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Neue jüdische Monatshefte · 1919-05-25 · Heft 16 (25.5.1919) · p. Seite 332

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 16 (25.5.1919)
Article
Neuordnung des Landesverwaltung in Palästina
Date
1919-05-25
Page
Seite 332 (sequence 4)
Language
German
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d'.h. auf Bitdung von Bezirken, in welchen eine Bevölkerungsgruppe (Juden, Christen oder Mohammedarier) mehr als 2/s der Oesanitbevölkerung ausmacht. «In Verwaltungsbezirken, in denen mehr als 50 o/o aller über 20 Jahre alten Personen lesen und: schreiben können, wird der Bezirksauscchuss nicht mehr vom Gouverneur und executive Council ernannt, sondern von der über 20 Jahre alten Bevölkerung des Bezirkes gewählt. Sobald mehr als 2/s aller Wahlberechtigten lesen und schreiben können, wird auch der an der Spitze stehende Beamte nicht mehr vom Gouverneur ernannt, sondern von den Wahlberechtigten gewählt und vom Gouverneur bestätigt. Neben dieser staatlichen Verwaltung soll den Kommunen (Städten ftnd Dörfern) kommunale Selbstverwaltung übertragen werden, und zwar auch in einem mit wachsender Schulbildung wachsenden Umfange. Dem speziellen Charakter Palästinas als des Landes, in dem sich heilige Statten aller drei monotheistischen Religionen befinden, soll dadurch Rechnung getragen werden, dass diesen Stätten eine Art Exterritorialität eingeräumt wird. Sie sollen eine selbständige Verwaltungsbehörde aus Religionsgenossen bekommen und die Verwaltungsbehörde soll direkt dem Gouverneur oder einem vom Völkerbunde oder von einem europäischen Staate dafür bestimmten Kommissar unterstehen. Die wirtschaftliche Zukunft der Qstjuden*) Von Prof. Dr. Julius Hirsch, Köln r\ r? it eiserner Faust hat der Krieg die Lebensadern des jüdischen Stammes 'm Osten unterbunden. Im russischen Gebiet selbst soll es den Juden «J» «k-^bis zur Revolution zum Teil nicht schlecht ergangen sein; einzelne sollen dort grosse Kriegsgewinne gemacht haben. Für diejenigen diesseits der früheren Feuerlinie — und die Linie hat sich ja immer weiter hinausgeschoben — war der Krieg ein vernichtendes Ereignis. Für alle Völkerstämme des Ostens war die Besetzung ihres Landes ein Schicksal, für Balten und Litauer, für Polen und Ruthenen, für Tschechen und Rumänen. Für keinen Stamm war sie ein solch schwerer Schlag wie für die Juden. Wohl wurden auch .den Polen und Litauern die Häuser nieder- *) Die nachfolgenden Ausführungen bilden die Fortsetzung der von Herrn Prof. D. Julius Hirsch in den Neuen Jüdischen Monatsheften über die wirtschaftliche Lage der Ostjuden veröffentlichten Aufsätze (Jahrgang I p. 306, 342 und 472). Die vorliegende Arbeit ist noch vor der deutschen Revolution und zwar'kurz nach dem deutsch-russischen Friedensschluss geschrieben. Wir ■sind nicht mit allen darin geäusserten Anschauungen einverstanden. Wenn wir trotzdem — oder vielleicht deshalb — die Arbeit von Prof. Dr. Hirsch gerne hier zum Abdruck bringen, so geschieht das darum, weil in ihr im v/ohltuenden Gegensatz zu den sonstigen Arbeiten über die Ostjuden, die Jetzt nach der Abschlicssung des Ostens von Deutschland beschämend Ecnapp und selten geworden sind, in grossen Zügen die wichtigsten Fragen des ostjüdischen Wirtschaftslebens zur Erörterung gelangen, und zwar in einer Weise, die, losgelöst von augenblicklichen politischen und vorüber- Celiesdcn wirtschaftlichen Zuständen, auf die dauernden im Wesen der . cctjüdisdien Wirtschaft tief begründeten Entwicklungsmöglichkeiten hinweist Die Arbeit sdhliesst mit einer Erörterung der jüdischen Wanderungen der Zi:!;unü, einer Erörterung, die angesichts der neuen grausamen Po- &Tw:;e im Osten Europas mehr denn je aktuell geworden isrt. D. Red.

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