Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 23 (10.9.1918)
- Article
- Zur Geschichte der Wilnaer jüdischen Gemeinde
- Date
- 1918-09-10
- Page
- Seite 540 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2908689-2908714-2908733-2911230--1953-2911261- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Um' machte de# Juden zum Vorwurf, an den Aufstand gegen die Bussoaberrsch&f t keinen Anteil genommen zu haben. Schon waren die Vorbereitungen zu einem Pogrom gegen die Juden im vollen Gange, als die Russen in Wilna einmarschierten, Es war das am 24. Juli 1794. Die pomische Herrschaft über Wiina nahm ein Ende, die Stadt kam unter öle Gewalt des Russenreiches. (Fortsetzung folgt.) Der jüdische Gott Von Aismann. ^^VAer jüdische Gott! Nein wirklich, ich habe nichts gegen ihn. cj ,5iyj) Alle Achtung! Ein schützender, ein hilfreicher Gott! Ja, Vj&!s*& meine Herrschaften, das gebe ich gerne zutf. „Bann, Oberst, werden Sie vielleicht auch zum Judentum übertreten?11 „W—a—s? Wie?" Der Oberst starrte die sprechende Dame entsetzt und beleidigt an. „Pfui, was für eine Zumutung!'4 Dann, sah er alle seme.Gäste der Reihe nach an und sagte: „Nein, diese Frauenlogik! Man äußert harmlos eine Meinung, und sie ziehen solch verletzende Schlüsse daraus. Ich weiß ganz genau, was ich sage, meine lieben Gäste. Weil der jüdische Gott seinen Mauschlern hilft, deshalb bin ich noch lange kein Abtrünniger, bei aller Achtung vor diesem merkwürdigen Gott. Hören Sie einmal! Sie wissen ungefähr, was für ein Lebemann ich war — es ist noch nicht so lange her. Glänzender Kavallerist, schön, elegant, reich, ein abgezeichneter Tänzer, ein berüchtigter Hof- und Skandalmacher» Säufer und Zecher — in ganz Kurland gab es so einen nicht mehr. Sie dürfen nicht daran denken, wie ich jetzt aussehe- Vorzeitig gebrochen und gealtert: Gicht, Herz — das ist so plötzlich über mich gekommen. Noch vor kurzer Zeit war ich ein ganz anderer. Ich war weit und breit bekannt. Zwei Erbschaften hatte ich durchgebracht, begann auch mit der dritten. Und mit welchem Schwung! Was verstehe ich sonst? Arbeiten, verdienen? Nein, das ist nicht meine Sache. Aber als ich alles durchgebracht hatte, bekam ich gerade den größten Appetit. Von Geld keine Spur. Befand mich sozusagen ohne Pantalons. Hatte aber eine Dame bei mir — nicht gerade von fürstlicher Abstammung, dafür aber mit einem um so größeren Vermögen begabt, nämlich dem Vermögen zu genießen. Verliebt war ich ganz teuflisch. Mit der letzten, um so mehr gesteigerten Kraft: Ins Wasser, durchs Feuer, dem Teufel in den Rachen wäre ich für meine Karoline rc^-rmo'fm 0.vt> **"1i3 Mein letztes Geld war verduftet — meine Karoline war im Begriffe dasselbe zu tun. Da erinnerte ich mich, noch 500 Hektar Wald im Gouvernement Minsk zu haben; einen Rest von ehemals stattlichen 1500. Es stand für mich.fest, diese letzte 590 Hektar-Last von meinen Schaltern au schütteln. Also weg damit. In Shitomir hatte ich einen