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Neue jüdische Monatshefte · 1918-07-25 · Heft 20-22 (25.7.1918) · p. Seite 515

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 20-22 (25.7.1918)
Article
Frauen meines Volkes
Date
1918-07-25
Page
Seite 515 (sequence 7)
Language
German
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515 natürliche Trieb zu*- Freiheit in uns jede Tätigkeit verloren hat Er hat sich in eine Mönchstugend verwandelt, und äußert sich bloß in Beten und Leiden, nicht im Wirken. Ich verspreche mir sogar von meiner so zerstreuten Nation den Geistder Vereinigung nicht, ohne welchen der überlegenste Entwurf scheitern muß." Worte der Stärkung und Läuterung, in Prophetensprache gemeißelt, sandte er ins östliche Volk. - Indes -„Jerusalems" Irrlehre seinen der Eechte Genuß frohen Brüdern. Weltliches Schrifttum in Hebräersprache dem Osten, des Gotteswortes Verdeutschung dem Westen. Und dir? Nichts. Entrückt warst du deines Volkes Gegenwartsringen und Zukunfthoüen, seines Geistes Kettengeklirr. In Ahnungslosigkeit. ließ dich der Allwissende. Düster in seinem Hause, des Hauses Israels Erheller. In deren Herzen nie Treue gewohnt, wie ward sie treulos? Und doch war kein Shylock Moses. (Des alten Gobbo Trottelgeist unwert Moritz Veit). Und Friedrich Schlegel kein Lorenzo. Verräterin aber du, Jessica zu Berlin, Stammesmutter deutscher Judenheit. 'Die Jüdin als Asslmllaniln*) (Ein FregmenÖ Von Abraham Schwadron, im Felde s ist charakteristisch, daß die meisten modern-subtilen jüdischen Antijuden, die bekanntlich vorgeben, in ihrem'ästhetischen und ethischen Empfinden über das Judentum hinausgewachsen zu sein, ihre Unjudheit in der Mutter verehren. Im Vater sehen sie das spezifisch Deklassierende: einerseits jüdisches Geschäft, andererseits in irgend einer Form zumindest ein Schimmersehen jüdischer Beharrung. Dessen Schauen ist „durch fortwährendes Zwcck- . denken getrübt", meinen sie. Die moderne Jüdin im assimiliert sein wollenden Hause dagegen ist immer die „feinere", die abgeklärtere, die weitläufigere, die vorurteilslosere ■--in Wahrheit aber die raffiniertere. Sie ist behend von Geist und besitzt ein durch Übung vervollkommnetes Schminktalent, daß sie mit frappierendem Geschick an sich betätigt. Sie ist trotz gegenteiligen Anscheins die zutiefst Zweckbewußte, Zweckbesessene. Mit ihrer größeren Anpassungsfähigkeit und Meineren Standfestigkeit, mit ihrer Spürnase für alles Schickliche und heute Geltende ist sie weniger als ihr Mann und kann darum .mehr „werden". Niemand hat größere Ehrfurcht vor dem Götzen „man" als sie: was „man" tut und was „man" nicht tut, was „man*4 für schön und gut; hält und'was für häßlich und schlecht — natürlich dem chris tlichen „man", das allein maß--und wertgebend ist. Dem Assimilanten ist das Jüdische nur hinderlich, unbequem; der Assimilantin aber ist es shocking. Dagegen gelten ihr all die Ekligkeiten, die gerade aus dem vielgestaltigen, krampfhaft Unjüdisch-sein-wollen des letzten Jahrhunderts sich ergeben als comme il fr.r.t Auch ist schon seit Generationen die j ü d i s c h e Erziehung der Mädchen im Vergleich mit der der Knaben eine unverhältnismäßig schwächere. Läßt aL-jo die jüdische Tradition cine3 Hauses als Ganzen nach, so ist die Frau im allgemeinen von vornherein ein gut Stück voraus. Wie diese Artung der Mut'.r auf die zu erziehenden Kinder wirken muß, braucht nicht erst erörtert zu werden. Besonders da der Schwerpunkt der Erziehung im jüdischen Westen meisC-una mehr bei der Mutter als beim Vater liegt, weil in fast allem Außergcschlut- *) Der freundlichen Aufforderung der geehrten Redaktion,. über dieses Tjiema zu schreiben, kann ich jetzt hier im Felde zu meinem Bedauern nur mit'diesem kleinen Bruchstück entsprechen.'

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