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Neue jüdische Monatshefte · 1919-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1919) · p. [Seite]

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 7-8 (10.1.1919)
Article
Was nun?
Date
1919-01-10
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Neu© Zeitschrift für Politik, WirfschaS und Literatur in Ost und West Erscheint zweimal Im Mono! unter Mlßwirkwng von Alexander Eliasberg / Dr. Adolf Frfcdemann Geh. Jusüzrai Dr. Eugen Fudis / Prof. Dr. Frans Oppenhelmer MtfbcgründcS von Hermann Cohen iitiiiiiuiimiiiimiiiMmiimiiiiimitmimiiiiiiiü^ III. Jahrg. ' 10./25. Januar 1919 HeS7/8 HinuiimiiiimmiumiminiiimiimmiimitiiiHmimiim Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechsaal für Jedermann. Für de® Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst die Veranfö/orkiBg Was nun? Von Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs, Berlin. er Krieg* ist verloren, das Reich zusammengebrochen. Der Sturmwind der Revolution hat dio deutschen Throne hinweggefegt; dio Republik ist. ausgerufen, das Alte ist gestürzt. Welche Konsequenzen ergeben sich aus den neuen Verhältnissen für uns deutsche Juden, für die Ziele und Wege des Zentral Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens? Der Zentralverein ist gegründet als ein innerpolitischer Abwehrverein. Er hat sich vorerst nur um die Gleichberechtigung der deutschen Juden in Deutschland gekümmert und Abwehrkämpfe gegen die Regierung und die bevorrechtigten Klassen geführt, die uns die Gleichberechtigung dem Gesetze zuwider versagten. Nun ist die Herrschaft, von Adel, Militarismus und Bürokratismus, gebrochen. Hieraus ergibt sich folgendes für uns: A. Die antisemitische Front muß geändert werden; die jetzige Regierung wird demokratisch und als solche kaum ein Gegenstand des Kampfes sein. ' Da sie nach ihren demokratischen Prinzipien freie Bahn dem Tüchtigen lassen muß, wird sie nicht das, was das Gesetz gewährt, im Wege der administrativen Prellerei — ich zitiere das Wort Mommsens — den Juden nehmen. Weil der Antisemitismus von heute nicht mehr so sehr in den Erlassen der Bürokratie, als im Lärm der Presse und der Gasse leben wird, so werden wir ihm dort entgegenzutreten und dort den Kampf gegen antisemitische Volks- Strömungen und gegen ihre Exponenten — die politischen Parteien — xu führen haben. 1. Die rechtsstehenden-Parteien haben im Antisemitismus die Wahlparole gefunden, die sie einigt, das Schlagwort, mit dem sie krebsen und das alte Regime: Reaktion und Feudalismus, Junkertum und Klassenprivileg aufrecht erhalten wollten. Es ist charakteri-

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