Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 13 (10.4.1919)
- Article
- Maximalistischer Zionismus
- Date
- 1919-04-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zeitschrift för PoMs, Wirfsdi&S und Lüerate in Ost und West Erschein swctaraaB Im Mona* «nier MS£w2r2nsng voa AEescmder EÜasberg / Dr. Adolf Friedcmann Geh. Jwsfisaret Dr. Eugen Fudhs / Pro£ Dr. Fians Oppenheimer KJibcsrCSudd von Hennann Cohen ||||IHfIinMUtmiHIMM»!!UQSt32IM&SH!mS^^ III. Jahrgang ' 10. April 1919 Heft 13 iwmtiiimHmmiiicMmsiKrnmiHWiJiHUZiiintims^^ Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechsaal für Jedermann. Für den Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst dio Verantwortung IIHMtWM!!!!IIWtntUmHmtimmKmHM2I!M^ Alle redaktionellen Sendungen wolle man an Herrn Dr. W. Kaplun-Kogan, Breslau, Auenotr. 16, richten Maximaüstischer Zionismus Von Dr. Julius Becker, Genf Jede Partei hat ihr Maximalprogramm und ihr Minimalprogramm, ob das nun ausgesprochen in die Erscheinung tritt oder nicht. Ob sie bewusst diese Programmstufen vertritt oder nacht, sie hat gewisse Forderungen, ohne deren Erfüllung die Mitarbeit an der praktischen Politik für sie unmöglich ist, und gewisse andere, die sie erst dann erfüllen zu können sicher ist, wenn ihr allein die Herrschaft zufällt. Aus den mannigfachen Schwankungen vom Minimum der Parteiforderungen bis zum Maximum, aus den Berührungen, die sich infolge der Abstufung kier Forderungen mit anderen Parteien ergeben, ebenso wie aus den Divergenzen zieht der politische Kampf des Alltags seine belebenden Kräfte. Er müsste zu einem hoffnungsvollen Prinzipienstreit, zu einer blossen gegenseitigen Anödung mit ewig gleichen Doktrinen werden, und also angesichts der glatten Unmöglichkeit einer Verständigung versumpfen oder in den Fanatismus der Religionskriege entarten, wenn diese gewisse und bei aller Grundsatztreue politisch selbstverständliche Elastizität der Parteiprogramm nicht wäre. Nun gibt es naturgemäss in jeder Partei, sie sei mehr sozial oder mehr politisch oder mehr national betont, Leute, die ihren Parteiideen die Ausweitung zu einer „Weltanschauung" geben möchten, ob das gleich ein offenbares Missverständnis eines philosophischen Begriffs ist und also eine in jedem Falle unerfüllbare Forderung. Wenn wir sagen, dass die Parteien die Menschheit vertikal teilen, %o müssten wir zugestehen, dass die Weltanschauung sie horizontal teilt, und dass ein deutscher Sozialist und 'ein englischer Individualist sehr wohl die gleiche Weltanschauung haben könnten. Diesen Begriff der Weltanschauung müssen