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Neue jüdische Monatshefte · 1918-03-25 · Heft 12 (25.3.1918) · p. Seite 281

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 12 (25.3.1918)
Article
Wege und Irrwege
Date
1918-03-25
Page
Seite 281 (sequence 11)
Language
German
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261 Geistigen im Volke verneinten den Staat, der Prophet stand oft (nicht immer) gegen den Krieger im Kampf. Und weil er den König zwingen wollte, seine Politik religiös, statt politisch, seine Staatswirtschaft ethisch, statt ökonomisch zu betreiben, mußte der Staat zugrunde gehen. Kein Staat kann eine solche Opposition seiner Besten aushalten, und die Zukunft einer neuen jüdischen Gemeinschaft wird nicht zum letzten davon abhängen, ob die Geistigen lernen werden, dieser Gemeinschaft zu dienen, statt ihr die Regeln eines Klosters aufzuzwingen. Im Gallith haben späte Rabbiner die Missionstheorie erfunden: die Juden, die Überwinder der Staatsform., als Lehrer der Menschheit. Es klang grotesk, aber es'ließ sich hören. Die groteskeste aller Ghettogeburten wäre es aber, wollte man dieses Missionsidcal mit nach einem neuen Palästina verpflanzen. Ohne Zweifel wird ein jüdisches Gemeinwesen auf vielen Gebieten, so vor allem auf dem Gebiet der Sozialpolitik vorbildlich wirken. Das kann aber lediglich ein (| u a n t i t a t i v e s Plus sein, qualitativ wird es auf keinen anderen Grundlagen aufbauen können als auf den weltlich-ökonomischen wie jedes andere Gemeinwesen. Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft Von Hermann Cohen 20. Einheit und Einzigkeit Gottes III. Die Offenbarung '(^^(^Zie die Schöpfung, so darf auch dio Offenbarung kein wJy| Mysterium bilden, keinen Widerspruch gegen den strengen /qSVö und klaren Begriff der Einzigkeit Gottes, sondern vielmehr nur die Konsequenz aus beiden Begriffen. Denn' wie die Einzigkeit Gottes als Ursprung begründet ist für das Dasein der Welt, so muß sie auch zum Ursprung werden für den Begriff des Menschen, insofern er von der gesamten Schöpfung ausgezeichnet-ist als das Vernunftwesen. Und die Vernunft bedeutet nicht nur das Vermögen, des theoretischen Menschengeistes, sondern sie hat für dio Sittlichkeit einzustellen, mithin für die Schöpfung und Behauptung des sittlichen Menschengeistes.. Die Offenbarung muß vom einzigen Gotte ausgehen, als vom Ursprung der einzigen Sittlichkeit für dio Menschenwelt. Der Rationalismus der jüdischen Gotteslehre prägt sich vorab in der Beschränkung aus, in welcher die Offenbarung eigentlich bestimmt wird: als die Offenbarung am Sinai. Schon diese literarische Tatsache gibt zu denken. Ist denn nicht die ganze Thora die geoffenbarto Lehre? Wie kann sie auf den Dekalog allein eingeschränkt werden? Der Inhalt des Dekalogs ist die Grundlage aller humanen Sittenlehre, wenn anders diese in dem einzigen bildioson, geistigen Gotte

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