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Neue jüdische Monatshefte · 1918-10-25 · Heft 2 (25.10.1918) · p. Seite 46

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 2 (25.10.1918)
Article
Zionistischer Jugendtag
Date
1918-10-25
Page
Seite 46 (sequence 3)
Language
German
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46hingestellt werden dürfen. Und doch war es eine bedeutsame Tagung. . Da. war zuerst einmal die Heerschau. Saßen doch zweitausend junge Menschen vom frühen Morgen bis in die Nacht, vergaßen zu essen und zu schlafen,' weil sie keinen Augenblick dieser . Sitzungen versäumen und vermissen wollten. Bei den ihnen völlig unverständlich bleibenden Worten Bubers hielten sie stundenlang mit derselben rührenden Disziplin und dem gleichen Eifer aus. Sie hatten das Gefühl heiliger Weihe dieses Tages, das nicht erst durch weihevolle Worte hervorgerufen zu werden brauchte.. Man sah und fühlte die Stimmung wieder, die wir von den Zeiten der Bilu kennen und von jenen russischen Studentenversammlungen, die in der vorherzlichen Zeit den Zionismus fest begründeten. Das war die Stimmung der ersten Schöpfer der Kolonien und des nationaljüdischen Gedankensystems. Die Bewegung ist wieder jung. Das ist ungeheuer wichtig. Denn die jüdische Jugendbewegung, das ist eben der Zionismus. Er erneuert sich wieder. In dieser Richtung verdient besondere Beachtung die He-Chaiuzbewegung. Diese jungen Menschen wollen restlos und ohne Vorbehalt Palästinapioniere sein. Ob man sie als Arbeiter oder als intelligente Kräfte in der Organisation oder als Träger gebraucht, sie stellen siel) rückhaltlos zur "Verfügung. Damit stellt auch die deutsche Judenhcit ihren Beitrag zur bald wieder mächtig einsetzenden ernsten Palästinaarbeit. Die Forderungen des Jugendtages, intensive Aneignung des Hebräischen, lebendige Palästinaarbeit, restloso Hingabe an die jüdischen Ideale sind groß und bedeutend. Die Heerschau hat zugleich gezeigt, daß die nationaljüdische Jugendbewegung in einem Fortschreiten begriffen ist, wie selbst die größten Optimisten es vor dem Kriege nicht zu träumen wagten, Diese Heerschau war überwältigend. Wenn es trotzdem so vieles zu kritisieren gab, wenn manches besser hätte vorbereitet und geleitet werden können, so ändert das nichts an der Tatsache, daß wir hier eine Bewegung haben, die sich in unaufhaltsamem Fortschreiten befindet. Wenn überall die wirtschaftlichen Verhältnisse die größten Hebel für die wirkende Volkskraft sind, beim jüdischen Volke ist es nicht ganz so; Hier wirken die Kräfte des Geistes mindestens gleich stark. Das treibende Moment ist die Idee. Diese rein ideale Begeisterung ist ein Hauptteil jener großen Schwungkraft, die das junge Leben im neuen jüdischen Zukunftslando in Bewegung setzt. Ein großer Teil dieser Jugend wird dieses flackernde Feuer in stille Glut umzusetzen vorstehen, die, solange sie leben, nicht erlischt, eine Glut, die wärmt und Leben spendet. In diesem Sinne hat der nationaljüdische Jugendtag eine symptomatische Bedeutung. .1

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