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Neue jüdische Monatshefte · 1918-10-10 · Heft 1 (10.10.1918) · p. Seite 24

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 1 (10.10.1918)
Article
[Rezension]
Date
1918-10-10
Page
Seite 24 (sequence 2)
Language
German
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-Ä4 Wir haben die große- Gemein-' ßämkoit, diesen Geist in Zion, den allein wirklichen Zionismus unendlich nötig, .denn wir leben im Olam ha— Tohu, in der Welt des Wirrsals, — ohne Judentum, d; h. ohne Menschlichkeit und ohne die Gegenwart des Göttlichen (Seite 16). Hier also steht er, der große Satz: Judentum, Menschlichkeit und Gegenwart des Göttlichen, das ist Eines. ■ Und nun denke man tief nach: was ist Menschlichkeit? Was ist Gegenwart des Göttlichen? Und man wird lernen, was Judentum ist. Was Zionismus ist, — warum wir Zionisten sein müssen, warum wir Menschen sein müssen, warum wir fromm und nicht schlecht sein müssen. All dieses wird uns dann aufgehen wie ein Licht, das wirres, unsicheres Dunkel erhellt. Denn „das nationale Bekenntnis allein verwandelt den jüdischen Menschen nicht; er kann mit ihm ebenso, seelenarm, wenn auch wohl nicht ebenso haltlos sein wie ohne es. Wem es aber nicht ein Genügen, sondern ein Auf-' schwung, nicht eine Einfahrt in den Hafen, sondern die Ausfahrt aufs offene Meer ist, den vermag es wohl der Verwandlung zuzuführen." Die Ausfahrt aufs oifene Meer mit Ziel und Zuversicht, mit innewohnenden Glück, das ist es, was uns nottut. Was ist gering in der Welt? Die materielle Größe, der Schein-Reichtum, die Materie, der Materialismus, der Eigennutz, der. Hochmut, die .Macht der Hände und des Todes, das ist gering. Was aber ist groß? Der Geist, die Gottheit, die mit dem . Menschentum aufflammt und darüber .hinausleuchtet,- der Wille zum Edelsten, die Kühnheit der Seele, die lebendige Kraft im Höchsten und Itcinsten, ohne Enge zeitweiliger Verhältnisse, heilige Aufopferung, immer und immer leben im Werden und Wachsen, das ist groß. Wer kann da sagen, daß aus Zion nicht abermals Lehre und Licht ausgehen wird! Buber schließt mit einer Betrachtung über den vollkommenen Menschen, die des ganzen Dargebotenen würdig ist. „Jeder Mensch bestimmt mit all seinem Sein und Tun das Schicksal der Welt in einem ihm und allen unkenntlichen Maße."" Ist das nicht ein Wort, das jeden zur stillen Tat treibt, zur Tat an sich selbst, die die Tat an allem werden kann? Denn jeder Laut 'dieses Satzes ist wahr. Wir vernehmen alle Probleme nicht aus der Ohnmacht, nicht aus dem Fluche des Ghetto, sondern aus dein weitesten Geiste des Orients, des sonnenträchtigsten Erdenelements, des allweisesten Himrhelselements. Jetzt erst fragen wir mit rechter Zunge: was ist Frömmigkeit? Was ist Judentum? Was ist Zionismus? Was ist Aufgabe? Was ist Vollendung? Was ist Erdenwert? „Und mögen es auch leibliche und halbleibliche Nöte sein* die ihm, dem Helfer, die Menschen zuführen, in seiner Welteinsicht besteht nichts Leibliches, das 'nicht verklärt, besteht kein Stoff, der nicht zum Geist erhoben werden kann. Und dies ist es, was er an allen tut: e r erhebt ihre Not, ehe er sie stillt. So ist er der Helfer im Geist, der Lehrer des Weltsinns, der Führer zu den göttlichen. Funken." „Er erhebt die Not, ehe er sie •stillt." Ja, wer sie erhebt, stillt sie. Zugleich, eben durch die Erhebung, so dürfen wir sagen. Ja, unsere Not ist. vom Helfer, von unserm höchsten Helfer, erhoben worden, unsere Not ward die Not der Menschheit. Es ist kein wahrer Jude, dem es nur um die Juden zu tun wäre, kein wahrer Zionist, dem es um ein Land nur und um ein Volk nur zu tun wäre. Die Not der Juden ist die Not des Zionisten geworden, die unmittelbarste Not des heutigen Tages überhaupt. Gott und seine Frommen haben unsere Not erhoben. Unsere erhabene Not, wer kann sie uns nehmen? Ist schon Not, Not des Lebens, so wollen wir die unsere, — uro sie verlohnt es Kampf und Ehre und Leben. Und darum ist der wahre Helfer der Helfer in der wahren und alleinigen Not, in den ideellsten Leiden; er ' allein hilft — allen. Scheinbar sich, scheinbar einer Zeitidee, wahrhaft aber — allen und der ewigen Idee, die man die messianische genannt hat. Arno Nadel. °rwSÄtdÄ£ und f?r den Verl^: Martin Goetz* Berlin-Charloftenbimr Nachdruck aor Beitrüge den ta^szeitunser» mit genauer Quellenangabe gestattet Gedruckt bei JuUus Sittcnield, HofbuchdruckerT Berlin W

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