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Neue jüdische Monatshefte · 1918-04-25 · Heft 14 (25.4.1918) · p. Seite 331

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 14 (25.4.1918)
Article
Der Jude in Karl Marx
Date
1918-04-25
Page
Seite 331 (sequence 5)
Language
German
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Quadern seines Gedankenbaues versteckt sich das prophetische Gefühl, das aus der Ewigkeit zur Ewigkeit strebt und am Vergänglichen nicht haftet Doch mochte sein erdenschwerer Glaube ihm die seligen Töne eines Jesajah und Michail versagen, an das kommende Reich glaubte er dennocli mit Inbrunst. Mit dem Geist einer Richtung verfallen, die alle überirdischen Gewalten für immer überwunden, weil ihrer Erd geborenheit überführt zu haben wähnte, war Marx, ohne daß sein eigenes Gefühl davon wußte, in seinem tiefsten Ich ein Jude aus dem Saft der Propheten. Der Sinn der „Vergeisfigung" Palästinismus und Zionismus Von Nachum Goldmann, Berlin °ie Ausführungen von Heinrich Marguli es im Heft 12 dieser Zeitschrift „Wege und Irrwege" erfordern eine Erwiderung«. Den Grundgedanken des Aufsatzes bildet die Scheidung zweier Tendenzen innerhalb des Zionismus der letzten Jahre, die M. die „Verweltlichung" und „Vergeistigung" nennt; in der Charakterisierung dieser Richtungen gibt er infolge falscher Ausgangspunkte der Betrachtung ein so mißverständliches Bild des zugrunde liegenden Problems, daß eine Klarstellung not tut. Diese vorzunehmen sei der Zweck der folgenden Zeilen. Sie wollen alles andere als polemisieren. Bei dem Ganzen geht es nicht um Fragen der verstandsmäßigo"'? Richtigkeit, bei denen ein logischer Beweis möglich ist, sondern um innere, sittliche Wertungen. Was scheidet, sind nicht Ansichten, sondern Wcrtgef ühle. Wo aber Wertgefühle trennen, ist Poleoa'k unfruchtbar. Denn Werte können nicht bewiesen, sondern ledlgiir gefühlt werden. Wie sehr die zugrunde liegende Frage eine solche des inneren Wortgefühls ist, zeigt schon die Bezeichnung der beiden Tendenzen durch M, £r nennt sie „VerweltHehung" und „Vorgcistigung", und schon an diesem Ausgangspunkt setzt die Scheidung der Geister ein, setzt die für mein Gefühl falsche und ungerechte. Betrachtungsweise ein. Verwelüichnng und Vergeistigung? Welch irrige, unernste, „bürgrrlkhe" Vorstellung vom Wesen des „Geistes41 liegt doch der Konstruktion einer solchen Gegensätzlichkeit überhaupt zugrunde? Für den w?>-... haft „Vergeistigten'4 ist Geist nicht als Gegensatz zur Welt, soiukrr als in wesensnotwendiger Verbundenheit ihr korrelativ gedacht; ihn ist der eigentliche und höchste Sinn des Geistes, die Welt zu formen und umzugestalten, Welt zu werden. Vergeistigung ohne Verweltlichung ist ihres Sinnes beraubt, ist unernst, ist Luxus und 8r^, ist fast Sünde; Verweltlichung ohne Vergeistigung aber ist schlecht.:*^ sinnlos, ist Untreue am Sinn des Daseins, ist wahrhafte Sünde. Ni^v-. „Vergeistigung" und „Verwoltlichung" scheidet die beiden Strömung im Zionismus; was trennt, ist der Glaube an die revolutionier>.'r- Macht und Aufgabe des Geistes, die Welt zu vergeistigen, an die 7er-

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