Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 11 (10.3.1918)
- Article
- Ukraina
- Date
- 1918-03-10
- Page
- Seite 250 (sequence 2)
- Language
- German
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25$ jsittlicheö'-'Bewußtsein und dem modernen Völkerrechtsgefühl zur besonderen 1 Befriedigung gereichen. Denn nicht Tatsächliches-AllzutatsäfeMicfiös,;'' sondern ein M,oment tiefster Innerlichkeit hat diese neue Volksexistexiz ins Leben gerufen. „Eine Nation ist, was eine Nation 8'eii will"*"— wenn irgendwo, so ist beim Werden des Ukrainervolkes dum'S^ößexi; Worte Emest Renans Bewährung geworden. In die Sprache des'inolemen Staatsrechts umgeprägt, drückt diese Willenssouveränität da^'Jtdh:-den Besten und Tapfersten verfochtene personale Prinzip der Völk'srecTife in entschiedener Klarheit aus. n;f;sDää große Ereignis von Brest-Litowsk würde dadurch schon an sich höhe "Bedeutung für uns gewinnen. Denn unter jenem tragischen Völkergeröll, dessen einziger Rechtstitel sein Lebenswille ist, stehen wit'JiideA■■'.an erster Stelle. Unser eigentliches Interesse an der völkischstäktlichenL Neuschöpfung im Osten wird jedoch erst durch den Umstriii(i':vitälg daß der neue Staat, seinem Ursprung getreu, zum erklärten Träger des national-personalen Rechtsprinzips geworden ist. Hier hat schon'jetzt die nationale Frage einen Aus trag gefunden, der einzig und ohne Vorbild ist. Hier ist die große Revolutionsidee des Nationalitätenstaatesl'die im Gegensatz zu der des französischen Ständestaates die nätiönaliö 'und nicht die soziale Gleichheit in den Mittelpunkt des Strebens stellte, der Erfüllung entgegengereift. Und nicht verwundem kanüfes, daß die ersten Opfer der Entrechtung zugleich diejenigen sind, denen der'Segen des neuen Rechtsgedankens vor allen zuteil geworden ist':'"'die' J.'üden. "!;'"',Mit<Jdjer Löslösung des russischen Randgebiets und der Entstehung eijdfe/.'atis acht alten russischen Gouvernements bestehenden neuen üfey&ini$'cli'en Staatswesens — es sind dies die südöstlichen und westiich^ri^'öoüvernements Wolhynien, Kiew, Podolien, Poltawa, Tschersiigbw,1 Charkow, Jekaterinoslaw und Cherson — ist eine neue Judenfrage akut geworden. Es ist dies die Rechtsfrage, des jüdischen Dreimillionenvolkes dieses" Gebiets. Und es soll freudig anerkannt werden*, mit der Entstehung dieser Frage ging ihre gerechte Lösung Hand in Hand. Dem jüdischen Volkstum der ukrainischen Republik wurde ein Maß nationaler Rechte zuerkannt, das über seine eigenen Wünsche und Forderungen weit hinausging. Es erstreckt sich nicht bloß auf kulturellem Gebiet, sondern wächst vielmehr zu einer Art verwaltungspolitieeher Autonomie aus. Das Papiergeld des neuen Staates trägt neben Aufacnri!fteii.ih den Sprachen der anderen Volksminderheiten auch solche In ' h;e: b'r ä i s c h e n . Schriftzeichen, und es besteht ein besond'e'rer :,:(jüdis c'li er) Staatssekretär für jüdische Angelegenheiten. Es entspricht dies ganz den vom ukrainischen Z'entraU'at1> anerkannten Grundsätzen in bezug auf die Rechte dßr^^ol^sminderheiten. Bereits am 23. Dezember 1917 gelangte Qih';* 'Verfassungsentwurf auf einer Beratung der Verfassungskömmissiön der „Rada" zur Annahme, der in einem diesbezüglichen A&ciiniU 'däs „unantastbare Recht einer jeden Nation in der Ukraine auf,' ttational-peröonaler Autonomie innerhalb der Grenzen der ukrainischen'' 'Volksrepublik" anerkannt, wonach „jedem Volke das Recht