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Neue jüdische Monatshefte · 1918-09-25 · Heft 24 (25.9.1918) · p. Seite 556

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 24 (25.9.1918)
Article
Briefe eines deutschen Juden im Auslande
Date
1918-09-25
Page
Seite 556 (sequence 6)
Language
German
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rniööres politischen Dienstes bewirken,. <iaß für Deutschland selbst da keine Freunde geworben werden, wo es im dringendsten eigenen Interesse liegt, und die Notwendigkeit von den leitenden Stellen erkannt wird. Hier aber gilt es einzuwirken, ehe der Prozeß endgültig bis zum Ende gediehen ist und unwiderruflich Stellungen verloren gegangen sind, deren Behauptung im Interesse des Deutschtums wie des Judentums gleich notwendig erscheint. Es soll deshalb in einigen weiteren Briefen gezeigt werden, aus. welchen inneren Gründen die deutsche Politik bezüglich des Judentums gegenüber der der Entente ScMSbruch gelitten hat und was geschehen muß, um den verlorenen Boden wiederzugewinnen. Der Zionismus und die jüdische Mission. Von M. L e w i n s k i, Berlin ^p^|^|f urch die Fußnote der Redaktion, die zur Äußerung auf den Auf- ^^miw satz von Abraham Schlesinger auffordert (siehe „Neue Jüdische Monatshefte vom 25. Juni 1918 S. 18), fühle ich mich zu folgenden Bemerkungen veranlaßt: Der Standpunkt des Verfassers ist meines Erachtens so maßvoll und einsichtig, daß er zu einer Überbrückung der Gegenstände geeignet ist. Der Verfasser steht auf dem Standpunkt der „Kulturzionisten". Sein Augenmerk ist daher nicht ausschließlich auf die politischen und wirtschaftlichen Nöte der Judenheit gerichtet. Vielmehr rückt auch er die geistigen und sittlichen Aufgaben in die erste Pveihe. Zur Verwirklichung dieser Aufgaben hält er im Anschluß an ÄohadHaam eine jüdische Staatsgründung für notwendig, verkennt aber nicht, daß auch schon zur Zeit des zweiten jüdischen Staats ein guter Teil der Entwicklung des jüdischen Geistes im Exil, besonders in Alexandria, vor sich gegangen ist. Im Anschluß an diese Betrachtungen wird in der Tat zweierlei festzustellen sein: Die geistige und sittliche Entwicklung ruht bei den Juden, ebenso wie bei allen anderen Gliedern der menschlichen Gesellschaft, auf der Grundlage der nationalen Eigenart, die sich in der staatlichen Organisation ausbildet. Ohne den Staat hätte es keine ProphetSe gegeben, ohne Prophetie kein Judentum. Anderseits strebte der klassische jüdische Geist in die Weite der Welt. Die Propheten wandten sich ebensooft an die anderen Völker wie an die Juden; auch glaubten sie an die Zukunft des Judentums, obgleich sie isomer mehr mit dem Untergang des Staates zu rechnen lernten. Die fläche Mission ist kaum denkbar ohne innige Vermischung mit andren Kulturvölkern. Der Geist der Welt läßt sich von dem Winkel oi&ea kleinen Nationalstaates aus nicht beeinflussen. Vielmehr ist

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