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Neue jüdische Monatshefte · 1918-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1918) · p. Seite 227

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 9-10 (10.2.1918)
Article
Die galizische Judenschaft in den Jahren 1772 - 1848 in wirtschaftsstatistischer Bedeutung
Date
1918-02-10
Page
Seite 227 (sequence 5)
Language
German
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227 Polen nicht mehr als 791 jüdische Kaufieute, die als Leipziger Meßlieferanten verzeichnet werden. In der Blüteperiode des Brodyer Handels, 1821, besuchten die Leipziger Messe alles in allem 226 gali- .zische Juden. Die Mehrzahl der jüdischen Handeltreibenden bilden 'Krämer und Trödler. Immerhin waren damals die Juden im Lande fast das einzige Handelselement von Bedeutung. Soll es ja 1777 nach einer zuverlässigen Quelle nicht mehr als 315 christliche Kaufleute in ganz Galizien gegeben haben. c) Eine besondere Stellung nehmen diejenigen städtischen Juden ein, die sich als Schänker und Pächter betätigten. Ihre Zahl ist gering in Großstädten (etwa 3 %), ungewöhnlich groß in Kleingemeinden (etwa 25 %). Sie steigt, je weiter wir uns gegen Osten wenden. d) Eine starke Verwendungder jüdischen Arbeitskraft gewärtigen wir im Handwerk; Die jüdischen Handwerker bilden fast e i n Fünftel der städtischen Gesamtjudenschaft. An der Spitze des Handwerks stand das Bekleidungsgewerbe. In den Städten des Lemberger Kreises werden im Jahre 1765 von den 1369 jüdischen Handwerkern genannt: als Schneider 403 (= 29,4 %), als Kürschner, Schuster und Hutmacher 170 (= 12,4 %). In den Städten des Zydaczower Kreises betragen die Zahlen gar 34,5 % und 13,7 %. In Krakau (1790): 29 % und 18,4%. In den beiden podolischcn Kanals (Jazlowiec und Zaleszezyki): 42,5 % und 10 %. Bedeutend war auch die Zahl der jüdischen Bäcker und Fleischhauer: in Krakau (1790) betrug sie 6,4 % aller jüdischen Handwerker, in den Städten des Lemberger und Zlocrower Kreises (1765): etwa 8 %, in den podolischen Kanals (1772): 10 %, Es sei schließlich noch der jüdischen Goldschmiede gedacht: sie bildeten 7—12 % sämtlicher jüdischen Handwerker. Das jüdische Handwerk war in eigenen Zünften mit dem Zunftrabbiner (xabin cechowy) an der Spitze organisiert. e) Auffallend groß ist die Zahl des Handels- und gewerblichen Hilfspersonals, der Tagelöhner und Dienstboten (in Ostgalizien im Durchschnitt 14 %). über die Berufsgliederung der Dorfjudenschaft besitzen wir zahlenmäßige Angaben nur für die Bezirke Lemberg und Zydaczow (1765). Wir führen sie in der nachstehenden Tabelle an: Tabelle IV. Berufsgliederung der Dorfjuden. Landjudensch. in den Bezirken Gesamtzahl Zahl der; männl. j Personen! Berufsfäh. männl. Personen BerufstätJ männl. j Personen j Schänker und Pächter Handel | und j Gewerbe j Handwerk 1 Dienstj boten j l-Z .a £ o <D Q «*-< O 5 w w u s§ Lemberg Zydaczow 6 783 1477 rund 3 400 rund 750 rund 1500 rund 330 1035 =69% rund 220 =66% 764 =51% 162 =49% 14 =0,9% 29 =2% 100 =12,7% 36 =11% 38 =2,5% 21 =6%

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