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Neue jüdische Monatshefte · 1919-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1919) · p. Seite 147

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 7-8 (10.1.1919)
Article
Was nun?
Date
1919-01-10
Page
Seite 147 (sequence 9)
Language
German
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145, zur Zeit mehr zurückgestellt hat, aber doch nur zur Zeit zurückgestellt hat -mangels genügender zahlenmäßiger tatsächlicher Unterlagen, und daß nach wie vor in der „Jüdischen Rundschau'1 und von den Agitationsredneni der Begriff der jüdischen Volksgemeinde in einer Weise festgestellt wird, daß kein Zweifel darüber ist, daß der Jude völlig in jüdischer Kultur aufgehen und 1 an, dem deutschen Volk nur insoweit teilnehmen soll, als es sieh um die Erfüllung staatsbürgerlicher Pflichten und die Wahrnehmung staatsbürgerlicher Rechte handelt. Nach * meiner Auffassung kann es nur eine Arbeitsgemeinschaft für ganz bestimmte gemeinsame Aufgaben geben. Zwischen Zionisten und Nichtzionisten ist in Ansehung der Auffassung über Deutschtum und Judentum eine kaum zu überbrückende Kluft. Der allgemeine Kongreß erscheint mir schon deswegen notwendig, um einmal festzustellen, wie denn die Zahlenverhältnissc sind und ob in der Tat die deutschen Juden in ihrer überwiegenden Mehrzahl deutschnational sind und sich als unlöslichen Bestandteil des deutschen Volkes fühlen, ein jüdisches Volk in Deutschland nicht sind und sein wollen, oder ob sie jüdischnational sind und in Deutschland nur ihre staatsbürgerlichen Pflichten erfüllen und Rechte ausüben. Und nun nur noch ein Wort. Wir lehnen das Bekenntnis zum jüdischen Volk nicht um deswegen ab, weil wir glaubten uns liier durch an unseren staatsbürgerlichen Pflichten zu versündigen, sondern weil unser Empfinden für das Judentum und die Judenheit kein völkisches ist, so wenig das Empfinden des Katholiken, der sich als Glied der internationalen katholischen Kirche fühlt, ein völkisches Empfinden ist. Ausgleich Ein Wort der Verständigung von Dr. B erth old Haas e, Posen. er Friedenskongreß steht vor der Tür. Internationale Fragen des Judentums werden ihn beschäftigen. Die öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina wird voraussichtlich Wirklichkeit werden. Die Juden aller Länder des Erdballes werden dazu Stellung nehmen müssen. Wie sie auch zu dem Problem stehen mögen, die Schaffung eines jüdischen Kulturzentrums wird auf die Verhältnisse der in der Diaspora verbleibenden Juden weitreichende Wirkungen "ausüben. Neben dem Friedenskongreß ist ein jüdischer Welt» kongreß geplant. Die deutschen Juden dürfen dabei nicht fehlen. Die Gesamtheit der Juden muß dort in einer Art vertreten sein, die alle bedeutsamsten Richtungen widerspiegelt. Mit Recht wird verlangt, daß zur Vorbereitung und zur Bestimmung der Delegierten zunächst ein Kongreß der Juden Deutschlands abgehalten wird. Dieser deutsche Judenkongreß ist daher ein dringendes Gebot der Stunde. Auch er muß die Hauptrichtungen der Judenheit zusammenfassen.- Die Scheu vor Gegensätzlichkeiten und vor der Form ihrer Austragung hat sich bisher als ein Hindernis gemeinsamer Verhandlungen erwiesen. Die Not der Schicksalsstunde muß alle Hindernisse überwinden. Wir

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