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Neue jüdische Monatshefte · 1918-03-25 · Heft 12 (25.3.1918) · p. Seite 268

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 12 (25.3.1918)
Article
Auf zum Pogrom!
Date
1918-03-25
Page
Seite 268 (sequence 2)
Language
German
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268 betrunken zu machen und in diesem Zustand umgehend zu verführen! Und daß Herr Meyersohn hinterher noch die gemeinsten Redensarten im Munde führt, das versteht sich bei solchen jüdischen Lumpen ganz von selber. „Wossu" hätte er denn die dicken Hände, als um sie sich nach einem . derartigen „Frühstück" schmunzelnd zu reiben? Selbstverständlich gibt sich ein Blatt so pompösen Titels und so hochfliegender Tendenzen nicht allein mit kleinen Lokalskandalartikeln ab, sondern es fliegt in die höchsten Regionen der hohen Politik, Das kann es sich um so eher leisten, als ja die schönsten Lügen gerade aus den schmutzigsten Fingern zu saugen sind. Mit ein paar leichten Kunstgriffen läßt sich das sogar noch so einrichten, daß es den Anschein erweckt, als werde der selig entschlafene „Burgfriede" respektiert. Man hat z. B, nur nötig, statt „Judenschuld" J u d a s s c h u 1 d, statt „Juden" Judasse und «statt „Judas Geld'4 J u d a s g e 1 d zu schreiben, und alles ist in schönster Ordnung! Das Blatt leistet sich auch einen Artikel mit der Überschrift „Wer gab das Geld?"--zum Streik! Und wie lautet die Antwort? Selbstverständlich: die Juden! Oder — im „Jargon" der „Arbeiter- Schutz-Zeitung": die Judüokratie, die Northcliffe alias Stern, die Trotzki- Braunstein, Victor Adler, Dr. Ellenbogen (der von Wien kam, um in Deutschland seine „Glaubensgenossen" zu besuchen), die Haase, Cohn, Davidsohn, Bernstein, mit einem Worte: dieselben, welche auch den Dittmann auf dem Gewissen haben, so daß eigentlich statt seiner höchst einfach die ganze internationale Judenheit hätte auf Festung geschickt werden müssen, und zwar nicht bloß für lumpige fünf Jahre, sondern gleich lebenslänglich .... Von dem übrigen „Geseires" des noblen Blattes über die „international-alljüdische Verschwörung", das „goldene Netz", den Internationalismus, der glatt identisch ist mit den „hebräischen Gesamtinteressen", wollen wir nur mit diesen Stichworten Vermerk nehmen; denn daß Männer wie Haase ein für allemal „in gekünsteltem und geschraubtem östlichen Jargon" mauscheln, das ist ja ebenso selbstverständlich wie: daß Dittmann im Gegensatz dazu sein ,.kräftiges und schlichtes Deutsch" meistert. Nein, nein — all das interessiert wahrhaftig nicht. Dagegen wäre doch eine Frage noch der Untersuchung wert, wenn und da die „Arbeiter-Schutz-Zeitung" ihrerseits schon mal so unvorsichtig gewesen ist, sich auf die naiv-neugierige Unschuld herauszuspielen: Wer gab das Geld??? Darauf sollte zunächst einmal die Potsdamer Straße Nr, 48 eine unumwundene, offene, deutliche Antwort geben. Und ferner auch die Frage beantworten: Wer gab das viele Papier und überhaupt die Erlaubnis zur. Geburt dieses Blattes? Denn wenn wir nicht irren, dürfen im Gebiete des Oberkommandos in den Marken derartige neue Gewächse zurzeit nur mit obrigkeitlicher Genehmigung ans Tageslicht kommen..... Und da wir einmal beim Fragen sind, schließlich noch eins: Wann findet — wenn das so weitergeht — zu Berlin oder sonstwo in Deutschland der erste fidele Judenpogrom statt?

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