Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 9-12 (10.2.1919)
- Article
- Das Galuthproblem und der Zionismus
- Date
- 1919-02-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zeifschrifi für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West Erscheint .zweimal im Monat unter Mitwirkung von Alexander Eliasberg / Dr. Adolf Friedemann Geh. Justizrai Dr. Eugen Fuchs / Prof. Dr. Franz Oppenheimer Mltbegrflndet von Herrnann Cohen mimimitimmirtumiiMrujmiiiimmMiifntimiMmn III. Jahrg. 10./25. Febr. 10./25. März 1919 Heft 9/12 iittmnnmimiiimmnimiirciumtmmiMtminiiimum Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechsaal für Jedermann, tili den Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst die Verantwortung Das Galuihproblem und der Zionismus Zur Diskussion über 'das Verhältnis von Deutschtum und Judentum *) Von Prof. Dr. Carl Lewin, Berlin. I. CTf^n diesen Tagen ungeheuerlichen Geschehens steht auch das tv%|&^ Judentum vor einem Wendepunkte seiner Geschichte. Paliistina M)Mbl wird jüdisch, wird als nationale Heimstütte für das jüdische Volk von allen Kulturstaaten anerkannt. Gewiß ein Ereignis ohnegleichen. Denn es ist in der Weltgeschichte noch nicht dagewesen, daß eine Gemeinschaft, zerstreut über alle Völker der Erde, nach einem Exil von zwei Jahrtausenden außerhalb des Landes seiner ursprünglichen Geschichte, die Kraft findet, ein neue« staatliches Gemeinwesen in seiner historischen Heimat wieder zu errichten. . Der neue Abschnitt der jüdischen Geschichte stellt uns Juden des Gallith vor folgenschwere Entschlüsse und nötigt uns, Stellung zu nehmen zu der Frage, wie sich fortan das Verhältnis zwischen uns und den Völkern der Diaspora gestalten soll. Das Galuthproblem des Judentums wird in diesem Augenblick zum Brennpunkt der Judenfrage. Es ist ganz selbstverständlich, daß der Zionismus, der doch keine jüdische Partei, sondern die Vertretung des gesamten jüdischen Volkes sein will, an der Frage des G&- luth nicht länger vorübergehen kann. Der Zionismus hat sich bisher fast ausschließlich dem Palästinaproblem und der Schaffung seiner staatsrechtlichen Voraussetzungen widmen müssen. Die ungeheure Arbeit, die hier zu leisten war, hat alle seine Kräfte vollkommen in Anspruch genommen. Es wäre uns allen noch vor wenigen Jahren als Utopie erschienen, hätte einer von uns die Entwicklung der Dinge zu ihrem jetzigen Stande auch nur andeuten wollen. Wer will leugnen, daß wir *) Zu dieser Frage, die durch die Vorbereitungen zum jüdischen Kongreß wieder eifrig besprochen wird, brin«jen wir in den nächsten Heften der Neuen Jüdischen Monatshefte noch eine Reihe von Beitrügen aus allen jüdischen -Lagern. Die Red.