Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 20-22 (25.7.1918)
- Article
- Die Religiosität und die jüdische Frau
- Date
- 1918-07-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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TXT «\ &\j IS 'ao Tic» Tl 'T\/7 ' •■ r *$ ■ fffi wsmms McmMstoceffik Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in'Ost und West Erschein! swelzna! im Monat unter Mitwirkung von Alexander EMasbergV Dr. Adolf Friedemann Geh. Jusfizrat Dr. Eugen Fuchs / Prof. Dr. Franz Oppenheimer MilbegrÜnctet von Hermann Cohen •iittiittiiiMititiiiujiMif i itititiiiiitiiiiiifiiifiiiiiiiitiiiiniiizMifiif iiiiiifiiiiinitif fin (f tifff tuitfiitiifffff irtfftftitiiff iftnifttiftftrttf ittf itfititfffifttfftfffiftaf rttifr? IL Jahrgang 25. Juli/10.125. August 1918 HeS 20/22 tiiitttiiiiniiiMtiiiiuiiiirisfiiiifiiiuiiitiiiiiiaiiftitiiiiiiiiiiiiDfairiiftifftiiiiiiiitdi ff f n tf f f fif f tttt u rsi m f tt it in f rriitit fti f ctt irr iif itif tu >< ti tf f Uff tir?itrtttr tf iir r;t r:ef Diese Zeitschrift ist ein offener Sprechsa&l für Jedermann. Für den Inhalt der Artikel übernehmen die Autoren selbst die VeranlworfußS •*WMLMMMUHMM,ill1,^imfc!eajUMaL!jüa^ Sonderheft: Die jüdische Frau Die Religiosität und die jüdische Frau Von Dr. Nathan Birnbaum, Wien. X(©j^(^Xenn man über die Religiosität und die jüdische Frau sprechen INN^T^f so muß natürlich vor allem klar sein, was unter Reli- ^V¥^V©> giosität verstanden sein soll. Und da möchte ich denn feststellen, daß ich auf dem Standpunkte unbedingter Verbindlichkeit des jüdischen Religionsgesetzes stehe und daß mir dieses und religiöse Gesinnung, religiöse Form und religiöser Inhalt, Religion als Gesamtheitstatsache und als individueller Vorgang nicht als Gegensatzpaare, •sondern als je zwei notwendige Funktionen eines großen religiösen Einhcitsgcschehcns erscheinen. Wohl zweifle ich nicht, daß es sehr vereinzelte Einzelne geben kann, die imstande sind, sich vom Gesetz, von . <3er Form, von der Gesamtheitstatsache los-zusagen und sich doch eine Art religiöser Gesinnung, einen gewissen religiösen Inhalt, ein persönliches religiöses Gefühl zu "bewahren. Aber ich bin ebenso sicher, daß diese Einzelne nur möglich geworden sind, weil sie, aus der mehrtausendjähxigen, gotterrichteten Schule des jüdischen Glaubenslebens hervorgegangen, durch dieses für das relig-iöse Empfinden in geradezu mustergültiger Welse vorgezüchtet sind, und daß, wenn nun sie Schule machen sollten, in Zukunft auch solche Einzelne, wie sie, geschweige /gar Massen mit formbefreüter Religiosität, unmöglich werden müßten. Ich kann daher auch in ihrem sich Zurückziehen auf das Individuen- Religiöse keinen Vorrang, sondern nichts anderes sehen, als Selbstgefälligkeit, die mit dem Gotte für alle nicht vorlieb nimmt, als Zuchtsprengung aus Unzulänglichkeit des schauenden und denkenden B'> greifens. Ich kann mich auch nicht entschließen, zu glauben, daß Israe' nicht dazu da ist, um in gottgewollter Gesetzeseinsamkeit dem Welton- «abbat entgegenzuziehen, sondern nur, um die Staffage für religiöse Ich-