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Neue jüdische Monatshefte · 1918-06-25 · Heft 18 (25.6.1918) · p. Seite 415

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 18 (25.6.1918)
Article
Gleichberechtigung in Rumänien
Date
1918-06-25
Page
Seite 415 (sequence 5)
Language
German
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415 elementaren Rechtsempfinden zuwider die Bukarester Formulierungen im Prinzip sind, — bei einer strikten, von * Schikanen freien Ausführung: wären sie doch dazu geeignet, der Sache der Gleichberechtigung der Juden Rumliniens zum Siege zu verhelfen. Von den grundsätzlichen Bedingungen, an die die Gewährung der Bürgerrechte geknüpft sind, muß nur jene als sachlich unannehmbar und die Erfüllung der gerechten Forderung beeinträchtigend hingestellt werden, die den Nachweis der Geburt der „Eltern"., also auch der Mutter, im Lande zur Vorbedingung der Gleichstellung macht. Die Ehe eines ^rumänischen Vaters mit einer österreichischen, deutschen oder russischen Mutter darf nicht ein Grund dafür sein, den Sohn „staatenlos4' zu machen. Im übrigen würde die gerechte Erfüllung der anderen Bedingungen der Gleichberechtigung der „staatenlosen14 rumänischen Juden, deren Eitern nicht allein, sondern auch Vorfahren seit mehreren Generationen im Lande ansässig waren, praktisch keinen Abbruch tun können.. Worauf es jetzt ankömmt, ist, daß die Mittelmächte nicht nur die unmittelbar bevorstehende Erlassung, sondern auch die strikte und gerechte Ausführung des Gleichbcrcchtigungsgesetzes verbürgen und durch klare und präzise Bestimmungen der bewährten Auslegungs- und Verdrehungskunst der rumänischen Behörden von vornherein jede Möglichkeit nehmen, sich in der oben angedeuteten Richtung zu betätigen. Darüber hinaus müßte die ja. im Xande verbleibende Besetzungsmacht die Durchführung dieser Bestimmungen überwachen und nachhaltige und dauernde Sicherungen, für die. Gestaltung des menschlichen, bürgerlichen und .nationalen Schicksals der Juden Rumäniens in der Zukunft schaffen, nachdem der letzte der Sieger den Staub dieses Landes von seinen Füßen abgeschüttelt haben wird. Denn schon erhebt die Verleumdung* das Haupt, und eifrige Hände sind überall am Werke, die Juden zu Genossen des Feindes und zum' Hauptschuldigen an allem Unglück zu stempeln. Aus dem auch mit Judenblut reichlich getränkten Boden schießt die Drachensaat des Hasses empor, und eine heillose Giftfrucht reift der Ernte entgegen*). Der Zionismus und die messianische Sendung des Judentums**) Von Dr. Abraham Schlesinger, Buchau a. F. L CT*i?Don den üblichen Einwänden gegen den Zionismus beginnt allmählich einer nach dem andern als unhaltbar erkannt zu ^SVÖ) werden. In einer Art Generalabrechnung kommt neuerdbgs einer der ersten Führer der antizionistischen deutschen Judenheit, Herr *) Über die Aussprache über die rumänische Judenfrage im Reichstag siehe die Umschau dieser Nummer. D. Red. **) Der nachfolgende Aufsatz wurde uns schon vor längerer Zeit zugesandt, konnte jedoch aus Kaumschwierigkeiten bis jetzt nicht erscheinen. .Wir bringen den 'Beitrag, der durch die in unserer Zeitschrift veröffent-

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