Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 2 (25.10.1918)
- Article
- Unsere Ostprovinzen und die Juden
- Date
- 1918-10-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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- IRI
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Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West Erscheint swclmal Im Mona! unter Mitwirkung von Alexander Eliasberg / Dr. Adolf Friedemann Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs / Prof. Dr. Franz Oppenheimer Mitbegründet von Hermann Cohen iiniiiitnnnimiiunnminwniiiiuinmimmiiiiitim III. Jahrgang 25. Oktober 1918 . Hefi 1 trtitii tri iiicititttiittiiititt) tiJitifttMiiiiiiiitiftitfsitiit iiifLitittttit iitiriii ittiiititiiictietiiif iiiiiiiiititiiti^titiiiiiiiiiifiiititttttiEtiixti int ifti itttiin i )c:riirii:it;}rf.'tr Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechsaal für jedermann. För den Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst die Verantworten;; Unsere Ösiprovinzen und die Juden Von Dr. Adolf Friedemann, Berlin..' f^fj^m Reichstage hat der polnische Abgeordnete Stychel ein Pro- Wjkx gramm der großpolnischen Bestrebungen aufgestellt. Niemand, MJSl der die Entwicklung des politischen Lebens in Polen während dieser letzten Jahre verfolgt hat, konnte darüber im unklaren sein, welche Forderungen von polnischer Seite an Preußen gestellt werden würden, sobald der Augenblick dazu gekommen schien. Ad. Warnern hat es nicht gefehlt. Wußte doch jedermann, daß die von den maßgebenden Stellen in Berlin und Warschau betriebene ,.Yorsöbnungspolitik" gänzlich erfolglos in die Luft verpuffen mußte. Wenn man ganz gerecht sein will, kann man nicht einmal sagen, daß die polnischen Ansprüche überraschen können. 120 Jahre lang hat man die Polen lediglich nach dem Prinzip behandelt, daß Macht vor Recht geht, und man kann sich schließlich nicht wundern, wenn sie jetzt ihren Lehrmeistern begreiflich machen wollen, daß sie verständnisvolle Schüler gewesen sind. Das ändert aber natürlich nichts an der Tatsache, daß es wohl im Bereiche des Möglichen gelegen hätte, diese Entwicklung zu hemmen. Am besten wohl, indem man den Ostgebieten nicht „die Freiheit brachte" (eine Aufgabe, zu der dem endlich dahin-, gegangenen System der Beruf wahrlich abging) und sich mit Rußland vertrug. Wenn man aber den andern Weg betrat, der durch die Erklärung vom 5. November 1916 nun einmal beschritten worden ist m hätte eine konsequente und gerechte Politik, d. h. eine solche, die allen Stämmen der Okkupationsgebiete gleiche Rechte gab und nictit den einen Stamm auf Kosten der anderen in unbilliger Weise bevorrechtete, uns immerhin im Lande so viele Sympathien schalten können, daß wir heute nicht von einem völligen Zusammenbruch unserer Politik in Polen reden müßten.