Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 1 (10.10.1918)
- Article
- Ein Wort an die Polen
- Date
- 1918-10-10
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literafosr in Ost und We:5 Erschein! swdrnal 2m Mono? unter Mlte/Srkuns von Alexander Eliasberg / Dr. Adolf Friedemann Geh. Jusiizrai Dr. Eisgen Fudis / Prof. Dr. Frans Oppenheimer ■ M£!bcgründe! von Hermann Cohen niiiniimtmiiniiniimmtmmimuiinmmiinmiiiuimmn III. Jahrgang' 10. Oktober 1918 Heilt iiiuiiiiiiiniiiiimimiiiiimmiiiiiiiiimiiiiiiiiNiimiinimuim^ Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechsaal für Jedermann. Für den Inhalf der- Artikel übernehmen die Autoren selbst die Verantwortung m?rtmm*wmiwirsmijä!mx^ Ein. Wort an die Polen Von Dr. Adolf Friedeinann, Berlin. ie Presse Verbreitet einen Aufruf aller polnischen parlamentarischen und außerparlamentarischen Körperschaften, in dem die Vereinigung' sämtlicher Polen auf Grund der bekannten Sätze des Wilsonschen Programms gefordert wird. Es heißt darin: •„Die Polen bleiben, so wie sie bisher waren, auch in der Zukunft ihrer glorreichen Überlieferung treu, die seit dem Morgenrot der Geschichte von denselben Idealen der Freiheit und der Verbrüderung der Völker bestrahlt sind, deren Triumph heute aus der Saat der unschätzbaren vergossenen Blutströme hervorsprießt. Unter dem Banner dieser Grundsätze wird das vereinigte und unabhängige Polen in den Verband der freien Völker eintreten als aufrichtiger und unbeugsamer Verfechter der Toleranz und des einträchtigen Zusammenlebens der Völker nach außen gemäß der großen Losung unserer Väter: Freie mit den Freien, Gleiche mit den Gleichen." Man kann vielleicht der Ansicht sein, daß hier etwas viele Worte für einen an sich sehr schönen und guten Gedanken gemacht werden, aber die nationaden Eigentümlichkeiten jeden Volkes sollen auch von denjenigen Völkern respektiert werden, die ihrerseits mehr auf Taten als auf Worte sehen. Immerhin muß gefordert werden, daß Worte nicht nur Worte bleiben, sondern daß aus ihnen auch die Konsequenzen gezogen werden. In dieser Zeitschrift ist zu wiederholtesten Malen den Sympathien für die Wiederaufrichtung eines lange Jahre gebeugten und gedrückten Volkes Ausdruck gegeben worden, das auch in den Z.eiten der Not und. der Bedrängung sich selbst nicht aufgab und seiner Kultur und seinen Idealen Treue hielt. Leider wird es keinem Volke als dem der Juden schwerer gemacht, ' dieses polnische Ideal mit Freudigkeit zu begrüßen. Seit das neue