Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 9-12 (10.2.1919)
- Article
- Schalosch Seudoth bei Awigdor Dobrowinski
- Date
- 1919-02-10
- Page
- Seite 252 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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250 die Unruhe. Er kann weder zu diesen, noch zu jenen gehören. Gott hat ihm eine harte Strafe auferlegt, das Streben nach allem, was echt ist, der Haß gegen alles Falsche. Unbemerkt kehrt er zum Ausgang zurück .und still schloß er hinter sich das Tor und die Pforte des Tors. . /Rabbi Schalom, hat geendet. Eine kurze Pause nachdenklichen feinen Schweigens., dann eine stille süße Melodie. Abendgebot auf der Veranda bei ruhigem zufriedenen Gemüt. Die Chassidim sind auseinandergegangen, es bleibt nur der Rabbi Schalom zur Hawdalah und zum. Tee. In den weiten herrschaftlichen Räumen hat man die Lampen angesteckt, Avigdor Dobrowinski strahlte vor Freude, Ruhe und Würde. Märussja, die, wie immer, irgendwo angerannt kam, machte dem Vater ein Kompliment, „Wie schön bist du, Papachen." Dobröwinski streichelte sie über die Wangen und küßte sie auf das Haupt. Wer hat das Schiefepulver nach Deutschland gebracht? Von Prof. Dr. S. Kraus», Wien. Sl^^fie Leistungen der deutschen chemischen Industrie sind B^wJf bekannt, auch daß die Juden I. Frank und N. Caro •VMsz&C ein eigenes Verfahren der Stickstoffgcwinnung erfanden, so daß der Salpeter entbehrt werden konnte. Die Erscheinungen unserer Tage, in denen die Juden als Erfinder eine so große- Rolle spielen, lassen uns auf ein Ereignis zurückblickön, das sich vor last 600 Jahren zugetragen hat und uns nichts weniger besagt,. jüs daß ein Jude, und zwar ein byzantinischer Jude es war, der das erstemal die Kenntnis des Sehießpulvers nach Deutschland vermittelt hat. Was die Einführung des Schießpulvers in der Kulturgeschichte, und awar besonders in der Kriegsgeschichte zu bedeuten hat, braucht hier nicht erörtert zu werden; jeder Denkfähige kann ermessen, wie dadurch die menschliche Gesollsekaft und der politische Staat auf andere Grundlagen gestellt werden konnten. Doch bevor ich von dem Schießpulver spreche, muß ich' erst von dem sogenannten „griechischen Feuer" handeln, jenem gewaltigen Kriegsmittel, aus dem sich ja das Schießpulver erst entwickelt hat.. Da$ griechische Feuer, ursprünglich wohl bloß eine Mischung von leicht entzündbarem Erdöl und gepidvertem gebrannten Kalk, war durch eine Explosivwirkung, die unter starker Detonation, •mit . Flammen- und Rauchentwicklung vor sich ging, ein sehr geschätztes bzw. gofürchtetes Mittel der Kriegführung, das. von den schlauen Byzantinern lange Zeit als ihr kostbarstes Geheimnis, gehütet wurde. Das erstemal wird das griechische Feuer 330 n. Chr. unter Konstantin d. Gr. genannt, und es spielte bebekanntlich in den Kämpfen gegen die Perser und nachmals gegen die Amber in der Hand der Griechen eine große Rolle. Später aber, zur Zelt der Kreuzzüge, ging das Geheimnis des griechischen Feuers an die Sarazenen über, die sich seiner gerade gegen die ehemaligen Herren und gegen die Christen im allgemeinen aufs kräftigste bedienten. Wa*