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Neue jüdische Monatshefte · 1918-09-10 · Heft 23 (10.9.1918) · p. Seite 546

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 23 (10.9.1918)
Article
Jüdische Chronik
Date
1918-09-10
Page
Seite 546 (sequence 2)
Language
German
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„Die Juden haben stets in Blut und von Blut gelebt. Sie werden' in sehr kurser Zeit 1 Gelegenheit haben, ' wieder in?. Blute, au leben." Während der Rede Codreanus brach die . Galerie in Beifallsrufe aus und der Präsident gab Befehl, die Galerie zu räumen. Der Skandal wurde auf der Straße fortgesetzt, wo dio Gendarmen das Publikum auseinandertrieben, das den beiden antisemitischen. Deputierten Cuza und Zelea i Cedreanu lärmende ... Sympathiekundgebungen bereitete. Österreich. Der berühmte jüdische Gelehrte,- Dr. Moritz. Güdemann ist am 6» August 1918 im 84. Lebensjahre in Baden bei Wien 'gestorben. Österreich. Die medizinische Fakul- ' tut der Wiener Universität hat am " 10. August 1918 eine Anordnung erlassen, nach der die Studierenden, die nach Galizien und Bukowina zuständig sind, an der. medizinischen Fakultät nicht - mehr immatrikuliert werden. Die Anordnung stellt einen numerus clausus gegen die jüdischen Studenten, einen spezifisch antisemitischen Vorstoß dar. 10.—25. Aügasi 1918 Deutschland. Am 12. August 1918 " ist Herr Kommerzienrat Hein- 'rieh Eisner, der langjährige Vorsitzende des Vorstandes der jüdischen Gemeinde zu Berlin, ge- starben. Polen, Am 19. August 1918 sprachen Dr. N.* Priltitzkl und ein Delegierter des Kiewer jüdischen Hilfskomitees Herr Güterinan als jüdische Abordnung im Innenministerium vor, um die Schwierigkeiten zu erörtern, die den jüdischen Rückwanderern bei" der Rückkehr aus Kußland -und der Ukraine nach Po- •Ion gemacht v/erden. Türkei. Die Verhandlungen zwischen der türkischen Ho gierung und den Vertretern der jüdischen 0r- Sanis&tioneniMitteleur o- P s c, die Mitte August 1918 einst- .'voilen zu Ende geführt wurden, wurden mit folgender Erklärung des Großwesirs Tal aat Pasc h a geschlossen: „Ich bin erfreut, daß die Verhandlungen mit den Delegierten der verschiedenen jüdischen Organisationen ein tatsächliches Ergebnis gezeitigt haben. Die türkische Regierung hat den Beschluß gefaßt, alle einschränkenden Maßnahmen abzuschaffen und alle Hindernisse für die Einwanderung und Niederlassung der Juden.in Palästina aufzuheben. An die entsprechenden Instanzen sind die strengsten Befehle ergangen, um dem jüdischen Volk in Palästina, gemäß den Traditionen der Türkei, wohlwollende Behandlung .auf der Grundlage vollkommener . Gleichberechtigung zu sichern. Ich versichere Sie wiederholt meiner Sympathie mit den Plänen zur Schaffung eines jüdischen religiösen Zentrums in Palästina auf dem Wege einer wohlorganisierten Ein- " Wanderung und Kolonisation. Ich bin fest von der Nützlichkeit der * Niederlassung von Juden in Palästina für das türkische Reich •überzeugt, und ich bin gewillt, dieses Werk unter den Schutz der türkischen Regierung zu nehmen und mit allen Mitteln zu fördern, die mit den Souveränitätsrechten der Türkei übereinstimmen, ohne die Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung zu beschränken. Ich hege die feste Hoffnung, daß die Arbeiterspezialkommission zur Ausarbeitung des Projekts in Kürze beendet sein wird, und ich werde mit großer Freude die Besprechungen weiter fortsetzen." Bußland. In Sysran und Jaroslau veranstalteten die weißen Gardisten vor ihrem Rückzüge entsetzliche Judenpogrome. In Sys- - ran wurden aus der Synagoge sieben jüdische Greise herausgezerrt und in Stücke gerissen. Auch . in Jaroslau gab es sehr viele Tote. Ukraina. Über die Ergebnisse der Wahlen in den jüdischen Gemeinden der Ukraine berichtet eine Aufstellung des Departements, die sich auf 145 Gemeinden erstreckt. Die Wahlen fanden in 300 Städten und Städtchen statt. Von den 3647 Ratrnärmern, die in diesen 145 Städten gewählt wurden, er-

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