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Neue jüdische Monatshefte · 1918-10-10 · Heft 1 (10.10.1918) · p. Seite 21

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 1 (10.10.1918)
Article
Die Judenfrage als eine russische Frage
Date
1918-10-10
Page
Seite 21 (sequence 4)
Language
German
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21 scheiden, damit die Völker sehen, wofür wir kämpfen: für die Herrschaft über die Welt oder für die Befreiungder Welt. Laßt uns doch bei den Juden den Anfang machen. Die bedrückten Völker dürfen aber nicht vergessen, daß nur ein freies russisches Volk ihnen die Freiheit zu geben vermag. Und die Juden sollten nicht vergessen, daß die Juderifrage eine russische Frage ist. Umschau GDGDGDßDGDüBöIE; Jüdische Chronik 25. August—25. September 1918. Amerika. Mitte Juli ist nach Palästina eine große medizinische Expedition abgefahren. Palästina. Ende Juli fand in J a f f a die zweite Gründungs-Konferenz der jüdischen Organisationen im besetzten Palästina statt, die vom Provisorischen Komitee . auf der ersten Konferenz gewählt worden war. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Thon gewählt.' Polen. In einer Unterredung erklärte der Generalsekretär des polnischen Regent- " s c hat* tsrat e s , Herr Prälat Chmelnicki: „Die Juden sind ein Element der Zersetzung. Die Juden sind die Träger des Bolschewismus. Der polnische Staat «muß sehr vorsichtig sein, um nicht liberale Ideen zur Geltung kommen zu lassen. Die großen öffentlichen Schäden des Wuchers und der Prostitution sind nicht zum mindesten auf das Konto der Juden zu setzen. Ich habe die' feste Überzeugung, daß es mit der Zeit besser wird, wenn die Juden ein- . .mal eine gute Schule und eine gute Bildung genießen; aber bis dahin muß man sich vor ihnen schützen. Moralisch sind sie sehr zurückgekommen und viel Unglück bringen sie in das Land.u - Diese gehässigen Äußerungen haben unter den Juden Polens beträchtliches Aufsehen erregt. Polen. Nach Nachrichten aus ^den besetzten Gebieten werden Jen jüdischen Rückwanderern aus Rußland und der Ukraine bei der Überschreitung der Grenze große Schwierigkeiten Gemacht. Die Rückkehr der Juden nach Polen w i ru . von der polnischen Delegation verboten; diese Delegation W; . mit Vollmachten der polnische» Regierung tätig und besitzt h:-n- sichtlich der jüdischen Rückwanderer das volle Vertrauen fowiy die Billigung der letzteren. Italien. Die italienische Regierung hat betreffs der Lage der Juden, in Rumänien an Herrn N. S o k o ■ low folgende Erklärung gerichtet: „Gemäß den Instruktionen des Barons Sonnino habe ich die Ehre, Sie von folgendem in Kenntnis zu setzen: Die italienisch? Regierung stellt fest, daß die im Vertrag von Bukarest zwischen Rumänien und den Zeniralmäcliten vom 7. Mai 1918 enthaltenen?•> Stimmungen bezüglich der reli.aiö- sen Gleichheit in Rumänien hinsichtlich der Juden weniger Freiheiten gewähren als diejemg- \ die die rumänischo Regierung v *- selbst zu geben versprochen h."t. Die italienische Regierung erklärt daher, daß sie, wenn die rum.ä nische Frage endgültig gehegt-]f werden wird, alle Anstrengungen machen wird, um für die Juden u. Rumänien eine Regelung zu erzielen, die eine dauernde Gleichberechtigung sichert.41 UJcraina. .Der ukrainische Mir^-ter des Innern Kistjakowski empfing eine Delegation des j ü d i s e h e n " N a t i o n a 1 r a t e s, die ihn über die bereits vollzogenen Vorbereitungen zum jüdischen Vorparlament unterrichtete und um. Genehmigung zur Einberufung des- " selben ersuchte. Die Genehmigung wurde erteilt.

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