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Neue jüdische Monatshefte · 1919-04-25 · Heft 14 (25.4.1919) · p. [Seite]

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 14 (25.4.1919)
Article
Die Krise der Wiener Judenschaft
Date
1919-04-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M<£mi(3 IM&äüKS M©im®ifeIh(2lruQ •'Zeitechrifi für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West Erwhdni sT/c!mö! im Mono« unScyr Mttwlr&ung von Alexander Ellasberg / Dr. Adolf Frlcdcmann Geh. Justizrot Dr. Eugen Fuchs^ / Prof. Dr. Frans OppenhcinfSr Milbcgründd von Hermann Cohen inttiifturiiimiiimtmiitHi^ III Jahrgang 25. April 1919 Heft 14 mimimniimiimifimmiiiMiinmiiniM Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechsaal für Jedermann. Für den Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst die Verantwortimg miiifiiiniiiiniinniiimimiuiiinimm^ Alle redaktionellen Sendungen wolle man an Herrn Dr. Wlad. W. Kaplun-Kogan, Breslau 16, Auenstr. 13, richten Die Krise der Wiener Judenschaft*) Von Prof. Dr. S. Krau ss, Wien ie Wiener jüdische Gemeinde oder Kultusgemeinde, wie sie sich bisher nennt, ist eine der grössten der ganzen Weit; beläuft sich doch die Seelenzahl der in Wien ansässigen Judenschaft aut nahezu zwetmalhunderttausend. Dieser Seelenzahl kommt nur Budapest nahe, London und Berlin bleiben weit zurück. Nur in Warschau gibt es eine noch stärkere Judenschaft, und unvergleichlich höher steht ihre Zahl in New-York, aber weder die polnischen noch die amerikanischen Zustande bieten Punkte dar, die sich mit denen in Wien vergleichen Hessen, und so wollen wir Wien für sich allein betrachten. Wien kann, richtiger konnte — denn für die Vergangenheit trifft das Urteil besser zu — in vielfachem Betracht ah Mustergemeinde angesehen werden. Dazu machten sie ehemals ihre vorzüglichen humanitären Anstalten, die Bildung, die von hier nach allen Ländern der weiten Monarchie ausstrahlte, nicht zuletzt auch die Bedeutung, die diese mächtige kommerzielle Judenschaft dem nahen Orient zu verleihen imstande war. Um die Mitte des'vorigen Jahrhunderts besass Wien auch in kultureller Beziehung eine führende Stellung, denn der in der Synagoge der inneren Stadt eingeführte, geregelte und feierliche Gottesdienst, bei welchem Männer wie Prediger N. Mannheimer und Kantor S. Sulzer mitwirkten, machte auf alle Besudher einen tiefen Eindruck und wurde von mehreren kleineren Gemeinden mit Recht zum Muster genommen. Auch an Gelehrten und *) Wir bringen die nachfolgenden Ausführungen als Aeusserung eines Mannes, von dessen Gesinnungsgenossen wir bis jetzt eine Darstellung der Wiener Verhältnisse schwer erhalten konnten. Wir werden das komplizierte und wichtige Problem des jüdischen Gemeindelebens in Wien noch ausführlicher, auch von Vertretern anderer Parteien, erörtern lassen. D. Red.

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