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Neue jüdische Monatshefte · 1918-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1918) · p. Seite 233

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 9-10 (10.2.1918)
Article
Die galizische Judenschaft in den Jahren 1772 - 1848 in wirtschaftsstatistischer Bedeutung
Date
1918-02-10
Page
Seite 233 (sequence 11)
Language
German
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233 Einblick in die Verhältnisse der Krakauer Republik (1815—1846) ergänzt werden, ObwohLdem direkten Einfluß der österreichischen Judenpolitik entzogen, wurden die Krakauer (bzw. Kazimir'er) Juden trotzdem von den österreichischen „Reformen" unangenehm berührt. Zunächst machte sich*in Kazimierz (der Judenstadt bei Krakau) die Einwanderung der aus dem österreichischen Galizien vertriebenen Juden stark geltend. 1848 betrug die Judenzahi in Kazimierz 13 000, während sie 1790 keine 2000 erreichte. Dieser ungewöhnliche Umstand veranlaßte die Krakauer Regierung im Jahre 1844 ein besonderes „Familienrecht" für Juden zu proklamieren, dessen Grundideen der Josephmischen Judengesetzgebung entnommen wurden. Für die Berufsgliederung der Krakauer Juden besitzen wir eine Statistik vom Jahre 1811 (Balaban). Danach gab es unter ihnen: 151 Krämer, Standhalter und Detailhändler, 52 Schänker sowie Weinlind Methhändler, 26 Großhändler und Wechsler, 9 Seifensieder, 4 Tabakfabrikanten, 57 Handwerker, 3 Musikanten und 1 Chirurgen. Die Zahl der Berufslosen ist leider unbekannt. Jedenfalls war sie beträchtlich, denn die zeitgenössischen Quellen wissen häufig vom Judendend in Kazimierz zu berichten. Anhang: Wichtigere Quellen: a) archivarische: 1. Castrensia Leopoliensia, Bd. 959. 2. Ossolineum, Handschriften Nr. 1073 u. 525. 3. Krakauer Stadtarchiv: „Individuelles Verzeichnis deren sämmtlich in der Judenstadt Kasimir . . . befündlichen (sie) Judenseelen" (1790). 4. Akademie der Wissensch., Krakau — Handschrift Nr. 806. b) Literatur: 1. M. Balaban: Juden in Galizien (1772—1SG8), 1916 (polnisch). 2-. A. Bra wer : Galizien, wie es an Österreich kam, 1910. 3. J. Buzek: Der Einfluß der österr. Judenpolitik 1772—1788 auf die jüdische Bevölkerung Galiziens, 1003 (polnisch). 4. I. Schipper: Die Entwicklung des jüdischen Elementes in Polen und Litauen bis Ende des 18. Jahrhunderts (russisch) in Historja jewrejskago naroda XI (1914). 5. M. S t ö g e r : Darstellung der gesetzlichen Verfassung der galuischen Judenschaft, 2 Bände, 1833. 6. G. W o 1 f: Zur Lage der Juden in Galizien (Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, 1867, p. 201 ff.). 7. Derselbe: Geschichto der Juden in Wien, 1876, p. 75, 112. Einige Werke über Galizien: Dr. Saul Rafael Landau, „Das jüdische Proletariat", Wien. —, „Der Polenklub und seine Hausjuden", Wien. A. v. Guttry, „Galizien, Land und Leute", München. Enthält einige brauchbare statistische Daten; in der Schilderung der kulturellen Verhältnisse der Juden selbst mit Vorsicht nicht zu genießen. Wilhelm Feldman, „Galizische politische Parteien". Behandelt das Thema im propolnischen Sinne. Franz Bujak, „Galizien". Ein grundlegendes ökonomisch-statistisches Werk. L. Wassilewski, „Galizien", Petersburg 1900 (russ.). Korkis, Abraham, „Die wirtschaftliche Lage der Juden in Galizien", „Der Jude", Jahrgang II, Heft 7, 8 und 9.

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