Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 9-10 (10.2.1918)
- Article
- Die galizische Judenschaft in den Jahren 1772 - 1848 in wirtschaftsstatistischer Bedeutung
- Date
- 1918-02-10
- Page
- Seite 225 (sequence 3)
- Language
- German
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225 Bezirk Zydaczow aufgestellt ist. Wir behalten die quellenmäßigen Bezeichnungen „Großväter", „Hausväter" usw. bei, die eingeklammerten Zahlen beziehen sich auf das mutmaßliche Alter. Tabelle II: Bezirk Zydaczow 1765. Altersklasse Altersklasse (männlich) (weiblich) 1. Kinder Kinder (bis 15 Jahre) 1 100 (bis 15 Jahre) 1036 2. Eidame und Sehwiegertöcht. verheir.Söhne 425 (10—19 Jahre) 425 (IG—10 Jahre) 3. Hausväter Mütter (20—oOJahrc) 105-1 (20—59 Jahre) 1054 rl. (Großväter Großmütter (60—? Jahre) 13 (60—? Jahre) 61 5. Jun^osellen G0 Jungfern 18 Witwen und 0. Witwer 16 Geschiedene 105 7. Knechte 70 Mittele 48 Zusammen: 2 7-15 2 748 Von je 100 J ucien~entüelen" a. d". nebenbezeichnete Altersklasse miinnl.l weibl. bis 15 Jahre 16-19 Jahre 20—59 Jahre 60—? Jahre im ► arbeitsfähigen Alter 20,1 20.1 7,7 7,7 19,2 19.2 0,2 .1.1 1,1 0,8 0,3 1,» 1,3 0,0 Wir können aus diesen Zahlen folgendes schließen: a) Unter 100 männlichen Juden gab es etwa 44 Personen im arbeitsfähigen Alter (Rubrik 3, 5, 6, 7). Das Verhältnis war also ziemlich günstig; b) frühzeitige Eheschließungen in unverhältnismäßig großer Zahl. Die;,Kost-Eidame und Söhne44 bilden fast ein Drittel der Gesamtzahl der verheirateten Männer; c) Dieser Zustand macht es erklärlich, warum auf eine jüdische Ehe kaum vier Köpfe entfallen, d) Auffallend groß ist die Zahl der Witwen und Geschiedenen bzw. der Verlassenen (Agonoh). Die wirtschaftliche Struktur der jüdischen Bevölkerung (ializiens um die angegebene Zeit wird in Tabelle III (Seite 22l>) und Tabelle IV (Seite 227) dargestellt. Die Zahlen der Tabelle III führen eine deutliche Sprache: - a) Im Durchschnitt war von der männlichen Judenbevölkerung der galizischen Städte 40 % ohne bestimmten Beruf. Es sind diese jene „Duftexistenzen", die einem Dutzend Berufen nachgehen und an keinem ihr Auskommen zu finden vermögen. Einen beträchtlichen Bruchteil der Berufslosen bilden ausgesprochene Bettler. In Krakau betrug 1790 die Zahl des Bettelvolkes und der „im Gehalt44 der Angehörigen lebenden Juden: 122 männliche Personen, d. i. über 12 % der Gesamtzahl der männlichen Personen, darunter 6 % Betteljuden. In Ostgalizicn ist das Verhältnis viel ungünstiger. Die Betteljuden machen hier bk 8 % der Gesamtbevölkerung aus, desgleichen die „in Gehalt44 lebenden Juden, zusammen also etwa 16%. Beachtet man überdies noch den sehr hohen Prozentsatz (im Durchschnitt 15 %) der Dienstboten, Tage-