seine Abhaltung aus allgemeinen Erwägungen angebracht erscheint. Die näheren Bestimmungen bleiben dem Vorstand vorbehalten." Ferner hat die Versammlung die Tätigkeit des Vorsitzenden Geheimrat Fuchs in der Sachverständigenkommission beim Auswärtigen 'Amt einstimmig gebilligt.

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